1. Startseite
  2. Sport
  3. MT Melsungen

MT Melsungen schlägt HSG Wetzlar 21:19 - „Ein Ergebnis wie vor 50 Jahren“

Erstellt:

Von: Björn Mahr

Kommentare

Tipps vom Abwehrstrategen: Melsungens Gleb Kalarash (rechts) im Gespräch mit dem Portugiesen Andre Gomes. Rechts im Hintergrund: Wetzlars gut aufgelegter Torwart Till Klimpke.
Tipps vom Abwehrstrategen: Melsungens Gleb Kalarash (rechts) im Gespräch mit dem Portugiesen Andre Gomes. Rechts im Hintergrund: Wetzlars gut aufgelegter Torwart Till Klimpke. © Dieter Schachtschneider

Handball-Bundesligist MT Melsungen ist im Hessenderby gegen die HSG Wetzlar ein historischer Erfolg gelungen.

Kassel – Wer den Weg der MT Melsungen in der Handball-Bundesliga intensiv verfolgt, der hat durchaus schon einige außergewöhnliche Erfolge der Nordhessen miterlebt. Der 158. Heimsieg im 291. Erstliga-Heimspiel ist aber etwas für die Geschichtsbücher. Denn seit dem Aufstieg gewann die MT noch nie in eigener Halle eine Partie mit lediglich 21 erzielten Toren. Bis zu diesem Sonntagnachmittag, als sie den hessischen Rivalen HSG Wetzlar nach einer packenden Begegnung vor 3319 Zuschauern in der Kasseler Rothenbach-Halle mit 21:19 (11:10) bezwang.

Melsungens Schlussmann Nebojsa Simic, der sich mit seinem Gegenüber Till Klimpke ein Torwart-Duell auf höchstem Niveau lieferte, sprach danach von „einem Ergebnis wie vor 50 Jahren“. Tatsächlich hätte ein 21:19 gut in die damalige Zeit gepasst. Im Finale um die Deutsche Meisterschaft 1972/73 setzte sich der VfL Gummersbach gegen Frisch Auf Göppingen mit 21:18 durch.

Das Resultat vom Sonntag war Ausdruck einer großartigen Defensivleistung der MT. „Nur acht Gegentreffer aus dem Spiel heraus in Halbzeit zwei zeigen, wie gut wir gearbeitet haben“, lobte Simic seine Vorderleute. Selbst als Abwehrchef Gleb Kalarash wegen der dritten Zeitstrafe nicht mehr den Platz im Innenblock an der Seite von Elvar Örn Jonsson einnehmen durfte, ließen die Hausherren nicht nach. „Arnar weiß genau, was er machen muss“, sagte Jonsson mit Blick auf seinen isländischen Landsmann Arnar Freyr Arnarsson, der den Posten übernahm.

Simic war der starke Rückhalt. „Ich bin froh, dass ich das Vertrauen des Trainers habe, auch wenn ich mit nur zwei Paraden anfange“, erklärte der Montenegriner. In der entscheidenden Phase war auf ihn mal wieder Verlass. Spektakulär war unter anderem seine Parade eine Minute vor Schluss gegen den frei vor ihm auftauchenden Magnus Fredriksen. Damit war Melsungen endgültig auf die Siegerstraße eingebogen.

Nach dem 34:30 vier Tage zuvor im Pokal beim HC Erlangen war es der zweite Pflichtspiel-Erfolg in Folge für die MT. Coach Roberto Garcia Parrondo freute sich „über das gewachsene Selbstvertrauen bei meinem Team seit unserem ersten Spiel gegen Erlangen“. Ende September hatten sich die Melsunger zwar nach unglücklichem Ende mit einem 34:34 in der Arena in Nürnberg zufrieden geben müssen, sie wirkten aber schon deutlich stabiler als noch zu Rundenbeginn. Der positive Trend setzte sich dann trotz der knappen Niederlagen gegen die Topklubs Berlin und Magdeburg fort. Mit dem Erfolg gegen Wetzlar rückte die MT vorerst auf den zehnten Tabellenplatz vor.

„Wir haben die Zahl unserer Fehler absolut reduziert“, stellte der dreifache Torschütze Andre Gomes zufrieden fest. „Es war ein wichtiger Sieg, für uns als Mannschaft, aber auch für unsere Fans. Es war ja ein Derby.“ Nun gilt es, nach einem trainingsfreien Montag die nächste Aufgabe gut vorzubereiten. Bereits am Donnerstag ab 19.05 Uhr (Westpress-Arena) gastiert die MT beim nicht zu unterschätzenden Aufsteiger ASV Hamm-Westfalen. (Björn Mahr)

Auch interessant

Kommentare