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„So etwas darf uns nicht passieren“ - MT Melsungen hadert mit den Schwächen in der Schlussphase

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Von: Björn Mahr, Manuel Kopp

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Enttäuscht: Melsungens Gleb Kalarash.
Enttäuscht: Melsungens Gleb Kalarash. © Dieter Schachtschneider

Handball-Bundesligist MT Melsungen haderte nach der 24:26-Niederlage gegen Frisch Auf Göppingen mit den Schwächen in der Schlussphase.

Kassel – Wenn es für die MT Melsungen nach dieser Saison nicht für den fünften und damit für einen Europapokal-Platz reichen sollte, dann wird der nordhessische Handball-Bundesligist verlorenen Spielen wie dem am Donnerstag nachtrauern. Gegen Frisch Auf Göppingen waren die Melsunger kurz davor, auf die Siegerstraße einzubiegen. Doch weil das Team für zehn Minuten komplett vom Weg abkam, kassierte es vor der dreiwöchigen Spielpause eine vollkommen unnötige 24:26-Pleite.

„Wir hatten einen schlechten Tag“, stellte Trainer Roberto Garcia Parrondo fest. Wir blicken noch einmal zurück auf den Auftritt in der Kasseler Rothenbach-Halle.

Die Schlussphase

„So etwas darf uns nicht passieren. Ich weiß gerade nicht, wie ich diese Niederlage erklären soll“, sagte MT-Abwehrrecke Gleb Kalarash. Tatsächlich fällt es nicht leicht, Worte für das zu finden, was die Melsunger in der Schlussviertelstunde den mehr als 2700 Fans boten. Es reihte sich Fehler an Fehler – und aus einem 20:15 wurde bis zur 56. Minute ein 24:26:

46. Minute: Elvar Örn Jonsson unterläuft ein Schrittfehler. 47.: Marino Maric scheitert freistehend an Göppingens überragenden Torwart Daniel Rebmann. 49.: Ein Anspiel von Kai Häfner an den Kreis zu Maric misslingt. 50.: Häfner trifft nur den Pfosten. 51.: Yves Kunkel vergibt einen Siebenmeter gegen Rebmann. 52.: Häfner verzieht. 55.: Jonsson bekommt nach Foul an Janus Smarason eine Zwei-Minuten-Strafe aufgebrummt. 56.: Domagoj Pavlovic unterläuft ein Abspielfehler. 56.: Pavlovic kann einen Pass von Julius Kühn nicht kontrollieren.

Die Analyse

Die Hintermannschaft stand gut. „Mit der Abwehr bin ich zufrieden“, resümierte Kalarash. „Wir haben 47 Minuten gut gespielt, dann hatten wir leider ein paar technische Fehler und Fehlwürfe“, stellte Maric fest. Der Kroate nahm seinen Landsmann Pavlovic in Schutz: „Domba hat nach vier Monaten Verletzungspause nur einmal mit uns trainiert.“

Ähnlich fiel das Fazit Parrondos aus: „Wir haben es in der Offensive besser gemacht und klare Chancen herausgespielt. Dann kommt eine Phase, die heute Abend unerklärlich ist. Man darf allerdings auch nicht vergessen, dass die Kraft nachlässt, wenn man nur einen dünnen Kader zur Verfügung hat.“ Mit Finn Lemke, Andre Gomes, Timo Kastening und Tobias Reichmann fehlten vier wichtige Akteure.

Reichmann hätte nach überstandener Corona-Infektion aushelfen können, wurde aber nicht in den Kader genommen. Dabei hätte der 33-Jährige der MT zumindest als Siebenmeterschütze helfen können. Von fünf Strafwürfen fanden drei nicht ihr Ziel. Kurz vor Ende bekam Youngster Julian Fuchs seine Chance – und traf. „Ich weiß, dass Julian ein guter Werfer ist. Aber Training ist etwas Anderes, und ich wollte diesem jungen Spieler nicht zu viel Verantwortung auferlegen“, erläuterte Parrondo.

Die Situation

In der Tabelle rutschte die MT auf Rang acht zurück – Leipzig und Göppingen zogen an den Nordhessen vorbei. „Wir dürfen uns jetzt nicht mehr so viele Ausrutscher erlauben, wenn wir Fünfter werden wollen“, sagte Nachwuchsmann Fuchs.

In knapp drei Wochen – nach der Länderspielpause – geht es für die Melsunger mit dem Nachholspiel beim HC Erlangen weiter. Da ist ein Sieg praktisch Pflicht. Gegen die Mannschaften, die aktuell auf den Rängen zehn bis 18 liegen, holte die MT 22 von 29 Punkten.

Wenig erfreulich ist die Bilanz gegen die Teams, die mit den Nordhessen um den fünften Rang kämpfen. Göppingen nahm den Melsungern in dieser Serie allein drei Zähler ab – und das obwohl die Schwaben in beiden Vergleichen schon auf der Verliererstraße waren, dann aber noch die MT einholten. (Björn Mahr und Manuel Kopp)

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