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MT Melsungen im DHB-Pokal: Erlangen und die Sache mit der Kiste Bier

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Von: Björn Mahr

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Das war im Dezember 2013: Melsungens Michael Allendorf erzielt im Pokal-Achtelfinale in Erlangen ein Tor gegen den damaligen HCE-Torwart Jan Stochl.
Das war im Dezember 2013: Melsungens Michael Allendorf erzielt im Pokal-Achtelfinale in Erlangen ein Tor gegen den damaligen HCE-Torwart Jan Stochl. © IMAGO/Sportfoto Zink

Die Handballer der MT Melsungen ist zum DHB-Pokalspiel beim HC Erlangen mal wieder in einer Halle mit langer Tradition zu Gast.

Kassel/Erlangen – Der Name: Karl-Heinz-Hiersemann-Halle. Der Standort: Schillerstraße, Erlangen. Wenn die Handballer der MT Melsungen morgen ab 19.30 Uhr (kostenpflichtiger Livestream bei sportdeutschland.tv) in der zweiten Runde des DHB-Pokals gefordert sind, dann betreten sie eine Spielstätte, in der sie schon seit einer halben Ewigkeit nicht mehr zu Gast waren. Denn seitdem der HC Erlangen im Sommer 2014 in die 1. Bundesliga aufgestiegen ist, trägt er seine Punktspiele in der Arena in Nürnberg aus. Nur zu Pokalpartien geht es in die Karl-Heinz-Hiersemann-Halle. Dieser Fall tritt morgen ein.

Zuletzt waren die Nordhessen am 11. Dezember 2013 dort zu Gast – für ein Pokal-Achtelfinale. Melsungen wurde seiner Favoritenrolle beim 33:24-Erfolg vollauf gerecht. Zu den besten Schützen der MT gehörten zwei Spieler, die auch morgen Abend dabei sein werden. Rechtsaußen Johannes Sellin (acht Tore) steht aber inzwischen in Diensten der Erlanger, und der damalige Linksaußen Michael Allendorf (7/6) ist seit dieser Saison Sportdirektor bei den Nordhessen.

Mit Hüne Nikolai Link (heute noch Abwehrstratege) und René Selke (Geschäftsführer) sind zwei Erlanger Akteure von damals immer noch für den HCE tätig.

Johannes Sellin Ex-Melsunger in HCE-Diensten
Johannes Sellin, Ex-Melsunger in HCE-Diensten © IMAGO/Sportfoto Zink

„Jetzt sind es andere Voraussetzungen“, erklärt Allendorf. Seinerzeit war der HCE noch in der zweiten Liga beheimatet und krasser Außenseiter. Diesmal ist es ein Duell auf Augenhöhe. Vor Kurzem trennten sich beide Mannschaften im Erstliga-Vergleich nach einer dramatischen Schlussphase in Nürnberg 34:34. Wie man mittlerweile weiß, wurden die Gäste durch eine Entscheidung der Unparteiischen um den Sieg gebracht. Denn es hätte kurz vor Ende keinen Siebenmeter, sondern lediglich einen Freiwurf für den HCE geben dürfen. Das ist aber Schnee von gestern.

„Wenn es wieder ein enges Spiel wird, dann kann es schon mal richtig heiß werden in dieser kleinen Halle“, erklärt Allendorf. „Ob es aber dazu kommt – das liegt in unserer eigenen Hand.“

Auch in der vergangenen Serie bestritt Erlangen ein Pokal-Heimspiel in der Karl-Heinz-Hiersemann-Halle. Gegen die HSG Wetzlar gelang dem Team ein unerwarteter 31:19-Kantersieg. „Es herrscht in Erlangen eine besondere Atmosphäre. Wenn du dort einläufst, dann brennt es immer förmlich auf den Rängen“, sagt Sellin nach diversen Erfahrungen. Zudem ist es die Trainingshalle des HCE.

Zu Melsunger Zweitliga-Zeiten trat die MT regelmäßig in der Halle am Berufsschulzentrum an – und das nicht nur einmal pro Spielzeit. Denn die HCE-Vorgängerklubs HG Erlangen und CSG Erlangen waren im Bundesliga-Unterhaus Klassenkameraden des nordhessischen Vertreters. Vor fast genau 25 Jahren, im November 1997, feierten die Melsunger unter ihrem damaligen Coach Christian Fitzek einen denkwürdigen Erfolg. Im Spitzenspiel gelang ihnen bei der HGE ein 28:19-Sieg.

Gediminas Bucys Ehemaliger MT-Profi
Gediminas Bucys, ehemaliger MT-Profi © Litauischer Handball-Verband

„Damals kamen Erlanger Fans aus Anerkennung für unsere Leistung nach dem Spiel zum Mannschaftsbus und haben uns eine Kiste Bier geschenkt“, erinnert sich Gediminas Bucys, einst Kreisläufer der Nordhessen. Dem Litauer, der heute bei der MT die drei Mannschaftsärzte unterstützt, war eine besondere Rolle zugekommen. Als vorgezogener Verteidiger in einer 5-plus-1-Deckung musste er die Kreise des Weltklasse-Angreifers Wjatscheslaw Gorpishin stören – und trug dazu bei, dass der Russe lediglich drei Tore erzielte.

Morgen wird es allerdings nicht reichen, sich auf einen Spieler des Gegners zu fokussieren. Der HC Erlangen hat mit Akteuren wie Simon Jeppsson, Christoph Steinert, Nico Büdel und Antonio Metzner mehrere gefährliche Rückraumkräfte. Und Sellin nicht zu vergessen. (Björn Mahr)

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