MT-Handballer gewinnen knapp – Simic trumpft auf

Melsunger Energieleistung beim 25:23 gegen Ludwigshafen

Durchgetankt: Melsungens Torjäger Julius Kühn (Mitte) kommt gegen die Ludwigshafener Maximilian Haider (links) und Hendrik Wagner zum Abschluss.
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Durchgetankt: Melsungens Torjäger Julius Kühn (Mitte) kommt gegen die Ludwigshafener Maximilian Haider (links) und Hendrik Wagner zum Abschluss.

Kai Häfner schrie seine Freude hinaus. In dem Moment, als der 25:23 (13:14)-Heimsieg gegen die Eulen Ludwigshafen unter Dach und Fach war. Der Halbrechte des Handball-Bundesligisten MT Melsungen war eine wichtige Stütze bei diesem hart erkämpften Erfolg.

Kein Wunder, dass er sofort Regisseur Domagoj Pavlovic um den Hals fiel. Mann des Abends war aber Torwart Nebojsa Simic, der in den letzten Minuten unter anderem zwei Strafwürfe entschärfte.

Trainer Gudmundur Gudmundsson hatte seine Abwehr etwas umbauen müssen. Kapitän Finn Lemke fiel wegen einer leichten Gehirnerschütterung aus, die er sich bei der Niederlage in Flensburg am Pfingstmontag zugezogen hatte. Und exakt eine Woche vor dem Pokal-Halbfinale in Hamburg gegen die TSV Hannover-Burgdorf wollten die Nordhessen kein unnötiges Risiko eingehen. So übernahm Felix Danner die Aufgabe im Zentrum der 5:1-Abwehr.

Geburtstagskind Tobias Reichmann, der gestern 33 Jahre alt wurde, nahm erst mal auf der Bank Platz. Auf Rechtsaußen begann Timo Kastening. Aus gutem Grund: Beim 30:27-Erfolg Ende März in Ludwigshafen hatte der Ex-Hannoveraner sieben Tore erzielt.

Allerdings scheiterte er nun in der fünften Minute mit seinem ersten Abschluss. Julius Kühn hatte die MT mit 1:0 in Führung gebracht. Danach gerieten sie trotz einiger Paraden von Silvio Heinevetter immer mal wieder in Rückstand. Auch weil die Gastgeber mit Eulen-Spielmacher Dominik Mappes so ihre liebe Mühe hatten (4:6, 15.). Der erste kleine Stresstest für die Heimmannschaft. Dem hielten die Melsunger mit Überzahl-Toren von Reichmann und Kai Häfner stand. Doch richtig rund lief es auch weiter hin nicht. Die Kurpfälzer zogen postwendend auf 10:7 davon (21.).

Wenn hier jemand in der ersten Hälfte große Augen machte, dann waren es nicht die Eulen. Die rissen immer wieder Löcher in die Melsunger Deckung. Gudmundsson tobte an der Außenlinie. Immerhin verkürzte der Favorit bis zum Wechsel den Abstand. Spielmacher Domagoj Pavlovic überwand den guten Martin Tomovski im Gäste-Tore zum 13:14.

Zur zweiten Hälfte kam Nebojsa Simic für Heinevetter zwischen die Pfosten. Der führte sich mit einigen Paraden direkt gut ein. Was sich jedoch nicht positiv auf die Leistung seiner Kollegen auswirkte, die weiter in der Offensive arge Schwierigkeiten hatten: harmlos und hilflos. Selten präsentierte sich die MT so schwungvoll wie bei Häfners 15:16 (38.).

Fast logisch, dass die Hausherren den Kontrahenten wieder auf 16:19 davon ziehen lassen mussten (42.). Zumal die Ludwigshafener, die mitten im Abstiegskampf stecken, keinen Deut nachließen.

Gudmundsson brachte vorübergehend nun einige frische Kräfte. Vielleicht nicht das verkehrteste, weil die Kühns und Häfners mal durchschnaufen mussten. Melsungen brauchte eine Energieleistung. Der isländische Coach entschied sich dafür, mit sieben Feldspielern zu operieren. Den ersten Angriff nutzte Danner, um seine Mannschaft auf 19:20 heranzubringen (49.). Dann hatte sie den Gegner eigentlich schon soweit, dass dieser sich einen Notwurf nehmen musste. Doch dann ließen sich die Gastgeber übertölpeln – und Pavlovic kassierte eine Zeitstrafe.

Allerdings: Die MT kämpfte. Sie kämpfte sogar leidenschaftlich. Sie trotzte dem Ausfall von Lemke. Mit dem Ergebnis, dass die Heimmannschaft wieder das Kommando übernahm. Häfner, Yves Kunkel (2) und Reichmann machten aus einem 19:21 ein 23:21 (56.). Es bahnte sich ein Handball-Krimi an. Aber da hatte Simic etwas dagegen, der zu großer Form auflief. In der Schlussphase hielt er zwei Siebenmeter von Pascal Durak (58.) und Max Neuhaus (59.). Den Rest erledigten seine Vorderleute.

Am Sonntag geht es für die MT in Coburg weiter. Mit dem HSC hat Melsungen noch eine Rechnung offen.

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