MT besiegt Silkeborg

35:33-Sieg macht Handballer der MT nicht glücklich

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Da hebt er ab: Marino Maric war mit neun Treffern bester Werfer der MT. 

Die Bundesliga-Handballer der MT Melsungen besiegen im EHF-Cup den dänischen Klub aus Silkeborg 35:33 (18:14). Richtig glücklich sind die Nordhessen trotzdem nicht.

Gewonnen. Chance auf das Erreichen des Viertelfinales gewahrt. Dennoch blickte Marino Maric nach dem 35:33 (18:14) der MT Melsungen gegen Bjerringbro-Silkeborg nicht wirklich zufrieden drein. „Wir haben zu viele Gegentreffer kassiert“, sagte der Kreisläufer des heimischen Handball-Bundesligisten. Der Sieg im vierten Gruppenspiel des EHF-Cups gegen den dänischen Klub machte die Melsunger nicht so glücklich.

Bei der Premiere des neuen Trainers Gudmundur Gudmundsson entpuppte sich die MT-Abwehr abermals als Achillesferse. Das freute vor allem Silkeborgs Kreisläufer Jesper Nöddesbo, der neunmal die Lücken in der Melsunger Deckung erfolgreich nutzte. Außerdem leisteten sich die Gastgeber vor 2878 Zuschauern in der Kasseler Rothenbach-Halle zu viele Fehler im Angriff, um in entscheidenden Momenten weiter davonzuziehen.

Zum Beispiel erhöhte Finn Lemke mit seinem Treffer zum 11:7 nach tollem Zuspiel von Julius Kühn den Vorsprung auf vier Tore (19. Minute). Nach dem Wechsel starteten die Nordhessen beim 18:14 ebenfalls mit einem Polster von vier Treffern. „In solchen Phasen müssen wir geduldiger bleiben“, forderte Maric. Stattdessen kamen die Gäste nicht nur heran, sondern glichen dank Johan Hansen sogar zum 20:20 aus (36.). Immerhin schafften es die Dänen nicht mehr, in Führung zu gehen.

Aber spätestens mit dem 20:20 entwickelte sich ein „attraktives Handballspiel“, wie es der neunfache Torschütze Maric ausdrückte. Denn wie sich der Einfluss des neuen Trainers auswirken könnte, ließen die Melsunger mehrfach aufblitzen. Schnelles Umschalten, mutige Pässe, viel Tempo und Dynamik – „das hat heute richtig Spaß gemacht“, sagte der Kroate, der zudem von einem neuen Level sprach.

Damit meinte er die Energie und den Einsatz. Daran mangelte es keinesfalls bei den MT-Profis, die sich in der packenden Schlussphase auch bei Torwart Nebojsa Simic bedanken durften, dass sie den knappen Vorsprung über die Zeit brachten. Nach einem weiteren Treffer von Nöddesbo zum 33:32 war der Abstand bis auf ein Törchen geschmolzen (58.). Kühn und Yves Kunkel beseitigten dann aber alle Zweifel.

Von daher waren die Melsunger natürlich zufrieden mit dem Sieg nach einer Partie, die Endspiel-Charakter besaß. „Hätten wir verloren oder nur unentschieden gespielt, wären wir jetzt raus“, sagte Lasse Mikkelsen. Der MT-Spielmacher bescheinigte dem eigenen Angriff eine gute Leistung. Er haderte allerdings mit der Anfangsphase der zweiten Hälfte, „die wir komplett verschlafen haben. Das ist nicht das erste Mal passiert, daran müssen wir arbeiten“, sagte Mikkelsen.

Weil das Hinspiel in Dänemark 31:35 aus MT-Sicht endete, geht der direkte Vergleich an Silkeborg, die Melsunger sind nun auf Schützenhilfe angewiesen – und diese Tatsache wurmte Maric und Co. am Samstagabend. Dennoch gilt das, was Mikkelsen mit Blick auf den Wettbewerb sagte: „Wir leben noch.“

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