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MT Melsungen: Handballer Kai Häfner sagt Bundestrainer Alfred Gislason für Lehrgang ab

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Von: Björn Mahr

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Sagte für den Lehrgang der Nationalmannschaft ab: Kai Häfner (links, hier im Punktspiel am Sonntag gegen Löwen-Angreifer Juri Knorr).
Sagte für den Lehrgang der Nationalmannschaft ab: Kai Häfner (links, hier im Punktspiel am Sonntag gegen Löwen-Angreifer Juri Knorr). © Alibek Käsler

Kai Häfner von der MT Melsungen verzichtet auf eine Teilnahme am Lehrgang der Handball-Nationalmannschaft in dieser Woche – und damit auf einen Auftritt im Länderspiel am kommenden Sonntag ab 17.15 Uhr in Kassel gegen Ungarn.

Kassel – Heute geht für die Handballer des Bundesligisten MT Melsungen das Training weiter – zwei Tage nach der unnötigen 26:29-Niederlage bei den Rhein-Neckar Löwen. Eine Aufarbeitung ist allerdings erst mal nicht möglich, weil sieben Spieler zu ihren Nationalteams gereist sind und auch Trainer Roberto Garcia Parrondo nicht zur Verfügung steht. Der Spanier bestreitet mit Ägypten in Kairo zwei Testspiele gegen Brasilien. Diese Woche gehört den Auswahlteams.

Der Portugiese Andre Gomes absolviert mit Portugal zwei wichtige WM-Qualifikationsspiele gegen die Schweiz – am Donnerstag in Guimaraes, am Sonntag in Winterthur. Reine Trainingsmaßnahmen warten auf den Montenegriner Nebojsa Simic (in Podgorica), den Kroaten Marino Maric (Varazdin) sowie die Isländer Arnar Freyr Arnarsson und Elvar Örn Jonsson (Reykjavik).

Neben den Melsungern Timo Kastening und Julius Kühn war auch MT-Kapitän Kai Häfner in die Sportschule Kamen-Kaiserau eingeladen. Doch der 32-Jährige verzichtet auf eine Teilnahme am Lehrgang – und damit auch auf einen Auftritt im Länderspiel am kommenden Sonntag ab 17.15 Uhr in Kassel gegen Ungarn.

Der Rückraumstratege litt zuletzt unter den Folgen eines Infekts, den er sich Anfang März eingefangen hat. Sowohl im Pokalspiel vor einer Woche in Lemgo als auch im Punktspiel am Sonntag bei den Löwen baute er im Verlauf der 60 Minuten ab.
„Diese Probleme und die Rücksprache mit den Ärzten haben mich in meiner Entscheidung bestätigt. Ich hätte nicht abgesagt, wenn ich nicht krank gewesen wäre. Mein Entschluss ist mir sehr schwer gefallen. Ich hoffe, dass mir der Bundestrainer einfach in dieser Situation vertraut“, sagte Häfner dieser Zeitung. Im April sind die nächsten Qualifikationsspiele. Chefcoach Alfred Gislason dürfte dann nicht vergessen haben, dass Häfner bislang jeder Einladung des DHB gefolgt ist. Er gehört zu den Dauerbrennern.

Seit Sonntag ist Häfner ohnehin lädiert – er bekam einen Schlag gegens Knie. Und nicht nur das: In der 45. Minute traf ihn der Unterarm von Ilija Abutovic im Gesicht. Der Löwen-Verteidiger sah für dieses Vergehen die Rote Karte. „Mein Mundschutz sieht nicht schön aus. In dem Augenblick hat er sich aber bewährt“, berichtete der MT-Kapitän erfreut.

Dennoch blickte Häfner enttäuscht auf die Partie in der Mannheimer Arena zurück. „Es kann immer mal Schwächephasen geben. Aber dann müssen wir sie besser kompensieren“, stellte der Linkshänder fest. „Wir machen zu viele einfache Fehler und sind nicht clever genug.“ Eine Viertelstunde vor Ende lagen die Nordhessen 23:19 vorn und spielten in Überzahl. Dann geschah das, was die MT-Verantwortlichen mächtig ärgerte: Alexander Peterssons Wechselfehler und die Rote Karte gegen Gleb Kalarash. „Das darf in solchen Momenten einfach nicht passieren“, sagte Coach Parrondo.

Die Löwen legten einen 6:0-Lauf hin. Häfner setzte zwar seine Kollegen gut in Szene, selbst gelang ihm áber nur ein Tor – bei sechs Versuchen. „Ich habe kein gutes Spiel gemacht“, räumte der Routinier ein. Die Gäste versuchten es immer wieder mit dem siebten Feldspieler. „Unser 7:6-Spiel war eigentlich ganz gut, wir hatten Pech im Abschluss“, erklärte Assistenzcoach Arjan Haenen. Dennoch bemängelte der Niederländer die fehlende Disziplin: „Das war bitter. Wir belohnen uns nicht.“

In der Tabelle hätten die Nordhessen bei einem Erfolg nach Minuspunkten am derzeitigen Fünften HSG Wetzlar vorbeiziehen können. „Grundsätzlich schauen wir nur auf uns. Aber klar ist auch: Wenn du Fünfter werden willst, darfst du dir nicht viele solcher Spiele erlauben“, stellt Häfner klar. Nun sitzt der MT das Team aus Göppingen im Nacken. Am Sonntag, 27. März, bestreitet die MT ihr nächstes Ligaspiel – dann kommt die SG Flensburg-Handewitt nach Kassel. (Björn Mahr)

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