Handballer ist der Sohn eines früheren Melsunger Torwarts

Benfica Lissabons Torjäger Petar Djordjic – ein guter Bekannter für die MT

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Torjäger: Benficas Petar Djordjic. 

Kassel. Wenn die MT Melsungen am Samstag ab 16.15 Uhr (Ortszeit) im Handball-Europapokal bei Benfica Lissabon gastiert, dann steht beim Gastgeber ein Spieler auf dem Parkett, der als Jugendlicher oft in Nordhessen zu Gast war.  

Er hat nie für die MT gespielt – und doch war er oft genug beim Training des Bundesligisten in der Melsunger Stadtsporthalle dabei. Schon in jungen Jahren gab es für Petar Djordjic nur eins: Handball. Und weil sein Vater Zoran, besser als Pascha Djordjic bekannt, zwischen 2005 und 2007 bei der MT das Tor hütete, begleitete der Sohnemann oft den Papa zu den Übungseinheiten. In den Pausen der Bundesligaspiele warf er ein paar Bälle auf die Tore in der früheren Meirotels-Halle in Rotenburg.

Früher im Melsunger Tor: Zoran Djordjic stand von 2005 bis 2007 bei der MT unter Vertrag.

„Petar hatte schon als Jugendlicher eine kräftige Statur“, erinnert sich der damalige Melsunger Coach Rastislav Trtik. „Er hat sich gegenüber damals kaum verändert.“ Neben viel Muskelmasse sind vor allem etliche Tattoos an beiden Armen dazugekommen.

Djordjic ist nach einigen Stationen in Deutschland und einem Gastspiel beim weißrussischen Topklub Brest mittlerweile in Portugal gelandet. Und als Profi von Benfica Lissabon bekommt er es am Samstag ab 16.15 Uhr (Ortszeit) in der Gruppenphase des EHF-Cups mit welchem Klub zu tun? Genau, der MT Melsungen.

Dem inzwischen 29-Jährigen wird oft nachgesagt, er hätte aus seinem Talent zu wenig gemacht. Auf jeden Fall ist er jetzt die personifizierte Tormaschine des bekannten Hauptstadtklubs. Beim Auftaktspiel am vergangenen Sonntag im dänischen Silkeborg steuerte Djordjic allein elf Treffer zum überraschenden 33:24-Kantersieg Benficas bei. Fast regelmäßig trifft er zweistellig. Der Serbe ist neben den ehemaligen Bundesliga-Profis Rene Toft Hansen und Kevynn Nyokas eines der Gesichter dieser ambitionierten portugiesischen Mannschaft.

Sein Wechsel nach Lissabon hatte nicht nur finanzielle Gründe. „Geld spielt sicherlich immer eine Rolle, doch die Frage nach der persönlichen Situation ist für jeden Profi viel wichtiger“, erklärte Djordjic in einem Interview mit dem Magazin „Handball Inside“. „Wenn du sportlich glücklich bist, dann bist du auch in Afghanistan glücklich.“ Der 1,97-m-Hüne lebt mit Frau Jelena und den beiden Kindern in Lissabon. Sein Traum ist der Gewinn der potugiesischen Meisterschaft mit Benfica. Aktuell ist das Team Dritter hinter Lokalrivale Sporting und dem FC Porto. In der Liga-Torschützenliste liegt Djordjic vorn.

„Es war früh absehbar, dass sein Wurf seine Waffe sein kann“, sagt Axel Geerken. Der Melsunger Manager war Geschäftsführer bei der HSG Wetzlar, als Djordjic bei den Mittelhessen zusammen mit seinem Vater in einer Mannschaft spielte. Zu den Teamkollegen gehörte seinerzeit auch ein gewisser Michael Allendorf.

MT-Coach Heiko Grimm hatte den Halblinken sogar schon unter seinen Fittichen. Als Nationalspieler leitete der frühere Großwallstädter einmal pro Woche das Stützpunkttraining in Aschaffenburg – und Djordjic nahm regelmäßig daran teil. Und wenn dann noch Zeit blieb, dann trainierte der Serbe beim Papa in Melsungen mit.

Bittere Niederlage: Die MT Melsungen hat im EHF-Cup auch das Spiel gegen Benefica Lissabon mit 26:29 verloren - Kapitän Finn Lemke war mit Grippe ausgefallen.

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