Handball-Bundesligist Melsungen am Donnerstag gegen Erlangen

Vor Torwart Lichtleins Rekordspiel: MT-Profis erinnern sich an gemeinsame Zeiten

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Das war 2016: Julius Kühn (links) und Carsten Lichtlein, beide damals beim VfL Gummersbach, bei einem PR-Termin.

In der Kasseler Rothenbach-Halle wird Torwart Carsten Lichtlein zum alleinigen Rekordhalter: 619 Spiele in der Handball-Bundesliga. Spieler und Verantwortliche des Gegners MT Melsungen erinnern sich an gemeinsame Zeiten. 

Er ist eine absolute Ausnahmeerscheinung in der Handball-Bundesliga. Am Donnerstag ab 19 Uhr (Sky) wird Torwart Carsten Lichtlein vom HC Erlangen in Kassel sein 619. Bundesligaspiel bestreiten – dann ist er alleiniger Rekordhalter. Grundlage dafür sind jahrzehntelange Statistiken des Fachmagazins Handball-Woche.

Vor der Partie in der Kasseler Rothenbach-Halle bei der MT Melsungen haben wir Spieler und Verantwortliche des Gastgebers gefragt, was sie mit Lütti – so Lichtleins Spitzname – verbinden. Da sie schon alle mit ihm in einer Mannschaft gespielt haben, wissen sie sehr gut, wie der baumlange Schlussmann so tickt. Kaffeekonsum spielt dabei durchaus eine wichtige Rolle.

Timm Schneider (MT-Kreisläufer/einst Mannschaftskollege in Lemgo): Lütti ist ein super Typ und immer gut drauf. Eine Geschichte muss ich unbedingt erzählen. Es war ein Pfingstsonntag in Lemgo. Am Vorabend hatten wir ein Derby in Lübbecke gewonnen. Nach dem Spiel haben wir noch bis spät in die Nacht diesen besonderen Erfolg mit den Fans gefeiert. Schluss war erst um halb fünf. Bereits um halb acht habe ich wieder eine Nachricht von ihm bekommen. Er fragte, ob wir heute weiter feiern wollen. Ich habe die Nachricht allerdings erst um halb zehn gelesen. Später haben wir uns mit der Mannschaft wieder zum Grillen getroffen.

Julius Kühn (MT-Torjäger/früher Teamkollege beim VfL Gummersbach): Aufgrund seiner großen Erfahrung habe ich viel von ihm gelernt. Als es in Gummersbach nicht gut lief, hat Lütti trotzdem für gute Stimmung gesorgt. Zu fortgeschrittener Zeit hat er mich auch schon mal gefragt, ob wir noch etwas unternehmen wollen. Ein Nein hat er dabei nicht akzeptiert. Ein Bild habe ich aus unserer gemeinsamen Zeit besonders in Erinnerung: Er ist regelmäßig mit einer Tasse Kaffee in der Hand in Badelatschen durch die Kabine geschlurft. Lütti zeichnet sich dennoch durch eine hohe Professionalität aus. Seine Karriere ist beeindruckend.

Finn Lemke (MT-Kapitän/früher Teamkollege in Lemgo): Als ich noch neu in Lemgo war, gab es ein Schlagwurftraining – und Schlagwürfe kann ich leider bis heute nicht. Ich kann nur hart werfen. Und während dieser Einheit habe ich Lütti voll im Gesicht getroffen. Das war mir so unangenehm. Lütti war ja schon ein Torwart mit beachtlichem Renommee. Ansonsten erinnere ich mich vor allem daran, dass er immer der erste beim Frühstück war – und ich war schon früh dran.

Arjan Haenen (Melsunger Co-Trainer/über vier Jahre Teamkollege in Lemgo): Wir haben in Lemgo viel zusammen unternommen: Lüttis Familie war nicht dort, und ich lebte auch allein. So sind wir häufig zusammen essen gegangen oder haben uns mit Hendrik Pekeler zum Kaffeetrinken getroffen. Lütti ist für jeden Spaß zu haben. Ich weiß aber auch: Lütti kann nicht mal eine Minute still sitzen, er ist immer in Bewegung. Wie jeder Handball-Profi hat er auch einen Tick: Er macht viel mit Mimik. Bis heute ist er ein exzellenter Torwart.

Heiko Grimm (MT-Coach/früher Mannschaftskamerad in Großwallstadt und in der Nationalmannschaft): Lütti gehört zu meinen besten Freunden. Er war auch Gast auf meiner Hochzeit in Luzern. Uns verbindet eine besondere Beziehung. Denn wir waren beide noch ziemlich jung, als wir in Großwallstadt spielten. Hinzu kommt, dass seine Frau aus Kirchzell stammt – dort ist mein Heimatverein. Bei ihm weiß ich: Ihn musst du nicht zum Feiern motivieren. Wir freuen uns immer, wenn wir uns sehen.

Michael Allendorf (MT-Linksaußen/früher Teamkollege im Nationalteam): Lüttis Kaffeekonsum ist absolut außergewöhnlich. Wenn du mit ihm am Tisch bist, dann kam eine Kanne nach der anderen an.

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