Schnellcheck zum Spiel des nordhessischen Handball-Bundesligisten in Nürnberg

MT Melsungen geht beim HC Erlangen unter: 21:31

An ihm lag es nicht: Torwart Silvio Heinevetter (rechts, hier gegen Erlangens Nico Büdel) hielt in der ersten Hälfte sieben Bälle.
+
An ihm lag es nicht: Torwart Silvio Heinevetter (rechts, hier gegen Erlangens Nico Büdel) hielt in der ersten Hälfte sieben Bälle.

Nichts wurde es mit dem dritten Sieg im dritten Spiel. Schlimmer noch: Die Handballer des Bundesligisten MT Melsungen gingen beim HC Erlangen sang- und klanglos mit 21:31 (9:13) unter.

Kassel - Nichts wurde es mit dem dritten Sieg im dritten Spiel. Schlimmer noch: Die Handballer des Bundesligisten MT Melsungen gingen beim HC Erlangen sang- und klanglos mit 21:31 (9:13) unter. Unser Schnellcheck:

Gab es eine personelle Überraschung bei den Melsungern?

Ja. Dass Michael Allendorf nach überstandenem Muskelfaserriss wieder dabei sein würde, damit war nicht zu rechnen. Der Linksaußen sollte erst zum nächsten Heimspiel am kommenden Samstag gegen GWD Minden zurückkehren. Allerdings hatte Yves Kunkel am Samstag schon bei Instagram aus dem Hotel in Nürnberg gepostet, dass er sich erstmals in der noch jungen Bundesliga-Saison wieder ein Zimmer mit Allendorf teilt.

Kam der Rückkehrer denn auch schon zum Einsatz?

Ja – und das früher als gedacht. Schon in der 19. Minute schickte Trainer Gudmundur Gudmundsson den 24-Jährigen aufs Feld, weil Kunkel wiederholt am bärenstarken Klemen Ferlin im HCE-Kasten scheiterte. Der gebürtige Saarländer war jedoch nicht der Einzige, der die Klasse des Slowenen zu spüren bekam. Auch seine Mitstreiter ließen beste Gelegenheiten ungenutzt.

Was bedeutete das für den Spielverlauf?

Melsungen bekam überhaupt keine Sicherheit in sein Spiel und lief ab der zehnten Minute einem Rückstand hinterher. Zu viele technische Fehler. Wenn Silvio Heinevetter nicht noch einige Würfe der Franken pariert hätte, wäre der Rückstand zur Pause noch deutlicher gewesen. Die Abwehr präsentierte sich im ersten Abschnitt auch nicht so aggressiv wie zum Rundenstart in Balingen und danach gegen Lemgo. So war es bis zur Pause eher enttäuschend, was die MT in Nürnberg bot. Zur ganzen Wahrheit gehört allerdings auch, dass die Erlanger in ihr erstes Saison-Heimspiel sehr viel investierten.

Wurde das Spiel der Gäste denn besser?

Im Gegenteil: Die MT war völlig von der Rolle. Bezeichnend war, dass die Nordhessen in Überzahl ein Tempogegenstoß-Tor von Hampus Olsson (32., 9:15) kassierten. Sebastian Firnhaber hatte nach hartem Foul an Julius Kühn die Rote Karte gesehen. Kurz darauf hieß es sogar 17:10 aus Sicht des HCE. Gudmundsson musste reagieren. Die Deckung verteidigte nun noch offensiver, und der Angriff versuchte, Rhythmus aufzunehmen.

Doch vieles blieb bei der MT Stückwerk. Von der Überzeugung und dem Willen, der die Melsunger an den ersten beiden Spieltagen ausgezeichnet hatte, war in Nürnberg nun fast nichts zu sehen. In der Schlussphase gab Gudmundsson Spielern aus der zweiten Reihe Einsatzzeit: von Ole Pregler über Felix Danner bis hin zu Stefan Salger. Youngster Pregler durfte sich zumindest über sein erstes Bundesliga-Tor freuen. Ein schwacher Trost für den 18-Jährigen.

Wer war der Mann des Spiels?

Da konnte es keine zwei Meinungen geben: Erlangens Champions-League-erprobter Schlussmann Klemen Ferlin war mit 17 Paraden ein fantastischer Rückhalt.

Gab es auch etwas Kurioses?

Zwar sind die Schiedsrichter seit dieser Saison angehalten, auch schon früh Zeitstrafen zu verteilen. In der Nürnberger Arena erwischte es Kai Häfner aber bereits nach 35 Sekunden. Bei einer missglückten Angriffsaktion hatte er Erlangens Christopher Bissel im Gesicht getroffen.

Wie war die Übertragung beim Bezahlsender Sky?

Markus Götz kommentierte die Begegnung gewohnt launig. Kurz bevor die zweite Hälfte begonnen hatte, sagte der Reporter: „Wenn Sie wissen wollen, was hier los ist – dann sage ich ihnen: Ferlin.“ (Björn Mahr)

Die Statistik zum Spiel: HC Erlangen - MT Melsungen 31:21 (13:9)

HC Erlangen: Ziemer (n.e.), Ferlin (21 GT/17 P.) - Jaeger 2, Overby, Fäth 3, Kellner 2, Firnhaber 1, Ivic 4/2, Büdel 1, Bissel 1, Schäffer 1, Metzner 4, Link, von Gruchalla, Jeppsson 5, Olsson 7.

MT Melsungen: Simic (14 GT/3 P.), Heinevetter (17 GT/7 P.) - Maric 1, Kühn 4, Lemke, Reichmann 1/1, Kunkel 1, Mikkelsen, Danner, Arnarsson 4, Allendorf Pregler 1, Häfner 5, Salger 1, Kastening 2, Pavlovic 1.

SR: Baumgart/Wild (Neuried/Offenburg) - Z: 1720.

Siebenmeter: 2/2:1/1 - Zeitstrafen: 6:12 Minuten

Spielstände: 2:0 (4.), 2:2 (6.), 3:4 (10.), 7:5 (16.), 9:9 (24.), 13:9 - 15:9 (32.), 17:10 (36.), 17:12 (39.), 21:15 (47.), 26:17 (53.), 31:21.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.