27-Jähriger bestreitet sein erstes Bundesligaspiel

MT Melsungen empfängt Tabellenführer: Neuzugang Roman Sidorowicz soll entlasten

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Wieder gemeinsam am Ball: Neuzugang Roman Sidorowicz (links) und MT-Trainer Heiko Grimm kennen sich bereits aus gemeinsamen Schweizer Tagen.

Die MT Melsungen empfängt heute um 19 Uhr den ungeschlagenen Tabellenführer SG Flensburg-Handewitt. Besonders im Blickpunkt steht dann Roman Sidorowicz, der Neuzugang der Nordhessen.

Geschichte wiederholt sich. Vor dreieinhalb Jahren ging die MT Melsungen personell auf dem Zahnfleisch. Damals im April 2015 stieß ein gewisser Heiko Grimm kurzfristig aus Luzern zur Mannschaft, um die Lücken im Rückraum zu stopfen. Inzwischen ist Grimm Trainer des Handball-Bundesligisten und maßgeblich dafür verantwortlich, dass die Nordhessen nun abermals in der Schweiz Hilfe gefunden haben. Roman Sidorowicz heißt der Mann, der angesichts der Melsunger Notlage im Rückraum für Entlastung sorgen soll.

Und das gleich gegen den Deutschen Meister. Gegen die SG Flensburg-Handewitt bestreitet der 27-Jährige heute in der bereits ausverkauften Rothenbach-Halle sein erstes Bundesligaspiel (19 Uhr/Sky). Logisch, dass ihn das nicht kalt lässt. „Ich freue mich tierisch, aber natürlich bin ich auch aufgeregt“, sagt Sidorowicz, der auf eine ereignisreiche Woche zurückblickt:

Der Anruf: Vor sieben Tagen klingelte sein Handy. Am Apparat: Heiko Grimm. „Ich kenne ihn ja von früher. Bei Amicitia Zürich haben wir zusammengespielt“, berichtet Sidorowicz. Der ehemalige Teamkollege fragte ihn, ob er bereit wäre, die MT zu unterstützen. „Natürlich war ich erst einmal perplex.“ Aber da es für Sidorowicz seit jeher ein Traum war, in der Bundesliga zu spielen, musste er für die Antwort nicht lange überlegen.

Die Anreise: Dann ging es ruckzuck. Am Samstag lief der Rückraum-Allrounder noch für Pfadi Winterthur in der ersten Schweizer Liga auf. Am Sonntag packte er seine wichtigsten Sachen. Und am Montag setzte er sich in Zürich in den Zug mit dem Reiseziel Kassel-Wilhelmshöhe. Von dort wurde er abgeholt und in eine möblierte Wohnung in Melsungen gebracht. „Mir gefällt es hier sehr gut“, sagt der 1,87 Meter große Handballer. Aber es werde noch eine Weile dauern, „bis ich komplett angekommen bin“. Immerhin besuchte ihn direkt seine Freundin Mjriam, um das Akklimatisieren in Nordhessen zu erleichtern. Was jetzt noch fehlt? „Ein Auto, um mir mehr ansehen zu können.“

Die Ankunft: Jede Menge Eindrücke prasselten auf den Blitzransfer ein. Gleich am Montag nach der Zugfahrt stand Sidorowicz schon in der Halle und absolvierte seine erste Trainingseinheit mit der MT-Mannschaft. „Die Jungs haben mich sehr gut empfangen“, sagt er. Für den wendigen und technisch versierten Spieler, der die Nummer 27 tragen wird, folgten dann vor allem theoretische Einheiten. „Er musste ja erst mal unsere Spielzüge kennenlernen. Aber er hat es taktisch gut im Griff“, berichtet Grimm.

• Die Aufgabe: Der Trainer sieht Sidorowicz als Ersatz für Domagoj Pavlovic. Heißt: Lasse Mikkelsen lenkt weiterhin das MT-Spiel aus der Mitte, der Neu-Melsunger soll vornehmlich auf den Halbpositionen zum Einsatz kommen. „Ich habe in den vergangenen Jahren genug Erfahrung gesammelt“, sagt der 46-fache Schweizer Nationalspieler.

Dass der Deutsche Meister zu Gast ist, findet Grimm gar nicht so schlimm: „Es ist das leichteste Spiel. Wir haben nichts zu verlieren.“ Sidorowicz fiebert seinem Debüt entgegen. Vor allem freut er sich auf die Atmosphäre in der Rothenbach-Halle. Dass das Kasseler Publikum für tolle Stimmung sorgen kann, habe er bereits vor dem Fernseher mitbekommen. Die MT-Fans werden dem Helfer in der Not sicherlich etwas von der Aufregung nehmen.

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