„So spielen, als ginge es gegen Kiel“

Melsungen erwartet heute HSC Coburg – ein Blick auf große und kleine Probleme der MT

Melsungens Rechtsaußen Timo Kastening ist hier beim Heimspiel Anfang November gegen Nordhorn-Lingen zu sehen.
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Zurzeit besonders treffsicher: Melsungens Rechtsaußen Timo Kastening, hier beim Heimspiel Anfang November gegen Nordhorn-Lingen.

Heute empfängt die MT Melsungen ab 19 Uhr in der Handball-Bundesliga Aufsteiger HSC 2000 Coburg. Wir blicken vorab auf die großen und die kleinen Probleme der MT.

Kassel – Mehr als einen Monat ,lang war Handball-Profi Domagoj Pavlovic nicht in der Kasseler Rothenbach-Halle. Sein letzter Auftritt: beim Bundesliga-Heimsieg der MT Melsungen am 1. November gegen Nordhorn-Lingen. Danach reiste er direkt zum Lehrgang der kroatischen Nationalmannschaft.

Nur Zuschauer: Domagoj Pavlovic.

Was er damals nicht geahnt hat – dass er das Spielfeld in der Halle auf dem Messegelände nicht mehr so schnell betreten wird. Kurz nach seiner Rückkehr musste das gesamte MT-Team in eine 14-tägige Quarantäne – und als die Melsunger wieder spielen durften, zog sich Pavlovic im Training einen Bänderanriss zu und fiel aus. Frühestens im Februar wird er seiner Mannschaft wieder zur Verfügung stehen.

Beim Heimspiel der MT heute ab 19 Uhr gegen Aufsteiger HSC 2000 Coburg sitzt „Domba“ zumindest auf der Tribüne und drückt Chefcoach Gudmundur Gudmundsson, Co-Trainer Arjan Haenen und den Kollegen die Daumen. Da der verletzte Spielmacher regelmäßig zu den Melsunger Übungseinheiten in die Stadtsporthalle kommt und mit Athletikcoach Florian Sölter schon am Comeback arbeitet, ist Pavlovic nach wie vor nah an der Mannschaft. „Ich rede viel mit Gudmi und Ari. Wenn ich nach meiner Meinung gefragt werde, helfe ich gern und gebe Tipps“, sagt der 27-Jährige. „Es ist egal, wer am Donnerstag der Gegner ist. Wir müssen zeigen, dass wir die MT Melsungen sind.“

Liveradio mit Co-Kommentator Andre Sperl

Vom Spiel der MT heute ab 19 Uhr gegen den HSC 2000 Coburg bieten wir ein Liveradio und einen Ticker an. Beim Radio erhält Maximilian Bülau heute prominente Unterstützung vom früheren Melsunger Zweitliga-Kapitän André Sperl. Den Ticker betreut Frank Ziemke. www.hna.de

Pavlovic hofft, dass das Team trotz diverser Sorgen und Nöte einen leidenschaftlichen Auftritt hinlegen wird – so wie Ende November beim 33:32 gegen den Bergischen HC. Wir blicken vor der Partie der Nordhessen gegen Coburg auf die großen und kleinen Probleme der MT:

Die großen Probleme: 1. Die fehlende Breite im Kader: Nach dem Ausfall des Kroaten Pavlovic stellt sich der Rückraum zurzeit fast von selbst auf: Julius Kühn, Lasse Mikkelsen und Kai Häfner. Nur punktuell können Stefan Salger und Youngster Ole Pregler für Entlastung sorgen. Mit Pregler und Paul Kompenhans sind zwei 18-Jährige dabei. „Ole muss einen Schritt nach dem anderen machen“, betont Gudmundsson. Er stellt dem Eigengewächs aber für heute weitere Einsatzzeiten in Aussicht. Zumal einige MT-Spieler angeschlagen sind.

Vor weiteren Einsatzzeiten: Ole Pregler.

2. Die Folgen der Quarantäne: Fast drei Monate umfasste die Vorbereitungszeit der Melsunger auf diese schwierige Saison. Sie war so angelegt, dass die Mannschaft kräftemäßig gut durch den Dezember kommt. Allerdings hat die zweiwöchige Zwangspause im November das Team total aus dem Rhythmus gebracht. In der offensiven 6:0-Abwehr, die manchmal eher wie eine 3:2:1--Deckung angeordnet ist, mangelt es noch an der Kompaktheit vom Beginn der Runde.

3. Der Gegner Coburg: Zwar stehen die Franken noch ohne Punkt am Tabellenende, aber die Gäste besitzen durchaus Qualität. „Das wird nicht leicht“, warnt Arjan Haenen. Und Gudmundsson ergänzt: „Die Coburger haben immer starke Phasen im Spiel.“ Allein der Rückraum mit Pouya Norouzi, Drasko Nenadic und Pontus Zetterman ist zu beachten. Torwart Konstantin Poltrum ist schon jetzt eine Entdeckung der ersten Saisonhälfte. „Gegen Coburg musst du so spielen, als ginge es gegen Kiel“, erklärt Abwehrstratege Felix Danner. Beim HSC fehlt allerdings Kapitän Andreas Schröder.

Die kleinen Probleme: 1. Die Besetzung der Außenpositionen: Wenn Gudmundsson zurzeit in einem Bereich die Qual der Wahl hat, dann ist es auf Außen. Denn so wie auf Timo Kastening und Tobias Reichmann auf Rechts Verlass ist, so entwickelt auch die linke Seite viel Torgefahr. Zurzeit hat Yves Kunkel die Nase vorn vor Michael Allendorf. „Wenn es bei einem gut läuft“, stellt Gudmundsson klar, „dann lasse ich ihn natürlich auf dem Feld.“

2. Das Angriffsspiel: 33 Treffer gegen den BHC, 30 Tore in Berlin – den Melsungern fällt es zurzeit nicht so schwer, sich Chancen zu erarbeiten und diese auch zu nutzen. Nur die Zahl der technischen Fehler ist zu hoch. (Björn Mahr)

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