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MT Melsungen geht mit Schwung in die Pokal-Woche

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Von: Björn Mahr, Manuel Kopp

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Ein erfolgreicher Abend in Balingen: David Kuntscher gelang sein erstes Bundesliga-Tor.
Ein erfolgreicher Abend in Balingen: David Kuntscher gelang sein erstes Bundesliga-Tor. © Alibek Käsler

Die MT Melsungen führte beim HBW Balingen-Weilstetten zwischenzeitlich mit 17 Toren Vorsprung. Zwar ließ der nordhessische Handball-Bundesligist dann die Zügel etwas schleifen, kam am Ende beim 34:25 (19:6)-Sieg aber immer noch zu seinem höchsten Saisonsieg.

Wir benennen drei Dinge, die die MT mit in die Pokal-Woche nimmt, denn am Mittwoch (19.30 Uhr) ist der Bergische HC im Achtelfinale zu Gast.

Das Selbstvertrauen

Na klar, nach zwei vermeidbaren Niederlagen in Hamburg und Wetzlar war der Erfolg in Balingen wichtig für die Psyche. „Das war die beste Halbzeit, seitdem ich hier bin“, sagte MT-Coach Roberto Garcia Parrondo zum ersten Durchgang. Denn zur Pause führte Melsungen 19:6, in der 36. Minute sogar 24:7. Da war die Partie längst entschieden. „Nach den letzten Ergebnissen sind wir erst mal froh über die beiden Punkte. Der Erfolg in Balingen tat gut fürs Selbstvertrauen. Es war grundsätzlich eine schwierige Aufgabe“, sagte Kai Häfner.

Für den kuriosesten Treffer hatte Yves Kunkel bereits mit dem 4:2 (6.) gesorgt. Beim Spielaufbau warf er überraschend aus zehn Metern – eine Bewerbung für das Tor des Jahres. „Der Torwart stand vier Meter vor seinem Tor und hat mit der Abwehr gesprochen. Da habe ich mir gedacht: Da wirfst du doch einfach mal drauf. Es hat funktioniert, zum Glück – sonst hätte ich wohl Ärger mit unserem Trainer bekommen.“ Mit acht Toren war Kunkel bei seinem Ex-Klub auch der beste Werfer. „Es war eine mega erste Halbzeit. Wir haben nur sechs Tore kassiert. In der zweiten Halbzeit lassen wir es dann noch ein bisschen schleifen. Aber ich glaube, dass nicht viele Mannschaften in Balingen mit neun Toren Unterschied gewinnen.“

Ein Schreckmoment war die Verletzung von Nebojsa Simic. Er hatte Rückenprobleme, für ihn kam in der 13. Minute Silvio Heinevetter. In der Pause schlich Simic mit Schmerzen langsam in die Kabine. „Es ist wohl eine Blockade im Rücken. Er wurde dort noch behandelt, nach dem Spiel konnte er schon wieder besser gehen“, sagte Co-Trainer Arjan Haenen. Am Abend postete Simic ein Bild in den Sozialen Netzwerken und schrieb, dass die Verletzung nicht so schlimm sei.

Die offensive Abwehr

Mit ihrer offensiver als sonst ausgerichteten Deckung machten die Melsunger den Gastgebern das Leben schwer. „Wir wussten, dass Balingen gute Schützen im Rückraum hat und wir früh raus und pressen müssen. Das haben wir überragend gemacht“, sagte Haenen. Ein Lob gab es von HBW-Trainer Jens Bürkle: „Glückwunsch an Melsungen zur Megaleistung in der ersten Halbzeit – gerade in der Abwehr. Sie haben uns unfassbar viele Fehler aufgezwängt.“

Die gesparten Kräfte

„Die Partie war zur Pause entschieden, da hatten beide Teams die Möglichkeit, in der zweiten Hälfte viel auszuprobieren“, sagte Parrondo, der kräftig durchwechselte. So bekam Alexander Petersson im rechten Rückraum mehr Spielzeit als sonst. Gleb Kalarash spielte am Kreis. Und auch die Youngster David Kuntscher und Julian Fuchs hatten Einsatzzeit. Kuntscher gelang sein erstes Bundesligator. In der 59. Minute traf er trotz Bedrängnis aus dem Rückraum zum 34:24. „So viel habe ich noch gar nicht darüber nachgedacht, aber es ist ein schönes Gefühl, der Mannschaft mal aktiv zu helfen“, sagte Kuntscher. Direkt nach der Partie habe Timo Kastening zu ihm gesagt: „Jetzt musst du das eine oder andere mal organisieren.“ Und wies ihn damit schmunzelnd daraufhin, dass er eine Runde ausgeben muss.

„Dass es in der zweiten Halbzeit ein bisschen abflacht, ist häufig bei solchen Ergebnissen zur Pause. Aber das passt im Großen und Ganzen. Wir sind sehr happy. Es ist super, dass wir jetzt mit einem guten Gefühl ins nächste Spiel gehen“, sagte Häfner im Hinblick auf das Pokalduell am Mittwoch. (Manuel Kopp und Björn Mahr)

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