Nächster Dämpfer für die MT

MT Melsungen unterliegt Leipzig:  Bruchlandung statt Reaktion und Pfiffe der Fans

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Unsanft gelandet: MT-Spielmacher Domagoj Pavlovic (rechts) und der Ex-Melsunger Philipp Müller. 

Der nächste Dämpfer für die MT Melsungen: Der Handball-Bundesligist unterliegt SC DHfK Leipzig 31:34 (14:17). Die Abwehr der Nordhessen enttäuscht auf ganzer Linie. 

Das kam in der jüngeren Vergangenheit selten bis gar nicht vor: Pfiffe für die Handballer der MT Melsungen, zudem verließen zahlreiche enttäuschte Fans am Samstagabend vorzeitig die Rothenbach-Halle. Sie hatten genug gesehen, um zu erkennen, dass der heimische Bundesligist die Partie gegen den SC DHfK Leipzig nicht mehr drehen würde. Stattdessen unterlagen die Nordhessen 31:34 (14:17) – und das vollkommen verdient.

Neun Tage nach der deftigen Pleite in Kiel gab es somit den nächsten Dämpfer für die MT. Dass sich die Sachsen dank des Sieges in der Tabelle an den Melsungern vorbeischoben, verkommt aber zur Randnotiz.

Vielmehr bereitete die viel zu passive MT-Deckung große Sorgen

 „Wir haben es 60 Minuten nicht geschafft, eine kompakte Abwehr zu stellen“, bilanzierte Trainer Heiko Grimm. Die extrem abgezockten Leipziger fanden stets Lücken und hatten keine Probleme, ihr Programm herunterzuspulen.

Vor allem in der zweiten Hälfte machten Leipzigs Rechtsaußen Lucas Krzikalla sowie die glänzend aufgelegten Rückraum-Spieler Philipp Weber, Maximilian Janke und Viggo Kristjansson fast aus jedem Angriff ein Tor. Bei der MT hingegen fehlte schlichtweg das Aufbäumen. Zudem erwischte Leipzigs Torwart Jens Vortmann einen wesentlich besseren Tag als seine Gegenüber Nebojsa Simic und Johan Sjöstrand. Und so liefen die Gastgeber dem Drei-Tore-Rückstand zur Pause in den zweiten 30 Minuten nur noch hinterher.

Nordhessen wollten zum Höhenflug ansetzen - legten aber eine Bruchlandung hin

Eigentlich wollten die Nordhessen nach dem Auftritt in Kiel eine Reaktion zeigen und wieder zu Höhenflügen ansetzen. In der Realität legten sie eine Bruchlandung hin. „34 Gegentore in eigener Halle – das tut weh“, sagte MT-Torjäger Julius Kühn. Er habe während der gesamten Partie kein gutes Gefühl gehabt. Sie hätten ohne Körperkontakt gespielt und so gut wie jedes Eins-gegen-Eins verloren. „Das ist ein weiterer Rückschlag. Jeder muss sich an die eigene Nase fassen. Ich selbst auch“, sagte Kühn selbstkritisch.

Die MT hat keine gute Werbung für sich gemacht

Klar ist: Die Melsunger haben es vor 4300 Zuschauern in der ausverkauften Halle verpasst, Werbung in eigener Sache zu betreiben. Spielmacher Domagoj Pavlovic, der den Vorzug vor dem angeschlagenen Lasse Mikkelsen erhielt, musste sich nach Spielende erst einmal sammeln. Er könne sich nicht erklären, warum er und seine Teamkollegen jedwede Konsequenz und Aggressivität vermissen ließen, sagte der Kroate: „Es fühlt sich jetzt wie eine kleine Krise an.“

Handball Bundesliga: MT Melsungen gegen Leipzig

MT Melsungen gegen Leipzig
 © Dieter Schachtschneider
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Nur einmal kam an diesem Abend so etwas wie Emotionalität auf

In der 41. Minute war das beim Stand von 18:22 aus MT-Sicht. Da gerieten Kühn und Philipp Müller aneinander. Der Ex-Melsunger, bei der Teamvorstellung noch mit einem kräftigen Wiedersehens-Applaus bedacht, zog sich in dieser Szene den Unmut der MT-Fans zu. Beide Profis durften sich daraufhin für zwei Minuten auf der Bank abkühlen. Und nach der Schlusssirene nahmen sie sich in die Arme. Alles vergessen.

Für Grimm war die Art und Weise, wie sich seine Mannschaft präsentierte, aber noch lange nicht abgehakt. „Immerhin wissen wir, woran wir arbeiten müssen“, sagte der MT-Trainer. Heißt: an der Defensive. Viel Zeit bleibt nicht. Bereits am Donnerstag tritt die MT in Minden an. Mit Blick auf dieses Auswärtsspiel sagte MT-Vorstand Axel Geerken: „Bis dahin müssen wir eine andere Einstellung finden.“

Kollektives Versagen: Gegen die Füchse Berlin setzte es für die MT Melsungen in der Handball-Bundesliga eine klare Niederlage.

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