Melsungen entdeckt beim 32:21 den Spaß wieder

Erster Erfolg für Trainer Grimm: MT feiert Kantersieg über Erlangen

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Der 32:21-Erfolg ist der erste Bundesliga-Sieg als MT-Cheftrainer für Heiko Grimm.

Kassel. Unter ihrem neuen Cheftrainer Heiko Grimm haben die Handballer der MT Melsungen gegen den HC Erlangen den ersten Bundesliga-Sieg gefeiert.

Nach dem einzigen Bundesliga-Heimspiel der MT Melsungen im April gegen den TV Hüttenberg schimpfte Handball-Torwart Nebojsa Simic wie ein Rohrspatz und verschwand wütend in den Umkleideräumen. „Das war der Schock über die unnötige Niederlage“, erklärt der Montenegriner rückblickend.

Nun, vier Wochen später, präsentierten sich die Melsunger mal wieder in der Kasseler Rothenbach-Halle – und diesmal kam Simic aus dem Grinsen gar nicht heraus. „Das war phänomenal heute, super Abwehr, super Angriff, super Stimmung“, freute sich der starke Schlussmann über den 32:21 (19:12)-Erfolg gegen den HC Erlangen am Sonntag.

Ein derartig klarer Spielausgang war nicht unbedingt zu erwarten: Drei Wochen hatten die Melsunger keinen Pflicht-Wettkampf – und davor hatte es drei Pleiten in Folge gesetzt. „Der Spaß ist zurück. Jeder bei uns hat seine Rolle und füllt diese auch mit Leben aus“, stellte Spielmacher Lasse Mikkelsen zufrieden fest, „wir haben wieder mehr Selbstvertrauen.“

Dem neuen Trainer Heiko Grimm ist es gelungen, die Mannschaft aus dem kleinen mentalen Loch zu holen und selbst den ersten Bundesliga-Sieg als Melsunger Chefcoach zu feiern. Ab der ersten Sekunde strahlten die Nordhessen viel Entschlossenheit aus – sie waren bereit, immer mindestens einen Schritt mehr zu machen als der Gast aus Franken. So entnervte die 5:1-Deckung in Verbindung mit Simic wiederholt den Gegner und lief Konter auf Konter – zur Freude von Grimm: „Damit haben wir das Publikum mitgenommen.“

Zunächst zogen die Melsunger von 5:4 auf 9:4 davon, dann von 10:7 auf 13:7. Dabei zeigte sich der hohe Melsunger Spaßfaktor vor allem beim 11:7, als Tobias Reichmann einen fantastischen, scharf geworfenen Steilpass von Kapitän Michael Müller verwertete (18.). „Wir haben endlich mal Vollgas gegeben“, bemerkte Müller. Es passte ins Bild, dass Torjäger Julius Kühn kurz nach seiner Einwechselung Mitte des ersten Abschnitts zum ersten Mal traf (14:8).

Die 4108 Zuschauer, die im Kalenderjahr 2018 nicht gerade von der Melsunger Mannschaft verwöhnt worden waren, erhoben sich vor der Pause von ihren Sitzen und entließen das Team mit viel Beifall mit 19:12 in die Kabine. Den Gästen von Coach Adalsteinn Eyjolfsson drohte an der Fulda ein Debakel. „Wir waren nicht auf der Höhe“, bedauerte der Ex-Kasseler, „und die MT ist konsequent die erste Welle gelaufen.“ Es deutete einiges darauf hin, dass die Melsunger den Tor-Saisonrekord knacken. Dieser stand bei 33 Treffern – aus dem 33:24-Heimsieg im Dezemberg gegen den TVB Stuttgart.

MT Melsungen feiert ersten Sieg unter Trainer Heiko Grimm

MT Melsungen gegen HC Erlangen
 © Schachtschneider
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Doch im zweiten Durchgang klappte nicht mehr alles bei den Nordhessen. Zudem nahmen die Unparteiischen mit einigen fragwürdigen Entscheidungen den Hausherren den Schwung. Mitte der zweiten Hälfte waren die Melsunger mehr als sechs Minuten ein Mann weniger auf dem Feld. In dieser Phase kam der HCE auf 20:27 heran.

Doch am guten Gesamteindruck änderte dies nichts. Zumal die Heimmannschaft den Vorsprung in der Schlussphase wieder ausbaute. Was auch MT-Manager Axel Geerken gefallen hat: „Wir haben heute mal wieder Handball gespielt, nicht gearbeitet.“ Mit dem wiederentdeckten Spaß soll es am kommenden Donnerstag in Ludwigshafen die nächsten beiden Punkte geben.

 

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