Kastening wirft acht Tore an alter Wirkungsstätte

MT Melsungen enttäuscht bei der 23:31-Niederlage in Hannover auf ganzer Linie

Ein packendes Duell dieses Abends: Melsungens Timo Kastening (rechts) überwindet hier Hannovers Torwart Domenico Ebner.
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Ein packendes Duell dieses Abends: Melsungens Timo Kastening (rechts) überwindet hier Hannovers Torwart Domenico Ebner.

Schwache Leistung der MT Melsungen in Hannover: 23:31 unterlag das Team von Trainer Gudmundur Gudmundsson in der Handball-Bundesliga.

Hannover – Mit 14 Siegen in 21 Spielen ist die Bilanz der MT Melsungen gegen die TSV Hannover-Burgdorf absolut positiv. Noch besser gestalten konnte die MT sie gestern nicht. Vielmehr setzte es bei den Recken eine herbe 23:31 (15:17)-Pleite. Dabei lag der letzte Sieg der Hannoveraner gegen die MT (1. April 2018) schon fast drei Jahre zurück. Ein absolut enttäuschender Auftritt des vermeintlichen Favoriten.

Trommelwirbel vorm Anpfiff bei der Vorstellung der alten Bekannten: Die sechs mit den Schlag-Instrumenten ausgestattenen Aufbauhelfer der Gastgeber begrüßten die ehemaligen Recken Kai Häfner und Timo Kastening lautstark. Zwischen ihm und Recken-Linksaußen Vincent Büchner noch ein kurzer Schnack nach dem Anpfiff.

So reibungslos blieb’s nicht: In der 14. Minute krachen Yves Kunkel und Torwart Domenico Ebner nach einem Tempogegenstoß hinterm Hannover-Tor über die LED-Bande ins Fangnetz. Fünf Minuten Spielunterbrechung beim Stand von 6:7.

Irgendwie schien die Unterbrechung auch den MT-Spielfluss unterbrochen zu haben. Lagen die Melsunger in der Anfangsphase bis aufs Böhms Hannover-Führung zum 1:0 vorn (5:3/9. durch Arnar Freyr Arnarsson) wendete sich die Partie. Zwar brachte Häfner die Nordhessen beim 8:7 nochmals in Front, doch wenig später gelang Hannovers jungem Mittelmann Veit Mävers die 9:8-Führung.

Schwedens Vizeweltmeister Alfred Jönsson netzte zum 11:9 ein, MT-Coach Gudmundsson reagierte mit einem Torwartwechsel, brachte Silvio Heinevetter für Nebojsa Simic. Brachte nicht allzu viel, denn durch Büchner zogen die Recken auf 14:11 (26.) davon. Die MT leistete sich wieder ein halbes Dutzend technische Fehler und Ballverluste.

Gefährlich für Hannover wurden hauptsächlich die Ex-Hannoveraner Häfner und Kastening: Je fünf Treffer bis zur Pause. Pavlovic verkürzte den zweiten Drei-Tore-Rückstand (14:17) noch zum 15:17. Insgesamt machte die MT bis dahin keinen allzu gefestigten Eindruck.

Viel besser ging es auch nach dem Wechsel nicht weiter. Hannover blieb vorn, führte 20:17. für Heinevetter kam wieder Simic in den Kasten (34.) zurück. Mit überschaubarem Erfolg! Auf der Gegenseite parierte Torhüter Urban Lesjak den Siebenmeter von Kastening, was Hannover zusätzlichen Biss verlieh. Nach 44 Minuten (20:25) war der Rückstand der MT auf fünf Treffer angewachsen – da half auch die nächste Auszeit von Gudmundsson nichts.

Bei den Recken drehte vor allem der dänische Weltmeister Johan Hansen auf. Viermal traf es fast nach dem gleichen Spielzug von Rechtsaußen, auch zum 26:21, das Büchner sogar auf 28:22 erhöhte. Am Ende kam Hansen auf zehn Tore. Und die Melsunger? Lebten weiterhin fast nur von Kastenings Schnelligkeit und drei weiteren Toren von ihm bis Mitte der zweiten Hälfte. Und von ihrer linken Angriffsseite kam zudem wenig bis nichts.

Mehrfach scheiterte die MT außerdem an Schlussmann Ebner, der die Gäste mit 14 Paraden nervte. Die MT hatte dann in der Schlussphase überhaupt nichts mehr zuzusetzen, während die Recken den zuvor kaum für möglich gehaltenen Erfolg souverän über die letzten Minuten brachte. Kastening dürfte sich seine Rückkehr ganz anders vorgestellt haben.  (Helmut Anschütz/gsd)

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