MT-Klatsche in Kiel

MT Melsungen geht beim 26:38 in Kiel unter

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Ausgebremst: Melsungens Kai Häfner gegen die Kieler Patrick Wiencek (links) und Hendrik Pekeler.

Die Siegesserie der MT Melsungen hat in Kiel ein jähes Ende gefunden. Nach zuletzt sieben Erfolgen haben die Nordhessen beim THW am Donnerstag ein 26:38 (14:20)-Debakel erlebt.

Den dritten Platz ist die MT Melsungen los. Im Topspiel der Handball-Bundesliga kassierten die Nordhessen beim deutschen Rekordmeister THW Kiel eine schmerzhafte 26:38 (14:20)-Niederlage und fielen damit hinter den Titelfavoriten zurück. Vor 10 250 Zuschauern in der Sparkassen-Arena lief die Partie so gar nicht nach dem Geschmack der Gäste, die nach sieben Pflichtspielsiegen in Folge erstmals verloren.

„Wir müssen in Kiel so auftreten wie die Flensburger beim Nordderby“, hatte MT-Trainer Heiko Grimm im Vorfeld des Krachers gesagt, „die gewinnen zwar auch nicht immer, liefern dem THW aber stets einen großen Kampf.“ In der Theorie einfach, in der Praxis eine der schwierigsten Aufgaben, die man sich im harten Bundesliga-Geschäft vorstellen kann.

Ein Vergleich zu den Duellen, die der THW mit seinem schleswig-holsteinischen Rivalen in schöner Regelmäßigkeit hat, bot sich an. Denn schon ab der fünften Minute wurde es ein anderes Spiel: Kiels Superstar Domagoj Duvnjak foulte Torjäger Julius Kühn – und sah dafür die Rote Karte.

Das führte dazu, dass Duvnjaks Kollegen eine Trotzreaktion zeigten und Kühn fortan mit einem gellenden Pfeifkonzert bedacht wurde. Den nominellen Vorteil nutzte die MT zumindest bis zur elften Minute, um aus einem 2:5 eine 6:5-Führung zu machen. Kai Häfner (2), Finn Lemke und Michael Allendorf bescherten den Gästen die erste Führung.

Es hätte durchaus so positiv für die Nordhessen weiter gehen können – wenn sie etwas abgezockter gewesen wären. Doch sie vergaben zu viele Chancen gegen THW-Torwart Niklas Landin und leisteten sich darüber hinaus einige haarsträubende technische Fehler. Die logische Konsequenz: Der Gastgeber machte das, was er am besten kann – er überrollte seinen Gegner.

Das 10:10 durch Melsungens Stefan Salger war der letzte Gleichstand im ersten Abschnitt (16.). Danach setzte sich der Favorit immer weiter ab. Patrick Wiencek stellte auf 19:13. Dass Duvnjak fehlte, war den Hausherren nicht anzumerken. Bei den Melsungern war unterdessen längst Ernüchterung eingekehrt.

In Wetzlar war die MT Mitte Oktober eindrucksvoll ins Spiel zurückgekehrt – aber Kiel ist nicht Wetzlar. Trainer Heiko Grimm brachte nach der Pause Torwart Johan Sjöstrand für Nebojsa Simic. Auch im Angriff wurde umgestellt. Für den sichtlich entnervt wirkenden Kühn kam Domagoj Pavlovic. Allerdings machte die MT nach 40 Minuten den Eindruck, als sehne sie nur noch die Abfahrt aus Kiel herbei.

Die Abwehr fand nie zur Kompaktheit. Einzig Linksaußen Allendorf und Rückraumschütze Häfner sorgten dafür, dass es sich nicht ganz so schlimm anfühlte wie im September 2018. Damals verlor die MT 20:37. Dennoch geht auch der Abend des 31. Oktober 2019 als einer der bittersten in der Ära Grimm ein. Den Melsungern hätte zu Halloween auch keine Schminke mehr geholfen, um noch etwas Schrecken zu verbreiten. Der THW um seinen starken Torwart Landin war nicht mehr aufzuhalten. Torjäger Niclas Ekberg markierte in der 51. Minute vom Punkt das 35:21.

Die Melsunger haben nun neun Tage Zeit, die Pleite von Kiel zu verarbeiten. Dann geht es in Kassel gegen Leipzig – und natürlich auch ein bisschen um Wiedergutmachung.

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