„Stuttgart ist wie eine schwarze Katze“

MT Melsungen erwartet drei Tage nach Minden-Pleite heute ab 15.30 Uhr Angstgegner TVB Stuttgart

Vor der nächsten schwierigen Aufgabe: die Melsunger Domagoj Pavlovic (linkes Bild), Michael Allendorf und Trainer Roberto Garcia Parrondo.
+
Vor der nächsten schwierigen Aufgabe: die Melsunger Michael Allendorf und Trainer Roberto Garcia Parrondo.

In der Handball-Bundesliga erwartet die MT Melsungen heute ab 15.30 Uhr in der Kasseler Rothenbach-Halle Angstgegner TVB Stuttgart.

Kassel – Seit 2018 spielt Domagoj Pavlovic für die MT Melsungen. Seit 2018 darf sich der kroatische Handball-Nationalspieler somit als Bundesliga-Profi bezeichnen. Dass er in diesem Zeitraum noch nicht ein einziges Mal einen Erfolg gegen Rekordmeister THW Kiel feierte, ist eher keine Überraschung. Was allerdings sehr wohl überraschend ist: Über einen Sieg gegen den TVB Stuttgart – zumeist in der unteren Tabellenhälfte zu finden – konnte sich der 28 Jahre alte Mittelmann bislang auch noch nicht freuen.

Sechs Partien gab es – fünfmal gewannen die Schwaben. Im Juni dieses Jahres musste sich die MT trotz Führung kurz vor Schluss noch mit einem 26:26 begnügen.

„Stuttgart ist wie eine schwarze Katze“, sagt Spielmacher Pavlovic über einen ungeliebten Gegner. Heute ab 15.30 Uhr (Sky) haben er und seine Kollegen in der Kasseler Rothenbach-Halle die Chance, die Negativserie gegen den TVB zu stoppen. Noch wichtiger jedoch: Die Melsunger müssen eine gute Antwort auf den erschreckend schwachen Auftritt vom Mittwoch geben, als sie dem bis dahin punktlosen Tabellenletzten GWD Minden 25:29 unterlagen. „Ich erwarte zwei Punkte – Hauptsache, wir haben ein Tor mehr als der Gegner“, betont Pavlovic.

MT-Mittelmann: Domagoj Pavlovic.

Der große Respekt der Nordhessen vor dem Kontrahenten aus Süddeutschland ist eine Folge mehrerer ernüchternder Ergebnisse in der jüngeren Vergangenheit. „Die Stuttgarter haben immer Spieler dabei, die außerordentlich gut sind“, warnt Linksaußen Michael Allendorf. Einer, der über besondere Fertigkeiten verfügt, ist nach überstandenem Daumenbruch gerade erst ins TVB-Team zurückgekehrt: der torgefährliche Halbrechte Viggo Kristjansson aus Island.

Allendorf weiß aber auch: Der Mann, der bei den vergangenen Duellen oft den Unterschied gemacht hat, trägt nicht mehr das Stuttgarter Trikot: Torwart Johannes Bitter, der nun wieder die Nummer eins beim HSV Hamburg ist.

Zudem heißt der Trainer bei den auch als TV Bittenfeld bekannten Gästen nicht mehr Jürgen Schweikardt. Der 41-Jährige konzentriert sich bei den Schwaben nur noch auf seine Aufgabe als Geschäftsführer. Sein Nachfolger als Coach ist Roi Sanchez – ein Spanier und damit Landsmann von MT-Trainer Roberto Garcia Parrondo. Allerdings hatten die beiden Handball-Lehrer in ihrer Karriere noch nichts miteinander zu tun. Dafür ist Sanchez den Melsunger Profis Timo Kastening und Kai Häfner wohl bekannt. Denn der Iberer war früher Co-Trainer in Hannover und noch dazu für die A-Jugend der Burgdorfer zuständig, ehe er sich zuletzt um die Reserve des FC Barcelona kümmerte.

Sanchez muss auf die verletzten Rückraumakteure Jerome Müller sowie Max Häfner, Bruder von Kai Häfner, verzichten. Dennoch steckt einiges an Qualität im Kader der Gäste. Mit dem ehemaligen Magdeburger Torwart und Bitter-Ersatz Tobias Thulin sowie dem ungarischen Mittelmann Egon Hanusz wurde die Mannschaft hervorragend verstärkt. „Stuttgart hat immer noch eine richtig gute Mannschaft“, sagt Pavlovic.

Der Fokus der MT muss jedoch nach dem eklatanten Auftritt gegen Minden erst einmal auf der eigenen Leistung liegen. „Wir haben nun die Situation, die wir nicht haben wollen“, bedauert Allendorf, „der Druck ist schon wieder total hoch.“ Und das ausgerechnet vor der Partie gegen den Angstgegner. (Björn Mahr)

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.