1. Startseite
  2. Sport
  3. MT Melsungen

Großer Kampf: MT Melsungen gewinnt Derby gegen HSG Wetzlar

Erstellt:

Von: Björn Mahr

Kommentare

Bärenstark: MT-Torwart Nebojsa Simic (vorn). Dahinter links: Agustin Casado.
Bärenstark: MT-Torwart Nebojsa Simic (vorn). Dahinter links: Agustin Casado. © Dieter Schachtschneider

Kassel – „Derbysieger, Derbysieger – hey, hey.“ Als die Partie erst wenige Sekunden beendet war, stimmten die Anhänger des Handball-Bundesligisten MT Melsungen den Klassiker an. Denn die Gastgeber entschieden vor mehr als 3300 Fans die packende Begegnung gegen die HSG Wetzlar mit 21:19 (11:10) zu ihren Gunsten. Damit überholte die MT die Mittelhessen und kletterte auf den zehnten Tabellenplatz.

„Es war eine gute Show für die Zuschauer“, stellte Melsungens Coach Roberto Garcia Parrondo fest. „Wir sind sehr glücklich über den Derbysieg. Wetzlar hat bis zum Ende gekämpft.“

Bereits einige Stunden vor dem Anwurf gab es eine gute Nachricht aus dem MT-Lager. Elvar Örn Jonsson verlängerte seinen im kommenden Sommer auslaufenden Vertrag vorzeitig um zwei Jahre bis zum 30. Juni 2025. „Er war längere Zeit verletzt, ist seit zwei Spielen wieder dabei. Jetzt hat man noch deutlicher sehen können, wie wichtig er für uns ist“, sagte Sportdirektor Michael Allendorf vor dem Derby, „ein Spieler mit solchen Eigenschaften wie er sie hat, ist derzeit auf dem Markt nicht zu finden.“

Nur logisch, dass der Isländer in der Startformation stand – für Abwehr und Angriff. Während die Melsunger die gleiche Besetzung aufbieten konnten wie im Pokal in Erlangen, musste Wetzlars Trainer Ben Matschke neben dem ohnehin angeschlagenen Adam Nyfjäll auch Mittelmann Jonas Schelker ersetzen.

Das erste Tor des Nachmittags warf David Mandic, der eine am Mittwoch erlittene Bauchmuskelverletzung rasch überwunden hatte. Zwar legte Dimitri Ignatow kurz darauf per Konter nach, es war aber vom Anwurf weg eine intensiv geführte Begegnung. Wetzlars erstes Ausrufezeichen war ein Kracher von Lenny Rubin unter die Latte (3:2, 7.). Beide Mannschaften setzten wie erwartet auf eine kompromisslose Deckung. Dazu passt, dass beide Torhüter gute Szenen hatten. Melsungens Nebojsa Simic parierte Siebenmeter von Lars Weissgerber (7., 17.) glänzend , Till Klimpke wehrte prächtig einen freien Wurf von Kai Häfner ab (13.) – und noch so einiges mehr. Somit hielt er sein Team im Spiel, das wiederholt nach Zeitstrafen in Unterzahl agieren musste.

„Die vier Zeitstrafen haben es nicht leicht gemacht. Wir mussten viel improvisieren“, erklärte Matschke. Erstmals Unentschieden stand es nach dem Gewaltwurf von Vladan Lipovina (7:7, 21.). Kurzum: Es war ein umkämpftes Duell auf Augenhöhe, das nur mehr Zuschauer verdient gehabt hätte als 3319 Besucher.

Bei der MT strahlte der Portugiese Andre Gomes viel Gefahr aus – sozusagen das Pendant zum Wetzlarer Halblinken Rubin. Dass die Gastgeber mit einem knappen Vorsprung in die Pause gingen, verdankten sie Simic, der mit der Halbzeitsirene gegen Rubin zur Stelle war.

Diesen kleinen Vorteil verspielte Melsungen – in Überzahl. Als die MT in Ballbesitz war, griff sie mit sieben Feldspielern an. Mit dem Ergebnis, dass Lipovina vom eigenen Kreis ins verwaiste gegnerische Gehäuse traf (31.). Kurz darauf lag die HSG durch ein Kempa-Tor von Emil Mellegard erstmals 12:11 vorn.

Wetzlar machte in dieser Phase den stärkeren Eindruck. Insbesondere fanden die Mittelhessen im Angriff die besseren Lösungen. Folgerichtig sorgte Jovica Nikolic für das 15:13 (43.). Wichtig aus MT-Sicht, dass Kapitän Kai Häfner nun mehr Treffsicherheit bewies. Jonsson gelang das 17:17 (47.), Häfner das 18:18 (49.). „Wir spielen jetzt mit viel mehr Herz“, sagte der überragende Simic.

Zehn Minuten vor Schluss war der Spielausgang nach wie vor vollkommen offen. Die MT versuchte nun, die Ruhe zu bewahren. Umso mehr, weil der Russe Gleb Kalarash nach der dritten Zeitstrafe die Rote Karte sah (54.). Der Lohn für das umsichtige Verhalten: das 20:18 durch Häfner (56.) und das 21:18 durch Dimitri Ignatow (58.). Beide Male kam der entscheidende Pass von Agustin Casado.

„Wir haben eine starke Deckung hingestellt“, freute sich Jonsson. Als Kalarash nicht mehr eingesetzt werden durfte, sprang Arnar Freyr Arnarsson in die Bresche.

Nachdem Lukas Becher für die HSG vom Kreis vergeben hatte (59.), wurde Wetzlar noch offensiver in der Abwehr. Magnus Fredriksen scheiterte aber dann an Simic. Damit war das Hessenduell praktisch entschieden, der 22. Pflichtspielsieg über den großen Rivalen unter Dach und Fach. (Björn Mahr)

Auch interessant

Kommentare