Sieg im Verfolgerduell

30:27 gegen Göppingen – MT Melsungen behält die Nerven

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In Wurfposition: Melsungens Roman Sidorowicz kommt zum erfolgreichen Abschluss. Rechts im Bild: Teamkollege Felix Danner.

Der THW Kiel kann kommen. Handball-Bundesligist MT Melsungen hat vier Tage vor dem Schlagerspiel (Donnerstag, 19 Uhr, Kassel) gegen den Rekordmeister das Verfolgerduell beim heimstarken Team von Frisch Auf Göppingen mit 30:27 (18:11) gewonnen. Unser Schnellcheck:

Was bedeutet dieser Sieg für die MT? 

Sehr viel. Zum einen gelang es den Nordhessen, den Vorsprung auf Göppingen auszubauen. Zum anderen schloss die MT nach Punkten zum Fünftplatzierten Füchse Berlin auf.

Gab es personelle Überraschungen? 

Ja, bei Göppingen fehlte der Ex-Melsunger Jens Schöngarth im Aufgebot. Der 30-Jährige musste wegen einer im Training erlittenen Fußverletzung passen. Auf der Gegenseite war erstmals Michael Allendorf nach langer Pause wieder dabei.

Blieb es in der Halle denn still? 

MT-Kreisläufer Felix Danner hatte im Vorfeld des Spiels dies als ein Ziel ausgegeben – und die Nordhessen schafften es mit einer couragierten Vorstellung, dass die Arena nicht zum gefürchteten Hexenkessel wurde. Das 0:1 durch Ivan Sliskovic (5.) war der einzige Rückstand der Gäste im gesamten Spiel. „Wir waren voll fokussiert und sind auch sehr clever aufgetreten“, lobte Trainer Heiko Grimm seine Mannschaft.

Wodurch zeichnete sich das MT-Spiel aus? 

Durch mannschaftliche Geschlossenheit. Kein Akteur versteckte sich – alle wollten ihren Anteil an einem gelungenen Nachmittag haben. So spielten die Melsunger ihre Klasse in der Abwehr und im Gegenstoß aus. Drei Konter, drei Tore durch Yves Kunkel (2) und Tobias Reichmann – 5:1 stand es nach zehn Minuten. Zudem war Nebojsa Simic ein starker Rückhalt für sein Team. Kein Wunder also, dass die Nordhessen durch Tore von Reichmann (2), Kunkel, Roman Sidorowicz und Michael Müller von 12:9 auf 17:9 davonzogen . Kam noch einmal Spannung auf? Ja – und das schneller als gedacht. Nachdem Göppingens Coach Hartmut Mayerhoffer auf eine offensive Deckung umgestellt hatte, bekam die MT zunehmend Probleme und agierte in einigen Phasen viel zu hektisch. So schmolz der Vorsprung fast minütlich. Bei den Hausherren drehte das große deutsche Talent Sebastian Heymann auf. In der 48. Minute war der Ausgang völlig offen – Josip Peric gelang das 24:24. In einer Auszeit blieb Grimm ruhig und vermittelte die nötige Zuversicht: „Ich war mir auch sicher, dass Göppingen nicht die zweite Hälfte mit acht Toren gewinnen würde.“

Welches Team behielt in der Schlussphase die Nerven? 

Ganz klar: die Melsunger Mannschaft. Grimms Team fiel trotz der zwischenzeitlichen Schwächephase nicht auseinander. Lasse Mikkelsen war ein umsichtiger Spielgestalter, und der eingewechselte Johan Sjöstrand wehrte einige schwierige Würfe ab. Nach dem 30:26 von Sidorowicz war das Verfolgerduell zugunsten der Gäste entschieden.

Gab es einen Mann des Tages? 

Eigentlich war es ja ein Sieg des Melsunger Kollektivs. Doch ein Spieler verdiente ein Sonderlob: Rechtsaußen Tobias Reichmann war mit zehn Treffern bester Werfer der MT. Spektakulär war vor allem, wie er in der 57. Minute aus spitzem Winkel das Leder dem Torwart Primoz Prost über den Kopf zum 29:26 ins lange Eck legte.

Wie war die Übertragung bei Sky? 

Der Bezahlsender beschäftigte sich intensiv mit den diversen Gerüchten, die rund um das MT-Team kursieren. Was wird aus den Müller-Zwillingen? Kommt Kai Häfner aus Hannover? Die erhofften Antworten auf diese Fragen bekamen die Sky-Reporter nicht. So konzentrierte sich Kommentator Dennis Baier ganz auf das hart geführte Spiel – er analysierte treffend: „Der Kampf um die Europacup-Ränge hat schon eine besondere Note.“

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