Melsunger gastieren heute in Ludwigshafen

Scheidender MT-Profi Arjan Haenen: Langsam zählt man die Spiele

+
Gutes Wurfrepertoire: Melsungens Arjan Haenen (vorn) kommt hier vor dem Lemgoer Christian Klimek zum Abschluss. Im Hintergrund: MT-Kollege Felix Danner. 

Kassel. Das Ende seiner Profi-Karriere neigt sich dem Ende entgegen. Wenn die MT Melsungen am Donnerstag ab 19 Uhr (Sky) bei den Eulen Ludwigshafen gastiert.

Dann wird Rechtsaußen Arjan Haenen zum voraussichtlich viertletzten Mal zu einem Spiel in der Handball-Bundesliga auflaufen. Der Niederländer wird in der kommenden Serie Co-Trainer von Chefcoach Heiko Grimm und soll dann nur noch in der zweiten Mannschaft in der Oberliga eingesetzt werden.

„Du zählst zwar schon die Spiele. Das Laufbahnende ist aber irgendwie noch nicht so richtig greifbar“, sagt Haenen. Auf jeden Fall möchte der 30-Jährige auch als Grimms Assistent noch ein bisschen mittrainieren – er fühlt sich noch gut. Seine Qualitäten wird er in Ludwigshafen noch mehr unter Beweis stellen können als in vielen Spielen zuletzt. Durch den Ausfall von Tobias Reichmann (Kapselverletzung) darf Haenen auf Rechtsaußen beginnen.

„Ich weiß, was ich zu tun habe“, erklärt der frühere Lemgoer selbstbewusst. Als Reichmann beispielsweise am 1. März in Kiel ausgefallen war, erwies sich Haenen auch als zuverlässiger Ersatz und gab Einblicke in sein großes Wurfrepertoire. Das nimmt er sich auch für die Begegnung bei den Kurpfälzern vor. Überhaupt ist der schnelle Holländer noch vom Ehrgeiz gepackt. Er erwartet noch einige Punktgewinne in dieser Spielzeit. Auch gegen einen Sieg zum Rundenabschluss am 3. Juni in Magdeburg hätte Haenen nichts einzuwenden. „Dort habe ich während meiner Karriere nur einmal unentschieden gespielt“, sagt der 1,80 m große ehemalige Nationalspieler.

Haenen könnte sogar einen Titelgewinn vorweisen. 2010 gewann der TBV Lemgo den EHF-Pokal, und der Niederländer wurde einmal anstelle des verletzten Mark Schmetz nominiert. Der 30-Jährige sagt selbst: „Ich habe aber viel zu wenig gespielt, als dass ich mich Europacupsieger nennen würde.“ Aus seiner Zeit bei den Lippern ist ihm vor allem der 27:21-Heimsieg zum Serienstart 2014/15 gegen den THW Kiel in Erinnerung geblieben. Allerdings wäre er mit dem TBV nach dieser Saison fast abgestiegen.

Doch Haenen sicherte den Lemgoern in der Rückrunde einen wichtigen Punkt, als er einen Siebenmeter in der Schlusssekunde verwandelte und das 32:32 perfekt machte. Der damalige Gegner? Die Eulen aus Friesenheim.

„Ari ist ein sehr guter Außen“, lobt Grimm seinen Schützling und zukünftigen Assistenzcoach. Als bekanntgegeben wurde, dass Haenen Co-Trainer bei den Profis wird, bekam der Niederländer aus der Mannschaft und von den Fans „nur positive Rückmeldungen“. Der 30-Jährige räumt allerdings ein, dass die Situation schon etwas kurios sei. Klar, die Müller-Zwillinge, Felix Danner, Michael Allendorf und Johan Sjöstrand sind älter als er.

„Ich weiß mich aber zu behaupten“, betont Haenen. Der Niederländer genießt wegen seiner mannschaftsdienlichen Art viel Respekt bei den Kollegen. Philipp Müller soll sogar bereits gefragt haben, ob Haenen trotz neuer Rolle sein Zimmerkollege bleiben kann.

MT bangt noch um Allendorf

Die MT muss neben Finn Lemke (muskuläre Probleme) und Tobias Reichmann (Knieprobleme) möglicherweise auch Michael Allendorf ersetzen. Der Linksaußen laboriert an einer Kapselverletzung an der Wurfhand. Sein Einsatz in Ludwigshafen entscheidet sich erst heute vor dem Spiel (ab 19 Uhr) in der Friedrich-Ebert-Halle. Wenn Reichmann und Allendorf ausfallen sollten, wäre das schon eine erhebliche Schwächung. „Beide waren wichtige Stützen gegen Erlangen“, sagt Heiko Grimm. 

Der MT-Trainer hat nach dem souveränen 32:21-Erfolg gegen die Franken rasch wieder die Euphorie gedämpft. Es gebe noch viel zu verbessern, erklärte Grimm seinem Team. Für einen Sieg gegen die Friesenheimer bräuchte seine Mannschaft eine „genau so gute Leistung wie gegen Erlangen“.

Das ist der Stand in der Handball-Bundesliga

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.