Viel Spannung im Kampf um Europa

MT Melsungen heute beim Bergischen HC zu Gast - der trügerische Blick auf die Tabelle

Gebannter Blick: Melsungens Torwart Silvio Heinevetter weiß, wie eng es in der Liga zugeht.
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Gebannter Blick: Melsungens Torwart Silvio Heinevetter weiß, wie eng es in der Liga zugeht.

Handball-Bundesliga MT Melsungen gastiert am Mittwoch ab 20.30 Uhr beim Bergischen HC. Ein Spiel, das auch im Kampf um Europa steht.

Kassel – Handball-Profis vermeiden gern den Blick auf die Bundesliga-Tabelle. Weil sie wissen, dass es sich nur um eine Momentaufnahme handelt. In dieser Saison macht es ganz besonders wenig Sinn, auf das Klassement zu blicken. „Die Tabelle ist trügerisch“, sagt der erfahrene Torwart Silvio Heinevetter von der MT Melsungen nicht ohne Grund. Sein Team hat als Achter aktuell nur vier Minuspunkte mehr auf dem Konto als der Dritte Rhein-Neckar Löwen.

Allerdings beträgt der Vorsprung der Melsunger auf den Zwölftplatzierten HC Erlangen auch nur vier Zähler.

Das Problem: ein verzerrtes Tabellenbild. Die Löwen haben bereits 31 Spiele ausgetragen. Dagegen stehen mehrere andere Klubs erst bei 27 Begegnungen. Sie können also bis zum Serienende am 27. Juni noch 22 Punkte holen. Das trifft auch auf die MT und den Bergischen HC zu, die sich heute ab 20.30 Uhr in der Solinger Klingenhalle gegenüberstehen. Bei einem Sieg würden die Nordhessen den Vorsprung auf die Bergischen Löwen nicht nur ausbauen, sie kämen auch den Europacuprängen wieder näher. „Wir können noch einiges erreichen“, betont Spielmacher Lasse Mikkelsen. Voraussichtlich reicht schon der sechste Platz für eine Teilnahme an der EHF European League. Dort rangieren zurzeit die Füchse Berlin. Es zeichnet sich ein spannender Kampf ab – hinter den beiden führenden Klubs aus Kiel und Flensburg.

„Die beiden Teams kann man ausklammern“, erklärt MT-Rechtsaußen Timo Kastening. Auch Heinevetter unterstreicht die Qualität der beiden deutschen Champions-League-Vertreter: „Sie haben die nötige Abgebrühtheit. Selbst in einem schlechten Spiel gegen Balingen verlieren sie nicht die Nerven.“

Im Gegenteil zu den ambitionierten Mannschaften auf den weiteren Plätzen. Erst am vergangenen Sonntag verlor Magdeburg überraschend zu Hause gegen Leipzig, und die Löwen mussten sich erstmals in eigener Arena den Erlangern geschlagen geben. Melsungens Trainer Gudmundur Gudmundsson sagt: „Die Ergebnisse haben den bisherigen Saisonverlauf widergespiegelt.“ Dass Melsungen zuletzt auch im Rückspiel gegen Minden über ein Remis nicht hinauskam – das passt ins Bild.

Kein Wunder also, dass man im MT-Lager weiter demütig bleibt. Kastening mahnt zur Besonnenheit: „Der BHC spielt eine Klasse-Saison, und wir haben in den nächsten Wochen ein Hammerprogramm vor uns.“ In elf Tagen stehen nun fünf Spiele auf dem Plan. Davon sind vier Partien auswärts – darunter die Aufgaben an Pfingsten in Kiel und Flensburg.

Personell gestaltet sich die Situation für die Melsunger erfreulich. Youngster Ole Pregler steht wieder zur Verfügung. Bei Kreisläufer Felix Danner bleibt abzuwarten, inwieweit er nach überstandenem Nasenbeinbruch heute schon seinem Team helfen kann. Nach seiner überzeugenden Angriffsleistung in Minden ist Marino Maric auf jeden Fall eine Option für den Kreis.

„Wir hatten in dieser Saison einige unfreiwillige Unterbrechungen. Jetzt haben wir die Chance, uns weiter einzuspielen. Wir brauchen den vollen Fokus auf die nächsten Spiele“, sagt Gudmundsson. Und räumt aber auch ein: „Natürlich haben wir das Final Four im Hinterkopf.“ Am 3. Juni geht es im Pokal-Halbfinale in Hamburg gegen Hannover-Burgdorf. Ein Finaleinzug könnte gleichbedeutend mit einem Startplatz in der European League sein – vorausgesetzt, dass sich Kiel dort zuvor gegen Lemgo durchsetzt. (Björn Mahr)

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