Neu-Trainer Gudmundsson muss Abwehr verbessern

Nach Sieg der MT Melsungen gegen Silkeborg: Das Vertrauen ist zurück

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Konzentriert am Spielfeldrand: Gudmundur Gudmundsson (links) und Co-Trainer Arjan Haenen. 

Kassel – Nach einer Woche mit großen Veränderungen war bei den Melsunger Handballern das beherrschende Thema was? Der Sport. Gudmundur Gudmundsson, der neue Coach und Grimm-Nachfolger, hatte zwar nur einen Tag Zeit, um sein Team etwas kennenzulernen. Beim 35:33 im Europacup-Gruppenspiel gegen Bjerringbro-Silkeborg war aber schon zu erkennen, worauf der Isländer besonderen Wert legt.

„Ich habe eine große Bereitschaft bei unserer Mannschaft gesehen. Wir hatten viel Tempo im Spiel“, sagte Manager Axel Geerken. Zur Melsunger Wahrheit gehörten aber auch die nach wie vor vorhandenen Schwächen in der Chancenverwertung. Und mit dem siebten Feldspieler der Dänen hatte die MT auch schon im ersten Vergleich Probleme gehabt. „Der Sieg ist sicher etwas Positives. Wir haben aber auch viel Arbeit von uns“, erklärte Kapitän Finn Lemke.

Zumindest haben sich die Melsunger die Chance auf das Erreichen des Viertelfinales erhalten. Sollten sie die Partien in Oppeln/Polen (22. März) und in eigener Halle gegen Benfica Lissabon (28. März) zu ihren Gunsten entscheiden, stünden sie voraussichtlich auf dem zweiten Rang. Vorausgesetzt, dass Silkeborg am vorletzten Spieltag bei den Portugiesen nicht doppelt punktet. Sind die Melsunger und die Dänen punktgleich, liegen die Nordeuropäer aufgrund des direkten Vergleichs vor der MT.

Allerdings wäre der zweite Rang auch noch keine Garantie für das Weiterkommen. Vieles hängt vom Abschneiden der Füchse Berlin, dem Ausrichter des Final Four, ab. Denn den Hauptstädtern bliebe ein Viertelfinale erspart, falls sie den ersten Platz erreichen oder zu den drei besten Zweitplatzierten gehören.

Derlei Rechenspiele kümmern Gudmundsson erst mal wenig. Er richtet sein Hauptaugenmerk auf die Deckung. „33 Gegentore sind zu viel. Wir müssen die Abwehr verbessern“, betont der 59-Jährige. Eine seiner ersten Amtshandlungen: Er testete Timm Schneider im Mittelblock. „Wir brauchen Alternativen“, fügte Gudmundsson hinzu. Klar, zurzeit fehlt Felix Danner verletzt – und in dieser Woche warten in Flensburg (Mittwoch) sowie gegen Wetzlar (Samstag) zwei weitere harte Prüfsteine.

„Ich habe zuletzt vor fünf Jahren in der Mitte gedeckt. Es ist klar, dass da nicht alles passen kann“, stellt Schneider fest. Der Allrounder soll dem besonders belasteten Kreisläufer Marino Maric zu den nötigen Verschnaufpausen verhelfen.

„Die Köpfe sind frei. Wir spüren wieder mehr Vertrauen und haben mehr Freude am Spiel“, erklärt Schneider zuversichtlich. Der Optimismus übertrug sich auch auf die Zuschauerränge in der Rothenbach-Halle, wo fast 2900 Fans viel Rückendeckung gaben. „Es war eine fantastische Stimmung“, bilanzierte Gudmundsson die Eindrücke seines ersten Einsatzes als MT-Trainer. Die Freude darüber wich aber schnell der Enttäuschung darüber, dass sein Team aus einer 18:14-Pausenführung nicht mehr machte. Was beweist, dass der Sport nun wieder das große MT-Thema ist. 

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