Bundesligist Melsungen stellt mehrere Profis für Nationalteams ab

Zum Jubeln bleibt keine Zeit: MT-Handballer und die Probleme in der Länderspielwoche

Marino Maric von der MT Melsungen wirft ein Tor gegen die HSG Nordhorn-Lingen
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Erfolgreich vor der Länderspielreise: Melsungens Marino Maric.

Nach dem Nordhorn-Spiel ist vor den Länderspielen. Wir blicken auf Handball-Bundesligist MT Melsungen und die anstehenden Aufgaben.

Kassel – Als die Spieler der HSG Nordhorn-Lingen noch an der Kasseler Rothenbach-Halle ihre bestellten Pizzastücke genossen, war von den Handballern des Bundesligisten MT Melsungen kaum noch jemand dort. Einige hatten es besonders eilig, die Heimspielstätte zu verlassen. Was nichts mit der Begegnung zu tun hatte.

Im Gegenteil: Der 33:28-Sieg gegen die Emsländer wäre sogar durchaus ein Grund gewesen, um noch ein paar Minuten länger zu jubeln. Doch wegen der gestern beginnenden Länderspiel-Woche ging es für einen Teil der Mannschaft darum, ihre Flüge in den Abendstunden zu erreichen.

Das isländische Duo: „Es ist schwierig“, sagte Trainer Gudmundur Gudmundsson kurz vor dem Aufbruch am Sonntagabend. Da wusste er schon, was ihm und Kreisläufer Arnar Freyr Arnarsson blühen würde. Denn die Reise in ihre Heimat Island dauerte insgesamt 20 Stunden: von Kassel ging es nach Düsseldorf, von dort weiter im Flugzeug nach Kopenhagen. Erst am Montag erreichten Gudmundsson und Arnarsson Reykjavik.

Der MT-Coach durfte sich aber nicht sofort um seine Aufgabe als isländischer Nationaltrainer kümmern – erst einmal wurden die beide Melsunger am Flughafen auf Corona getestet. Erst heute beginnt die Vorbereitung auf das EM-Qualifikationsspiel gegen Litauen. Eine weitere Partie gegen Israel wurde abgesagt. Nach dem Lehrgang wird Gudmundsson noch kurz seine Familie besuchen. Arnarsson wird eventuell schon etwas früher nach Melsungen zurückkehren.

Engagiert an der Seitenlinie: MT-Trainer Gudmundur Gudmundsson.

Das kroatische Duo: „Wir stellen gern Spieler für die Nationalteams ab, weil es immer auch eine gewisse Wertschätzung für die MT ist“, erklärt Melsungens Manager Axel Geerken. „Aber ich würde lügen, wenn ich vor der Länderspiel-Woche ein gutes Gefühl hätte.“

Unmittelbar nach dem Spiel machten sich neben den Isländern auch die Kroaten Domagoj Pavlovic und Marino Maric auf den Weg. Am Abend ging es per Flugzeug von Frankfurt nach Zagreb. „Wir hoffen, dass alles gut geht“, sagte Maric. Der kroatische Verband hat genauso wie der isländische klare Vorgaben der Handball-Bundesligisten zu erfüllen. Dazu gehören etliche Testungen.

Das deutsche Sextett: Erst gestern Mittag ging es für die deutschen Nationalspieler Silvio Heinevetter, Julius Kühn, Timo Kastening, Tobias Reichmann, Kai Häfner und Finn Lemke los. Wobei der Jüngste den Kleinbus bei der Autovermietung abholen musste: Rechtsaußen Kastening.

Ob der Ex-Hannoveraner auch die Kollegen nach Düsseldorf brachte, ließ er zunächst noch offen. „Vielleicht möchte auch Tobi fahren“, bemerkt Lemke schmunzelnd. Reichmann lehnt aber entspannt ab: „Ich bin mit 32 Jahren der zweitälteste, ich brauche das nicht.“ Das erste Qualifikationsspiel soll am Donnerstag (16.15 Uhr / ZDF) ausgetragen werden gegen Bosnien-Herzegowina.

Das Nordhorn-Spiel: Die MT setzte gegen Nordhorn den positiven Trend fort. Nach dem 33:25 in Wetzlar gab es diesmal wieder 33 Treffer. „Erlangen war der erforderliche Weckruf“, betont Yves Kunkel im Rückblick auf die 21:31-Packung Mitte des Monats in Nürnberg. Seitdem funktioniert nicht nur die Abwehr, sondern auch im Angriff läuft es nun endlich. Worüber sich Kreisläufer Maric besonders freut: „Das Zusammenspiel zwischen Rückraum und Kreis klappt immer besser.“

Nach dem Auftakt der EM-Qualifikation erwartet die MT eine Woche mit zwei Topspielen. Zunächst gastieren die Nordhessen am Mittwoch, 11. September, ab 19 Uhr bei der SG Flensburg-Handewitt, nur drei Tage später steht ab 18.05 Uhr (live in der ARD) das Heimspiel gegen den SC Magdeburg auf dem Programm. „Danach werden wir wissen, wo wir wirklich stehen“, verdeutlicht Routinier Felix Danner. „Wenn wir zu den Großen gehören wollen, müssen wir punkten.“ (Björn Mahr und Gerald Schaumburg)

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