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MT Melsungen: Der schwierige Re-Start

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Von: Björn Mahr, Manuel Kopp

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Gehörten zu den Infizierten im deutschen EM-Team: die MT-Profis Julius Kühn (links) und Kai Häfner. 
Gehörten zu den Infizierten im deutschen EM-Team: die MT-Profis Julius Kühn (links) und Kai Häfner.  © Sascha Klahn

Leicht war es in den vergangenen Tagen nicht, den Überblick zu behalten. Beim Handball-Bundesligisten MT Melsungen häuften sich die Nachrichten von Coronafällen – unabhängig davon, ob die Spieler bei der EM in Ungarn und der Slowakei im Einsatz waren.

Denn auch Silvio Heinevetter und Yves Kunkel hatten sich mit dem Covid-19-Virus infiziert und fehlten bis Anfang dieser Woche in der Vorbereitung auf die Restrunde.

Nach einer eingehenden kardiologischen Untersuchung bei Mannschaftsarzt Dr. Karl-Friedrich Appel durften der Torwart und der Linksaußen nun wieder mittrainieren. Die bei der Europameisterschaft eingesetzten und im Verlauf des Turniers dann positiv getesteten Akteure werden erst einsteigen, wenn sie einen entsprechenden Medizincheck ebenfalls erfolgreich abgeschlossen haben. Das hatte MT-Manager Axel Geerken am Montag angekündigt. Die Gesundheit der Spieler sei dem Verein sehr wichtig. Das betrifft nach derzeitigem Stand die deutschen Nationalspieler Kai Häfner, Timo Kastening und Julius Kühn sowie die beiden Isländer Elvar Örn Jonsson und Arnar Freyr Arnarsson, den Kroaten Marino Maric und den Montenegriner Nebojsa Simic.

Bis gestern im Turnier vertreten war Tobias Reichmann. Als Letzter im deutschen Kader verbliebener Melsunger verabschiedete er sich mit dem DHB-Team gegen Russland aus der EM. Nach Aussage des Deutschen Handball-Bundes (DHB) ist die Rückreise der Mannschaft für heute per Charterflug geplant. Ihren letzten EM-Auftritt haben heute Maric mit Kroatien gegen die Niederlande (18 Uhr) und Torwart Simic mit Montenegro gegen Island (15.30 Uhr). Während Kroatien und Montenegro sicher ausgeschieden sind, haben die Isländer noch eine theoretische Chance auf den Einzug ins Halbfinale. Laut MT-Mitteilung waren auch Maric und Simic zuletzt positiv getestet worden. Allerdings durften sie nach „ihren Frei-Testungen jeweils wieder aktiv am Spielgeschehen teilnehmen“.

„Das Wichtigste ist jetzt, dass alle gesund zurückkehren“, sagt Melsungens Co-Trainer Arjan Haenen. Das für Freitag ab 16 Uhr in der Kasseler Rothenbach-Halle geplante Testspiel gegen den SC DHfK Leipzig, das so etwas wie die Generalprobe für das Pokal-Viertelfinale am 6. Februar in Lemgo sein sollte, wurde am Mittwochvormittag abgesagt. Beide Klubs hätten ohne Nationalspieler antreten müssen. MT-Chefcoach Roberto Garcia Parrondo hätte das Aufgebot mit eigenen Talenten auffüllen müssen. Schon zuletzt ging es in den Übungseinheiten nicht ohne den Nachwuchs.

„Die Jungs aus der zweiten Mannschaft und aus der A-Jugend haben uns sehr gut unterstützt“, sagt Kunkel, der selbst coronabedingt zehn Tage ausgefallen war. „Wir haben viel in Kleingruppen gearbeitet“, ergänzt Haenen. Der Kader ist durch verletzte Spieler zusätzlich dezimiert. Abwehrstratege Finn Lemke fehlt noch länger. Der Portugiese Andre Gomes ist auch noch keine Option. „Bei Andre sind wir vorsichtig. Die Reha bei ihm läuft aber gut“, betont Haenen.

Für die Melsunger ist das Pokalspiel beim TBV Lemgo Lippe in eineinhalb Wochen eine der wichtigsten Partien der Saison. Schließlich geht es um ein Ticket für das Final Four in Hamburg. Es folgen in der Bundesliga zwei Heimspiele gegen den HC Erlangen (9.2.) und HBW Balingen-Weilstetten (12.2.) sowie die Begegnung bei GWD Minden (17.2.).

Durch die immer mehr an Fahrt aufnehmende Pandemie drohen aber Spielausfälle den Bundesliga-Spielplan durcheinanderzuwirbeln. Der Geschäftsführer des THW Kiel, Viktor Szilagyi, befürchtet, dass die zahlreichen positiven Befunde bei der EM Auswirkungen auf die Bundesliga haben werden. Szilagyi geht davon aus, „dass wir den Februar nicht ohne Spielabsagen erleben werden“, sagte er den Kieler Nachrichten. Für die MT gibt es immerhin die Hoffnung, dass sie durch die vielen Coronafälle in den vergangenen Tagen nun zumindest gut durch die schwierigen Wochen nach dem Start aus der EM-Pause kommt. (Manuel Kopp und Björn Mahr)

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