„Es kommt einem Debakel gleich“

MT Melsungen enttäuscht bei Niederlage gegen Minden – Entschuldigung bei den Fans

Enttäuschte Gesichter: Melsungens Torwart Nebojsa Simic (links) und Julius Kühn bei der Niederlage gegen Schlusslicht Minden.
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Enttäuschte Gesichter: Melsungens Torwart Nebojsa Simic (links) und Julius Kühn bei der Niederlage gegen Schlusslicht Minden.

Mit hängenden Köpfen verließen die Handballer der MT Melsungen das Feld. Die Fans des Bundesligisten hatten schon während des Spiels und nach dem Schlusspfiff ihren Unmut bei dem überraschenden 25:29 (7:14) gegen GWD Minden zum Ausdruck gebracht. Nach vier ungeschlagenen Spielen in Serie mussten die Nordhessen erstmals wieder eine Niederlage einstecken.

Viel Zeit bleibt der MT nicht, um die enttäuschende Pleite gegen das Schlusslicht aufzuarbeiten, denn schon morgen (15.30 Uhr) folgt gegen den TVB Stuttgart das nächste Heimspiel in der Rothenbach-Halle.

„Es war eine katastrophale Mannschaftsleistung, da muss man nichts beschönigen“, fand Timo Kastening nach der Partie deutliche Worte und fügte hinzu: „Wir waren zwar super eingestellt, Minden hat nichts gemacht, worauf wir nicht vorbereitet waren. Aber wir waren vom Kopf her nicht da. Jeder Spieler, mich eingeschlossen, muss sich hinterfragen, mit welcher Einstellung er in das Spiel geht.“

Einziger Lichtblick bei den Nordhessen war Yves Kunkel. Der Linksaußen erzielte gegen seinen Ex-Klub neun Treffer – dabei zeigte er sich auch bei fünf Siebenmetern nervenstark. „Ich gehe trotzdem mit einem schlechten Gefühl aus dem Spiel“, sagte er. „Es war für uns ein gebrauchter Tag. Jeder wird heute schlecht schlafen.“

Die Melsunger zeigten in der ersten Halbzeit eine desaströse Leistung. Nur sieben Tore in 30 Minuten, viele verworfene Chancen, es häuften sich die technischen Fehler. Zwischenzetlich blieben die Hausherren zwölf Minute ohne eigenen Treffer. Und in der Abwehr fanden sie kein Mittel gegen die Mindener Rückraumschützen Nikola Jukic und Niclas Pieczkowski. So stand es aus MT-Sicht nach elf Minuten 2:7, nach 26 Minuten 5:13 und zur Pause 7:14.

„Der Hauptgrund für die Niederlage waren die ersten 15 Minuten, die schrecklich waren“, sagte MT-Trainer Roberto Garcia Parrondo. „Der Anfang war so schlecht, dass wir nicht mehr zurückkommen konnten.“ Mit der Umstellung auf den siebten Feldspieler in der Offensive steigerten sich die Melsunger zwar in der zweiten Hälfte, näher als auf drei Tore beim 16:19 (47.) kamen sie aber nicht heran. „Wir laufen das ganze Spiel fünf, sechs Tore hinterher, da wird es irgendwann schwer, dranzubleiben“, sagte Kunkel.

Umso bitterer war die Niederlage für die Melsunger, da sie diese gegen das bisher punktlose Schlusslicht kassierten. „Es kommt einem Debakel gleich“, sagte Kastening. MT-Trainer Parrondo stellte fest: „Es ist der schlechteste Augenblick, seitdem ich hier bin. Bei der Niederlage gegen Magdeburg und dem Unentschieden in Göppingen haben wir gekämpft, aber heute nicht. Es fehlte die Intensität, ohne die geht es in der Bundesliga nicht.“ Diese Einschätzung teilt auch Kunkel: „Handball wird zu 60, 70 Prozent im Kopf entschieden. Die Einstellung ist das A und O.“

Einen Tag nach der Niederlage entschuldigte sich die Mannschaft in einer Mitteilung des Vereins. Dort wird Kapitän Kai Häfner wie folgt zitiert: „Das war eine Leistung, die nicht im entferntesten unseren eigenen Ansprüchen oder denen unserer Fans genügt. Wir haben den Unmut natürlich mitbekommen, der war aus Sicht der Zuschauer absolut verständlich. Wir möchten uns dafür nicht nur bei ihnen entschuldigen, sondern vor allem auch beim Verein und bei unserem Trainer, die wir in diesem Spiel enttäuscht haben.“

Bereits morgen ist die MT wieder gefordert. „Ab Donnerstag legen wir den Fokus auf Stuttgart. Wir haben die Chance, es besser zu machen – und das gerade hier zu Hause“, sagte Kunkel. Fehlen wird dann wohl weiter Finn Lemke. Nach der Partie sagte Parrondo über den Abwehrexperten: „Kommende Woche soll er langsam wieder ins Training einsteigen.“ (Manuel Kopp und Björn Mahr)

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