Handball-Bundesligist erwartet heute Füchse Berlin

MT Melsungen im DHB-Pokal: Die Lust auf Hamburg

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Das Ziel der MT im Pokal: Die Hansestadt Hamburg. Im Bild ist der Michel, ein Wahrzeichen der Stadt, zu sehen. 

Großer Tag für die Handballer der MT Melsungen: Der heimische Bundesligist kämpft heute ab 19 Uhr in der Kasseler Rothenbach-Halle gegen die Füchse Berlin um den Einzug ins Final Four in Hamburg. 

Der Jüngste im Melsunger Handball-Team war schon zweimal dicht davor, Final-Four-Luft zu schnuppern – zumindest als Zuschauer in einer Vip-Lounge. Dimitri Ignatow musste die Einladungen seiner Spielerberater aber ausschlagen. „Es kamen dann jeweils Termine mit der Junioren-Nationalmannschaft dazwischen“, erklärt der MT-Rechtsaußen.

Dimitri Ignatow, Melsunger Rechtsaußen

Nun hegt Ignatow die berechtigte Hoffnung, sich einen Kindheitstraum zu erfüllen und als Spieler beim Finalturnier in der Barclaycard-Arena dabei zu sein – die Lust auf Hamburg. Die einzige Voraussetzung: Er gewinnt mit Melsungen heute ab 19 Uhr das Pokal-Viertelfinale in der Kasseler Rothenbach-Halle gegen die Füchse Berlin.

„Das wäre echt super, wenn mir dies so früh in meiner Karriere gelänge“, sagt Ignatow. Noch dazu wäre es ein nachträgliches Geburtstagsgeschenk: Am Samstag wurde der 1,74 Meter große Außen 21 Jahre alt.

Bei den Begriffen Hamburg und Final Four bekommen auch gestandene Bundesligaspieler ein Leuchten in den Augen

Als „attraktiv und in Deutschland hochanerkannt“ bezeichnet Trainer Heiko Grimm das Handball-Wochenende an der Elbe: „Du hast vier große Fanlager, und alle fiebern voll mit.“ Zu seiner aktiven Zeit schaffte er es mit dem HSV 2009 bis ins Halbfinale – dort war dann überraschend gegen den VfL Gummersbach Schluss.

Als Spieler war Kreisläufer Marino Maric schon in der Halle am Volkspark – zum Pokal aber noch nicht. „Das ist schon immer ein Wunsch von mir“, betont der Kroate, „uns erwartet aber zuvor ein schweres Spiel.“ Die jüngste Niederlage gegen die Füchse ist nicht einmal eine Woche her: Am vergangenen Donnerstag unterlag die MT in der Berliner Max-Schmeling-Halle nach schwacher zweiter Hälfte 22:28.

MT-Handballer konzentrieren sich voll auf Gegner Berlin

„Kleinigkeiten werden entscheiden. Wir müssen diesmal die Konzentration hochhalten“, stellt Maric klar. Das nächste Punktspiel am Donnerstag ab 19 Uhr in Kassel gegen die Eulen aus Ludwigshafen – noch kein Thema. „Wir haben vollen Fokus auf Berlin“, verdeutlicht Grimm. Kein Wunder, denn bei einem Sieg heute würde die MT weiter auf drei Hochzeiten tanzen. Im Europapokal hatte Melsungen vor einer Woche in Piräus den Einzug in die Gruppenphase perfekt gemacht.

Die Gastgeber können anders als in Berlin personell aus dem Vollen schöpfen. Domagoj Pavlovic steht wieder als Alternative zu Lasse Mikkelsen zur Verfügung. Gerade im Melsunger Angriffsspiel passte zuletzt wenig zusammen, als der Kontrahent aus der Hauptstadt von einer 6:0- auf eine 5:1-Abwehrformation umgestellt hatte.

Neben den taktischen Winkelzügen wird aber der Unterstützung von den Rängen große Bedeutung zukommen. 4000 der insgesamt 4300 Karten setzte die MT im Vorverkauf ab. „Viele Fans haben uns nach Griechenland begleitet. Jetzt haben wir die Gelegenheit, unserem Anhang etwas zurückzugeben“, sagt Kreisläufer Timm Schneider. Und Grimm ergänzt: „Wir wollen unseren Zuschauern ein vorweihnachtliches Geschenk machen.“ Und eine große Freude für Ignatow wäre es natürlich auch. 

Die MT kann zum vierten Mal in ihrer Vereinsgeschichte das Final Four in Hamburg erreichen

1996 scheiterten die Nordhessen als Zweitligist im Halbfinale an Tusem Essen. 2013 musste sich die MT in der Vorschlussrunde dem THW Kiel beugen, ein Jahr später verpasste das Melsunger Team durch eine Niederlage gegen die Füchse Berlin das Endspiel. 

Beim Finalturnier im Frühling 2014 lief Michael Müller für die MT auf, im Pokal-Viertelfinale am Dienstag ab 19 Uhr trägt er das Füchse-Trikot – das zweite Kräftemessen mit den ehemaligen Kollegen innerhalb einer Woche. „Es wird ein komplett anderes Spiel als in der Bundesliga. Es geht nur ums Weiterkommen“, betont der 35-Jährige vor seiner Rückkehr an die alte Wirkungsstätte. An der Abendkasse sind noch Tickets erhältlich. 

Wer am Dienstag nicht in der Kasseler Rothenbach-Halle dabei sein kann, kann die Partie in einem Livestream verfolgen, den die MT Melsungen auf ihrem Youtube-Kanal anbietet. 

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