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MT Melsungen im Trainingslager in Straßburg: Für Carsten Lichtlein ist gar nicht alles neu

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Von: Björn Mahr

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Der MT-Schlussmann und der Torwarttrainer: Nebojsa Simic und Carsten Lichtlein im Gespräch auf der sonnendurchfluteten Terrasse im Mannschaftshotel in Straßburg.
Der MT-Schlussmann und der Torwarttrainer: Nebojsa Simic und Carsten Lichtlein im Gespräch auf der sonnendurchfluteten Terrasse im Mannschaftshotel in Straßburg. © Björn Mahr

Die Straßburg-Reise ins Trainingslager weckt bei Carsten Lichtlein, neuer Torwarttrainer des Handball-Bundesligisten MT Melsungen, einige Erinnerungen.

Straßburg – Als der MT-Mannschaftsbus am Mittwoch um kurz vor 13 Uhr von der Avenue Herrenschmidt in die Auffahrt in Richtung Hoteleingang einbiegt, schießen Carsten Lichtlein einige Gedanken durch den Kopf. Der neue Torwarttrainer der Melsunger Bundesliga-Handballer war schon einmal in dieser Luxus-Herberge in Straßburg zu Gast.

Mit der deutschen Nationalmannschaft, die sich im Juli 2016 auf die Olympischen Spiele in Rio vorbereitete. Lichtlein wurde zwar im abschließenden Test gegen die Ägypter aufgeboten und hatte auch einen großen Anteil am 29:27-Sieg. Sein Schicksal war aber bereits besiegelt. „Ich wusste schon, dass ich in Rio nicht eingesetzt werden soll“, erinnert sich der heute 41-Jährige, der dann lediglich als Olympia-Tourist die DHB-Auswahl von Coach Dagur Sigurdsson begleitete. Im Tor des späteren Bronzemedaillengewinners gesetzt waren Silvio Heinevetter und Andreas Wolff.

Die Tage von Straßburg waren aber nicht nur für Lichtlein nicht leicht. „Dagur war mit unserer Leistung nicht zufrieden“, sagt der zweimalige Europameister. Das spürten auch seine jetzigen Melsunger Kollegen Kai Häfner, Julius Kühn und Finn Lemke, die damals wichtige Stützen im deutschen Team waren. „Solch eine Ansprache hatte ich bei Dagur bis dahin noch nicht erlebt. Die hat gesessen“, erklärt Häfner im Rückblick. Zum Auftakt hatte das DHB-Team beim Euro-Tournoi 19:25 gegen Dänemark verloren.

Diesmal nimmt er mit der MT am Wochenende in Selestat in der Nähe von Straßburg an diesem traditionsreichen Turnier im Sommer teil – neben den Champions-League-Größen Paris Saint-Germain, HB Nantes und FC Porto. Es ist der Abschluss eines fünftägigen Trainingslagers, das die Nordhessen in Frankreich absolvieren.

Da der niederländische Co-Trainer Arjan Haenen wegen seines zusätzlichen Jobs als Übungsleiter der MT-Reserve erst am Freitag ins Elsass nachreist, muss Lichtlein für Chefcoach Roberto Garcia Parrondo zunächst die eine oder andere zusätzliche Aufgabe übernehmen.

Insgesamt 18 Spieler sind dabei. Darunter die Torhüter Nebojsa Simic, Adam Morawski und Erik Ullrich, mit denen Lichtlein intensiv arbeiten wird. „Wir müssen diese vier Tage gut nutzen“, betont Parrondo. Klar, bereits am Samstag, 3. September, ab 20.30 Uhr geht für die Melsunger die Bundesliga-Saison mit einem Gastspiel in Mannheim bei den Rhein-Neckar Löwen los. Die Auftritte in Selestat sind die Generalprobe.

Den ersten Einsatz hat die MT bereits wenige Stunden nach der Ankunft: ein inoffizielles Testspiel. Viermal 15 Minuten gegen Paris. Das Ergebnis? Spielt keine Rolle. Die Begegnung hat den Charakter einer guten Trainingseinheit. „Ich habe noch nie gegen Paris gespielt, aber wenn ich den Gegner so sehe, dann gefühlt gegen jeden Spieler davon schon mindestens einmal“, sagt Häfner über eine Mannschaft, die gespickt mit Stars ist: von Nikola Karabatic über Dainis Kristopans bis Luc Steins.

Als es am Abend zurück ins Hotel geht, fällt Carsten Lichtlein ein, dass er 2003 in den Straßen von Straßburg unterwegs war – mit den Kollegen der Nationalmannschaft. Die Freude über das 29:29 im Test gegen Gastgeber Frankreich wich nach Mitternacht einer gewissen Sprachlosigkeit. „Im Taxi haben wir im Radio gehört, dass der Irak-Krieg angefangen hat“, sagt Lichtlein, „diesen Moment vergesse ich nicht.“ (Björn Mahr)

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