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MT Melsungen enttäuscht bei 18:23-Niederlage gegen Lemgo vor allem in der Offensive

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Von: Björn Mahr, Manuel Kopp

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Zum Verzweifeln: Die Melsunger (linkes Bild von links) Alexander Petersson, Kai Häfner, Arnar Freyr Arnarsson und Gleb Kalarash sind frustriert.
Zum Verzweifeln: Die Melsunger (linkes Bild von links) Alexander Petersson, Kai Häfner, Arnar Freyr Arnarsson und Gleb Kalarash sind frustriert. © Andreas Fischer

Unterschiedlicher hätten die Emotionen nach dem Abpfiff nicht sein können. Während die Handballprofis der MT Melsungen mit leeren Blicken zusammenstanden, hüpften die Spieler des TBV Lemgo Lippe jubelnd im Kreis.

Für die Nordhessen bedeutete das 18:23 (8:10) in der Kasseler Rothenbach-Halle die sechste Bundesliga-Niederlage in Folge – und das endgültige Aus im Rennen um einen Europapokalplatz. Dafür sind die Gäste nach ihrem vierten Sieg in Serie wieder nah dran an der Teilnahme am internationalen Geschäft in der kommenden Saison.

Frustriert gingen auch die MT-Fans nach der schwachen Leistung ihres Teams nach Hause. In den Sozialen Medien nahm die Kritik an Manager Axel Geerken, der für die Personalplanung der vergangenen Jahrte hauptverantwortlich ist, zu. Nach der erneuten Heimpleite droht den Melsunger das schlechteste Abschneiden in der Bundesliga seit der Saison 2012/13, als die Nordhessen die Spielzeit auf Rang zehn abschlossen. Diesen Tabellenplatz nehmen sie auch derzeit ein.

Im Heimspiel gegen Lemgo war die Leistung in der Abwehr sogar in Ordnung. Aber die Gastgeber enttäuschten in der Offensive. Schon ein Blick auf die nackten Zahlen bestätigt dies: Nur acht Treffer erzielte die Melsunger in der ersten Hälfte, lediglich zehn Tore im zweiten Durchgang.

Die MT-Profis legten nach der Partie selbst den Finger in die Wunde. „Man sieht, dass es bei uns im Angriff nicht rund läuft. Es kommt kein Spielfluss auf“, sagte Yves Kunkel, der als gelernter Linksaußen wieder auf der Rückraum-Mitte aushelfen musste, weil die Spielmacher Elvar Örn Jonsson und Domagoj Pavlovic weiter auf der großen MT-Ausfallliste stehen. „Mit 18 Toren kannst du in der Bundesliga kein Spiel gewinnen“, sagte Torwart Nebojsa Simic, der mal wieder herausragend hielt, die Niederlage mit 13 Paraden aber auch nicht verhindern konnte. War er zumindest mit seiner Leistung zufrieden? „Wenn ich verliere, bin ich nie zufrieden“, sagte er.

TBV-Coach Florian Kehrmann lobte nach der Partie beide Schlussmänner – Lemgos Peter Johannesson übertraf mit seinen 14 Paraden Simic sogar noch. „Die Torhüter haben heute dem Spiel ihren Stempel aufgedrückt. Peter hat bei uns ganz wichtige Bälle gehalten, aber auch Simic hat eine sehr gute Leistung gezeigt und dafür gesorgt, dass Melsungen immer dranblieb“, sagte Kehrmann. Und wirklich, die Melsunger kämpften sich mehrmals wieder ran. Zwar blieb das 3:1 (5.) die letzte Führung der Gastgeber in der Partie, aber nach einem 5:8 (18.) glichen sie zum 8:8 aus, nach dem 8:10-Pausenrückstand traf Kunkel dann per Hüftwurf zum 10:10 (33.). Als die Gäste auf 15:11 wegzogen (41.), verkürzte die MT noch auf 15:17 (49.). Dann war aber Lemgo nicht mehr aufzuhalten.

Andreas Lampe war erstmals in der Rothenbach-Halle zu Gast, seitdem bekannt wurde, dass er die Leitung des Bereichs Marketing, Vertrieb und Kommunikation bei der MT voraussichtlich im zweiten Halbjahr übernehmen wird. „Die Abwehr war okay. Ohne gelernten Mittelmann war es im Angriff schwer, wir haben zu wenig Tore geworfen. Es ist eine schwierige Saison für die MT“, sagte Lampe, dem es am Rande der Partie wichtig war, mit Spielern, Partnern und Fans des Vereins Kontakt aufzunehmen.

„Natürlich ist unsere Situation hinlänglich bekannt. Wir müssen immer wieder darüber nachdenken und versuchen, unsere Lage irgendwie zu verbessern“, sagte MT-Coach Roberto Garcia Parrondo. „Den Spielern kann man kaum einen Vorwurf machen, die haben auch heute wieder gekämpft. Aber das allein hat leider nicht gereicht.“ Ist der Trainer besorgt, ob sein Team in dieser Spielzeit überhaupt noch eine Partie gewinnen kann? Dieser Gedanke sei für ihn kein Thema. „Es geht darum, dass ich bei diesen Spielen schon die nächste Saison im Blick habe“, sagte Parrondo und fügte hinzu: „Diese wird ganz anders werden.“ (Manuel Kopp und Björn Mahr)

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