Trainer Gudmundsson ist zurück

MT Melsungen: Für Lasse Mikkelsen schließt sich der Kreis in Stuttgart

Zum letzten Mal im MT-Trikot: Lasse Mikkelsen bestreitet sein letztes Spiel für Melsungen am Sonntag in Stuttgart. Im Hintergrund ist Domagoj Pavlovic zu sehen.
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Zum letzten Mal im MT-Trikot: Lasse Mikkelsen bestreitet sein letztes Spiel für Melsungen am Sonntag in Stuttgart. Im Hintergrund ist Domagoj Pavlovic zu sehen.

Nach einer für ihn schwierigen Saison mit nur wenig Einsatzzeiten blühte Lasse Mikkelsen am Mittwochabend noch einmal richtig auf.

Kassel - Bei der 32:35-Heimniederlage der MT Melsungen gegen die Füchse Berlin glänzte der 33 Jahre alte Spielmacher in der zweiten Halbzeit mit seinen Anspielen und fünf Treffern. Zum Vergleich: Insgesamt kommt er jetzt auf 15 Saisontore.

Nach vier Jahren in Nordhessen bestreitet der Däne morgen nun sein letztes Spiel für die MT. Dann steht in der Handball-Bundesliga der letzte Spieltag an – und die Melsunger sind in der Porsche-Arena beim TVB Stuttgart (15.30 Uhr/Sky) zu Gast. Genau dort, wo Mikkelsen vor vier Jahren auch sein Liga-Debüt im MT-Trikot gab. Der Kreis schließt sich in Stuttgart.

„Das ist schon kurios. Es würde mich freuen, wenn es mit einem Sieg endet“, sagt er. Im Sommer 2017 kam Mikkelsen vom dänischen Klub Skjern Handbold nach Melsungen. Das ist der Verein, zu dem er nun zurückkehrt. Auf seine Zeit in Nordhessen blickt er überwiegend positiv zurück. „Wir haben uns als Familie hier sehr gut entwickelt“, sagt der MT-Spielmacher. „Bis einschließlich September 2020 lief alles richtig gut. Dann habe ich keine Rolle mehr gespielt. Es war quasi von 100 auf null.“ Der Leistungsträger der vergangenen Jahre wurde zum Wasserträger. Unter Trainer Gudmundur Gudmundsson spielte er kaum noch eine Rolle, saß meist auf der Bank. „Aber das ist Teil des Sports“, hat sich Mikkelsen damit abgefunden und fügt hinzu: „Ich bin froh, dass ich eine andere Lösung gefunden habe. Ich möchte einfach Handball spielen.“ Nun geht es zurück nach Dänemark – zu Skjern Handbold, wo er bis zu seinem Wechsel nach Melsungen schon sechs Jahre spielte. „Ich weiß, wie dort alles funktioniert. Sie haben eine gute Mannschaft“, sagt der Rückraumspieler.

Aber was bleibt ihm aus seiner Zeit in Nordhessen in guter Erinnerung? „Die Geburt meiner Tochter Freja“, sagt Mikkelsen. Das jüngste seiner drei Kinder wurde am vergangenen Montag zwei Jahre alt. Aus sportlicher Sicht erinnert er sich gern an den Sieg zu Hause gegen Kiel und verschiedene Spiele gegen die Rhein-Neckar Löwen, Magdeburg und Berlin. Vor allem an den 33:30-Heimerfolg im Viertelfinale des DHB-Pokals gegen die Füchse im Dezember 2019 – dadurch zog die MT ins Final Four in Hamburg ein.

Eine besondere Beziehung baute Mikkelsen zu Felix Danner, der nach der Saison zur HSG Wetzlar wechselt, auf. Schließlich waren sie vier Jahre lang Nachbarn in einem Doppelhaus in Melsungen. Die Familien verstehen sich gut, die Kinder der beiden MT-Profis spielen häufig zusammen. Am Mittwoch hatten Mikkelsen und Danner nach dem letzten Heimspiel gegen Berlin schon eine emotionale Verabschiedung vom Verein vor 1000 Fans bekommen. „Es ist schon besonders, dass wir beide jetzt gleichzeitig gehen“, sagt Mikkelsen und fügt hinzu: „Ich verstehe nicht, dass Felix Danner gehen muss. Er ist auch mit 35 Jahren noch ein Top-Profi.“

Übrigens: Bei Mikkelsen Bundesliga-Debüt mit der MT in Stuttgart im August 2017 gab es eine überraschende 27:29-Niederlage. Seine Melsunger Zeit soll nun aber mit einem Sieg enden.

Gudmundsson ist zurück

Wenn die MT Melsungen morgen (15.30 Uhr) beim TVB Stuttgart antritt, dann ist auch Trainer Gudmundur Gudmundsson wieder dabei. Der Coach fehlte bei den Partien in Lemgo und gegen Berlin, weil er wegen einer ernsten Familienangelegenheit in seine Heimat Island gereist war. Gestern leitete er bereits wieder das Training. Nach einer weiteren Einheit heute fährt die Mannschaft los nach Stuttgart. Ein Fragezeichen steht hinter dem Einsatz von Kapitän und Abwehrchef Finn Lemke, der bei der 32:35-Heimniederlage am Mittwoch gegen Berlin angeschlagen raus musste. Er hatte das Knie eines Gegenspielers in die Hüfte bekommen. 

(Manuel Kopp und Björn Mahr)

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