Ein Jungstar und seine Reisen

MT Melsungen gegen SG Flensburg-Handewitt: Wiedersehen mit Kreisläufer Johannes Golla 

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Macht auch im Trikot der SG Flensburg/Handewitt eine gute Figur: Johannes Golla (vorn, hier gegen Mads Mensah Larsen von den Rhein-Neckar Löwen). 

Handball-Bundesligist MT Melsungen empfängt am Donnerstag um 19 Uhr den Tabellenführer SG Flensburg-Handewitt in der Kasseler Rothenbach-Halle. Dann gibt es sein Wiedersehen mit Johannes Golla.

In seiner noch jungen Profi-Karriere ist Johannes Golla schon ganz ordentlich herumgekommen. Als der Kreisläufer noch beim Bundesligisten MT Melsungen unter Vertrag stand, ging es mit den ehemaligen Teamkollegen im EHF-Cup unter anderem nach Finnland, Spanien, Portugal und Frankreich. Sein erstes Europapokal-Tor warf Golla im November 2016 im kroatischen Rijeka gegen RK Zamet.

Damals waren solche Trips für das große Talent noch etwas Besonderes – jetzt trägt der 21-Jährige das Trikot der SG Flensburg-Handewitt und ist ständig in Europa unterwegs. Die Gruppenphase der Champions League lässt grüßen. An diesem Donnerstag geht es für ihn allerdings in der Bundesliga an einen Ort, den er gut kennt. Denn Golla gastiert dann ab 19 Uhr in der ausverkauften Kasseler Rothenbach-Halle und trifft auf sein Ex-Team Melsungen.

Dass er sich auf die Rückkehr an die alte Wirkungsstätte freut, daran lässt der Jungstar, gerade erst ins Allstar-Team der Bundesliga gewählt, keine Zweifel: „Ich war ja nicht nur Handball-Profi in Melsungen, sondern ich habe auch mein Abitur dort zu Ende gebracht. Ich habe viele schöne Erinnerungen an diese Zeit.“ Als Jugendlicher kam er aus Wiesbaden in die Stadt an der Fulda. Zuerst lebte er in Melsungen, später zog er nach Kassel um. Die MT hätte ihn gern behalten – aber Golla entschied sich dafür, beim Meister den nächsten Entwicklungsschritt zu versuchen.

Der Wechsel hat sich für ihn gelohnt – und das nicht nur, weil er mit der SG mit 30:0 Punkten an der Tabellenspitze thront. Trainer Maik Machulla gibt ihm regelmäßig Einsatzzeiten. „Ich bin sehr zufrieden. Ich bekomme von den etablierten Spielern auch viel Unterstützung“, betont Golla. Die Etablierten – damit sind vor allen Abwehrchef Tobias Karlsson sowie die Angriffsstrategen Jim Gottfridsson, Rasmus Lauge und Torjäger Holger Glandorf gemeint.

In den vergangenen Wochen war die Belastung für ihn und seine Mitstreiter wegen der Auftritte in der Königsklasse besonders hoch – Golla kann diesem Umstand nur Positives abgewinnen: „Wir waren viel zusammen. Die anderen Neuzugänge und ich sind nun richtig angekommen in Flensburg.“ Insgesamt ein halbes Dutzend neuer Spieler hatte der Meister im Sommer an die Förde gelockt – darunter den ehemaligen Wetzlarer Torwart Benjamin Buric. Von Verletzungen blieben die Norddeutschen bislang weitgehend verschont. Nur der norwegische Nationalspieler Göran Johannessen (Daumenbruch) muss einige Wochen pausieren.

Golla, der sich die Spielanteile mit den beiden Dänen Anders Zachriassen und Simon Hald teilt, überzeugte bislang in Defensive wie Offensive. Dabei traf er auf einige der besten Handballer der Welt. Zum ersten Mal überhaupt in seinem Leben kam er im November nach Paris und bekam es in Frankreichs Metropole mit Superstars zu tun – wie Mikkel Hansen, Thierry Omeyer, Luc Abalo und Sander Sagosen.

Die Europa-Tournee genießt Golla zwar, der damit verbundene Aufwand bleibt ihm aber nicht verborgen. Für die Partie im ungarischen Szeged war er mit den Flensburgern praktisch drei Tage auf Reisen.

Eher überschaubar sind die Strapazen beim Gastspiel in Kassel. Donnerstagabend kommt er mit der SG an der Fulda an, nach der Partie geht es zurück nach Flensburg. In der Rothenbach-Halle werden Golla nicht nur einige mitgereiste Fans des Spitzenreiters die Daumen drücken, sondern auch seine Eltern, die extra aus seiner Heimatstadt Wiesbaden anreisen werden und ihren Sohn nicht mehr so oft sehen wie früher. Klar, der 21-Jährige kommt jetzt noch mehr herum.

Den Spielplan der MT Melsungen für die Saison 2018/2019 finden Sie hier. 

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