Interview über seine Zeit in Melsungen und die nächsten Ziele

MT-Profi Johannes Golla vor seinem Abschied: „Ich will die Zeit genießen“

Kassel. Noch dreimal läuft Kreisläufer Johannes Golla im Trikot des Handball-Bundesligisten MT Melsungen auf – dann wechselt der 20-Jährige zum Spitzenklub SG Flensburg-Handewitt. Vorher stand er uns Rede und Antwort.

Wir haben vor der Partie am heutigen Donnerstag ab 19 Uhr (Sky) in der Mannheimer SAP-Arena beim Titelverteidiger Rhein-Neckar Löwen mit Golla über seinen bevorstehenden Abschied, die Zeit bei der MT und die nächsten Ziele gesprochen.

Haben Sie diese Woche schon einen Anruf aus Flensburg bekommen?

Johannes Golla: Nein, aber wir bekommen schon mit, dass sich die Flensburger natürlich Hoffnungen machen. Sie wünschen sich, dass wir aus Mannheim etwas Zählbares mitnehmen. Die Teams an der Spitze sind eng zusammengerückt.

Wie wollen Sie mit der MT in Mannheim dazu beitragen, dass Ihr zukünftiger Klub die Meisterschaft holen kann?

Golla: Wir haben noch einiges gutzumachen. Wir hatten eine schwere Phase, haben uns aber nun wieder gefangen. Und es würde uns guttun, wenn wir zeigen, dass wir gegen ein Spitzenteam mithalten und vielleicht sogar einen oder zwei Punkte holen können.

Wie sehen Sie die Chancen für die Partie bei den Löwen?

Golla: Wenn von Torwart bis Angriff alles passt, dann können wir uns etwas ausrechnen. Allerdings darf man nicht vergessen, auf wen wir treffen. Die Löwen sind immer noch der amtierende Meister und führen die Tabelle nach wie vor verdient an.

Was ist ihr persönliches Ziel für die letzten drei Spiele im Melsunger Trikot?

Golla: Ich habe mir selbst vorgenommen, die Zeit bei der Mannschaft zu genießen, bei der ich zum Bundesligaspieler gereift bin. Sportlich will ich natürlich meinen Anteil dazu leisten, dass wir noch einige Punkte holen. Ob das schon in Mannheim passiert oder erst am kommenden Sonntag zu Hause gegen die Füchse Berlin, wird sich zeigen (wir übertragen das Spiel der MT Melsungen gegen die Rhein-Neckar Löwen per Liveticker).

Inwieweit beschäftigen Sie sich schon mit Ihrem Abschied aus Nordhessen?

Golla: Ich merke mehr und mehr, dass es dem Ende entgegen geht. Wir haben nur noch ein Heimspiel, und der Umzug nach Flensburg muss auch geplant werden. Die Partie gegen Berlin wird schon sehr besonders sein.

Welchen Stellenwert hat die Station Melsungen in Ihrem Handballer-Leben?

Golla: Schon jetzt einen großen. Ich bin hierher gekommen, als ich 17 war. Das war ein Riesenschritt. Ich wusste nicht, wie sich das entwickeln wird und ob ich es zum Profi schaffen werde. Doch es hat alles gestimmt. Ich bin von Anfang an von den Teamkollegen und von den Trainern und Betreuern gut unterstützt worden.

Was wird Ihnen in besonderer Erinnerung bleiben?

Golla: Klar, der Einzug in die MT-Wohngemeinschaft, dazu die tagtägliche Hilfe durch Bärbel Deutschmann – ich war ja der erste, der in dieses Haus eingezogen ist. Es war spannend mitzuerleben, wie schnell sich dies entwickelt hat. Dazu gehört, dass ich in Melsungen mein Abitur gebaut habe (Note 2,1, d. Red.). Sportlich gab es auch einiges: angefangen bei der Qualifikation zur A-Jugend-Bundesliga, über die Europapokalspiele bis hin zu den Siegen über die Top-Teams. Vor allem der Heimsieg über Kiel in dieser Saison war grandios – dabei herrschte eine Riesen-Euphorie in der Halle.

Warum wechseln Sie dennoch nach Flensburg? Es heißt, sogar ihr Vater hätte ihnen zum Bleiben geraten.

Golla: Es war am Ende vielleicht eine Bauchentscheidung. Ich hätte wohl auch nichts verkehrt gemacht, wenn ich hier verlängert hätte. Aber Flensburg hatte das bessere Gesamtpaket. Die Verantwortlichen haben mir von Beginn an das Gefühl gegeben, dass sie große Lust haben, mit mir zu arbeiten und mich weiter zu entwickeln. Ich bin mit meiner Entscheidung sehr zufrieden. Wir werden zwar drei Kreisläufer sein, ich erhoffe mir aber schon meine Spielanteile.

Wann folgt ihr Sprung ins Nationalteam?

Golla: Darüber habe ich mir bislang keine Gedanken gemacht. Zumal die deutsche Mannschaft am Kreis super besetzt ist.

Johannes Golla (20), stammt aus Wiesbaden und spielte vor seiner Zeit bei der MT unter anderem für die SG Wallau und Eintracht Wiesbaden. 2015 kam er nach Melsungen und schaffte den Sprung von der Jugend zu den Profis. Seit einiger Zeit studiert er an der Fern-Uni Wismar Sportmanagement. Golla ist in festen Händen.

MT-Spiel gegen die Löwen im Live-Ticker

Von der Partie der MT Melsungen am Donnerstag bei den Rhein-Neckar Löwen bieten wir einen Liveticker an. Er wird betreut von Jens Nähler.

Das ist der aktuelle Stand in der Handball-Bundesliga

Rubriklistenbild: © Andreas Fischer

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