Linksaußen Yves Kunkel gastiert bei seinem Ex-Klub

Handball-Bundesligist MT Melsungen und ein besonderes Gastspiel in Minden

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Ein spannender Abend im Mai 2015: Melsungens Felix Danner (Mitte) setzt sich hier in der Kampa-Halle gegen den damaligen GWD-Verteidiger Nils Torbrüg ge (Nummer 18) durch. Links im Bild zu sehen: Yves Kunkel (mittlerweile bei der MT). Das Duell endet 25:25. 

Es könnte das letzte Mal sein, dass Linksaußen Yves Kunkel am Donnerstag ab 19 Uhr mit der MT Melsungen in der Mindener Kampa-Halle antritt. Denn die Heimspielstätte des Bundesligisten GWD wird zum Jahresende geschlossen – aus bau- und brandschutzrechtlichen Gründen, wie es im Fachjargon heißt.

Nach der EM-Pause im Januar muss Altmeister Minden seine Partien in der Kreissporthalle im benachbarten Lübbecke austragen. „Das wird für Mannschaft und Fans eine große Umstellung werden“, stellt Kunkel fest. Was der 25-Jährige damit sagen will – der Heimspielcharakter geht verloren. Kunkel muss es wissen: Er wurde in Minden zum Bundesligaspieler. Von 2013 bis 2015 stand er bei GWD unter Vertrag. „Gerade in den Derbys gegen Lemgo und Lübbecke wurde die Kampa-Halle zu einem richtigen Hexenkessel“, erinnert sich der gebürtige Saarländer, der zu seinen Mindener Zeiten nur gut drei, vier Kilometer von der Spielstätte entfernt lebte. Unvergessen ist für ihn eine Partie gegen Berlin. Am 24. September 2014 gewannen die Grün-Weißen 30:21 gegen die ambitionierten Füchse. „Da ist fast das Dach weggeflogen“, sagt Kunkel.

Er würde es sehr bedauern, wenn die Kampa-Halle für immer als Spielort verschwindet. „Sie ist ein echter Begriff in der Handball-Bundesliga“, verdeutlicht der Melsunger Profi. Die GWD-Verantwortlichen hoffen noch auf eine Modernisierung der Mehrzweckhalle, die 1970 eröffnet wurde. Es gibt allerdings auch Ideen für den Bau einer Multifunktionsarena. An einer Lösung für die nächste Saison wird bereits intensiv gearbeitet.

Vor dem Auftritt der MT in Minden blicken wir auf besondere Duelle der beiden Mannschaften – nicht nur in der Kampa-Halle.

Der Pokalkrimi

Kurz vor Weihnachten im Jahr 1995: Zweitligist Melsungen hat GWD Minden in der heimischen Stadtsporthalle zu Gast – und wirft kurz nach dem TuS Nettelstedt (später Lübbecke) den nächsten ostwestfälischen Bundesligisten aus dem Pokalwettbewerb. Mit einem 34:33 nach Verlängerung ziehen die Nordhessen ins Viertelfinale ein. Dabei sind Laisvidas Jankevicius (8) und René Croy (6) die besten Schützen der Melsunger. Kuriosum am Rande: Bei den Gästen glänzt Robert Hedin, späterer Bundesliga-Coach der MT.

Der Ausfall Roths

Im Mai 2015 muss die MT beim Auswärtsspiel in Minden improvisieren. Da Chefcoach Michael Roth erkrankt fehlt, übernimmt Heiko Grimm das Kommando an der Seitenlinie. Der Melsunger Aushilfsspielmacher, kurzfristig aus der Schweiz für den Langzeitverletzten Patrik Fahlgren geholt, betreut das Team zusammen mit dem damaligen Torwarttrainer Mile Malesevic und Manager Axel Geerken. Sie erleben einen Handball-Krimi. In der Schlussminute scheitert MT-Routinier Michael Müller zunächst an Jens Vortmann. Minden geht mit einem zusätzlichen Feldspieler in den letzten Angriff der Partie. Den Wurf von Dalibor Doder pariert jedoch Tormann Mikael Appelgren. Es bleibt beim 25:25. Bei der MT zeichnen sich Momir Rnic (6), Nenad Vuckovic und Müller (5) als Schützen aus. Auf der Gegenseite präsentiert sich ein gewisser Yves Kunkel mit neun Treffern in überragender Torlaune.

Das MT-Debakel

Am 14. Oktober 2018 zeigt die MT einen über weite Strecken leblosen Auftritt in Minden und verliert vollkommen logisch 27:32. Das Ergebnis schmeichelte den Melsungern sogar noch – denn früh lagen sie 5:11 hinten. Der schwache Auftritt bleibt nicht ohne Folgen: Tags darauf setzt die MT eine Krisensitzung an. Diese verfehlt nicht ihre Wirkung. Wiederum nur 24 Stunden später gewinnt Melsungen im Pokal in Wetzlar 28:20.

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