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MT Melsungen gastiert bei GWD Minden: Timo Kastening und Heimatgefühle

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Von: Björn Mahr

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Eine Szene aus dem Hinspiel: Melsungens Rechtsaußen Timo Kastening (mit Ball) versucht, Mindens starken Torwart Malte Semisch zu überwinden. Rechts im Bild: GWD-Stratege Niclas Pieczkowski.
Eine Szene aus dem Hinspiel: Melsungens Rechtsaußen Timo Kastening (mit Ball) versucht, Mindens starken Torwart Malte Semisch zu überwinden. Rechts im Bild: GWD-Stratege Niclas Pieczkowski. © Andreas Fischer

Rechtsaußen Timo Kastening gastiert mit Handball-Bundesligist MT Melsngen heute bei GWD Minden – als Kind war er oft in der Kampa-Halle.

Kassel – Seine ersten Handballspiele in der Bundesliga besuchte Timo Kastening bereits im Grundschulalter. Mit der Familie ging es aus dem niedersächsischen Bad Nenndorf-Riepen oft ins nur gut 30 Kilometer entfernte Minden – in die Kampa-Halle. Damals bestaunte Kastening die Qualitäten von GWD-Spielern wie Thomas Axner, Mike Bezdicek, Arne Niemeyer und Aaron Ziercke. „Die Spielstätte ist eine der traditionsreichsten Hallen“, sagt er. Zwar hat Kastening nie für den westfälischen Traditionsklub GWD Minden gespielt, eine besondere Beziehung baute er aber dennoch auf. Einen guten Kontakt pflegt er nach wie vor zum früheren Manager Horst Bredemeier, der zumindest noch dem Gesamtverein vorsteht und als Gesellschafter fungiert.

„Es ist für mich ein Klub aus der Heimat, auf den hab ich immer ein Auge“, betont der 26 Jahre alte Profi der MT Melsungen. Zumal er als Jugendlicher seine Handball-Schuhe immer beim Sportladen Meisolle im Stadtteil Dankersen gekauft hat. Heute ist Rechtsaußen Kastening wieder in Minden zu Gast. Mit der MT möchte er ab 19.05 Uhr in der Kampa-Halle den dritten Sieg in Folge feiern.

„Ich habe oft gute Erfahrungen mit GWD gemacht, mit Ausnahme unseres Hinspieles“, sagt der Melsunger Nationalspieler. Im November setzte es für ihn und sein Team in der Kasseler Rothenbach-Halle eine schmerzhafte 25:29-Niederlage – die schlechteste Leistung der MT-Mannschaft, seitdem Trainer Roberto Garcia Parrondo bei den Nordhessen an der Außenlinie das Kommando hat.

„Die Mindener geben von der ersten bis zur letzten Sekunde alles. Sie spielen eine sehr aggressive Deckung, und im Angriff haben sie viele Optionen“, warnt der Spanier vor dem kommenden Gegner. Insbesondere Mohamed Darmoul und Niclas Pieczkowski, der genauso wie die Melsunger Profis Kai Häfner, Julius Kühn, Tobias Reichmann und Finn Lemke sowie Mindens Schlussmann Carsten Lichtlein zu den deutschen EM-Helden von 2016 zählt, sind gefährliche Strategen in der Mannschaft von Coach Frank Carstens.

Allerdings können die Gastgeber nicht in Bestbesetzung antreten. So fehlen weiterhin Max Staar, Maximilian Janke, Christoph Reißky, Doruk Pehlivan sowie Miljan Pusica. Immerhin sollen Lucas Meister und Joshua Thiele in den Kader zurückkehren.

Die personelle Situation gestaltet sich bei der MT zurzeit ähnlich schwierig. Neben den langzeitverletzten Finn Lemke und Domagoj Pavlovic müssen jetzt coronabedingt noch die Rückraumakteure Andre Gomes und Alexander Petersson sowie Nachwuchshoffnung Paul Kompenhans passen. Dadurch werden die Melsunger Talente Manuel Hörr, Julian Fuchs und der am Dienstag 20 Jahre alt gewordene David Kuntscher ins Aufgebot rücken. Ein Einsatz von Reichmann, der sich bereits vor der Partie gegen HBW Balingen-Weilstetten (28:21) in Isolation begeben hatte, wird sich erst heute vor der Abfahrt am Vormittag entscheiden.

Gegen die Gallier von der Alb wurde er schmerzlich vermisst, weil Kastening auf der rechten Außenbahn nicht die gewohnte Abschlussstärke zeigte. „Es war ein ganz schlechtes Spiel von mir“, sagt der Ex-Hannoveraner selbstkritisch, „jetzt muss ich wieder die PS auf die Straße bringen.“

Vielleicht hilft es ihm, dass seine Eltern und ein paar Freunde auf der Tribüne die Daumen drücken werden – in der Kampa-Halle, die er bereits als Kind kennenlernen durfte. (Björn Mahr)

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