MT Melsungen hadert nach unglücklicher 31:32-Niederlage in Kiel mit Fehlern

+
Hatte die große Chance zu einem möglichen Siegtreffer: Arjan Haenen (mit Ball, im Hintergrund Kiels Sebastian Firnhaber) scheiterte in der 58. Minute an THW-Torwart Niklas Landin. 

Kiel. Wie gut er letztlich nach der nächtlichen Rückkehr aus Kiel eingeschlafen war, ist nicht bekannt. Arjan Haenen vom Handball-Bundesligisten MT Melsungen hatte allerdings direkt nach dem Spiel beim THW Kiel schon mal kein gutes Gefühl.

„Die Szene wird mich sicher noch einige Stunden beschäftigen“, sagte der niederländische Rechtsaußen. In der 58. Minute hatte Haenen die große Chance, sein Team mit 32:31 in Führung zu bringen. Er hätte nach dem kurzfristigen Ausfall von Tobias Reichmann (private Gründe) zum Helden des Abends werden können. Doch der Linkshänder scheiterte am THW-Schlussmann Niklas Landin - es wäre wohl der sichere Punktgewinn für die Nordhessen gewesen. Zumal Torwart Johan Sjöstrand kurz darauf auf der Gegenseite gegen Marko Vujin parierte. So bekam der Gastgeber unmittelbar vor Schluss nach Foul an Lukas Nilsson noch einen Siebenmeter zugesprochen - und diesen verwandelte Vujin zum 32:31 (20:16)-Sieg des Rekordmeisters.

„Ich bin schon sehr enttäuscht, ich habe während meiner Karriere noch nie in Kiel gewonnen. Und es wird ja voraussichtlich mein letztes Spiel in der Arena gewesen sein“, erklärte Haenen, der bekanntermaßen nach dieser Saison Trainer der Melsunger Reserve wird. Wie es ist, in Kiel zu triumphieren, kann er dann seinen Schützlingen nicht erzählen. 

„Wir hätten heute einen Punkt verdient gehabt“, resümierte der Holländer. Zumal sein Team nach bemerkenswerter Aufholjagd auch in der Schlussminute beim Stand von 31:31 noch alle Trümpfe in der Hand hielt. Das riskante Anspiel von Julius Kühn auf Jeffrey Boomhouwer kam jedoch nicht an. „In dieser Situation hätten wir den Ball zumindest aufs Tor bringen müssen. Wenn wir da zustechen, nehmen wir einen Punkt mir“, ärgerte sich MT-Coach Michael Roth. Ansonsten mochte er seiner Mannschaft keine Vorwürfe machen - keine Überraschung angesichts der schwierigen personellen Voraussetzungen. Felix Danner war im Abschlusstraining umgeknickt, Johannes Golla erwischte es dann in der ersten Hälfte. Roth hofft, dass der Youngster „nur“ eine Bänderdehnung erlitten hat. „Von zwei angeschlagenen Teams hat die glücklichere gewonnen“, räumte Kiels Trainer Alfred Gislason ein. Auch der THW hatte einige Ausfälle verkraften müssen.

„Wir könnten heute genug Ausreden für die Niederlage anführen, aber das tun wir nicht. Wir haben leider ein paar Fehler zu viel gemacht“, stellte Boomhouwer fest. Insbesondere im ersten Durchgang hatte der Gast im Zuge der Umstellungen in der Deckung einige Anlaufprobleme. 20 Gegentreffer bis zur Pause - eindeutig zu viel. Immerhin steigerte sich die MT im zweiten Abschnitt. Der zuletzt gescholtene Johan Sjöstrand wurde an alter Wirkungsstätte zunehmend zum Faktor. „In der Abwehr haben wir besser zusammengestanden, und im Angriff hatten wir gegen die offensive Deckung immer gute Lösungen“, befand Spielmacher Lasse Mikkelsen. Sein Fazit fiel jedoch negativ aus: „Wenn du eine Top-Mannschaft sein willst, dann musst du so ein Spiel gewinnen.“ Die MT ging leer aus - und hat vor dem nächsten Spiel am Samstag, 10. März, ab 20.30 Uhr gegen GWD Minden den Anschluss an die führenden Klubs verloren. Weshalb es durchaus sein kann, dass neben Haenen auch andere MT-Teammitglieder schlecht geschlafen haben.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Ab dem 25.5.2018 gilt die Datenschutzgrundverordnung. Dazu haben wir unser Kommentarsystem geändert. Um kommentieren zu können, müssen Sie sich bei unserem Dienstleister DISQUS anmelden. Sollten Sie zuvor bereits ein Profil bei DISQUS angelegt haben, können Sie dieses weiter verwenden. Nutzer, die sich über den alten Portal-Login angemeldet haben, müssen sich bitte einmalig direkt bei DISQUS neu anmelden.

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.