Melsunger Handballer beim Bergischen HC

Analyse nach Start der MT Melsungen: Nichts zu sehen von der Qualität

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Wischte fleißig mit: MT-Torwart Johan Sjöstrand fand nach dem Spiel deutliche Worte.

Auf große Erwartungen folgte ein Dämpfer zum Saisonstart. Die 19:24-Pleite gegen die SG Flensburg-Handewitt hat die eine oder andere Baustelle bei der MT Melsungen offenbart.

Gegen den amtierenden Meister ist eine Niederlage an sich kein Weltuntergang. Aber die Art und Weise, wie sich der heimische Handball-Bundesligist am Sonntag vor ausverkauften Rängen präsentierte, hat die anfängliche Euphorie schnell verfliegen lassen.

Heiko Grimm brachte das Dilemma auf den Punkt: „Wir haben eine große Qualität im Kader, aber davon war nichts zu sehen“, sagte der MT-Trainer nach der Partie. „Wenn das unser derzeitiger Leistungsstand ist, dann haben wir ein Problem“, betonte Schlussmann Johan Sjöstrand. Der Schwede nahm aus seiner Kritik die Torhüter nicht aus: „Es war von allen zu wenig,“ Daran haperte es bei den Nordhessen:

Körpersprache

Um es deutlich zu sagen: Auch wenn der Rückstand der MT nach 40 Minuten noch im erträglichen Rahmen lag, war von entschlossener Gegenwehr nichts zu spüren – weder auf dem Feld noch auf der Bank. Einzig der zum Kreisläufer umfunktionierte Routinier Timm Schneider versuchte, seine Kollegen immer wieder aufzumuntern. Seine Rufe wurden allerdings nicht erhört. Kein Wunder, dass sich die Rothenbach-Halle trotz dieses Top-Spiels nicht in einen Hexenkessel verwandelte.

Durchschlagskraft

Julius Kühn hatte in der Anfangsphase gute Szenen, Kai Häfner vor allem in der zweiten Hälfte – das waren schon die Akzente, die die Hausherren im Rückraum setzten. Spielmacher Lasse Mikkelsen kam längst nicht so zur Entfaltung wie sonst. 

Und mit den später eingewechselten Domagoj Pavlovic und Roman Sidorowicz trat keine Besserung ein. Gefährlich wurde es nur dann, wenn Kapitän Finn Lemke als zusätzlicher Kreisspieler eingesetzt wurde. So kam die MT nur zu 19 Treffern. Alle anderen Bundesligisten haben zum Auftakt häufiger getroffen.

Defensiv-Verhalten

Nicht nur im Angriff haperte es. In den Vorjahren zählte die 6:0-Deckung zu den Prunkstücken. Nun bot die MT-Abwehr den Gästen immer wieder Lücken, die vor allem Goran Johannessen und Magnus Röd nutzten. Und wenn hinten keine Bälle erobert werden, wird es schwer, Gegenstöße zu laufen. Nur zwei MT-Treffer resultierten aus Kontern.

Stimmung

Sportlich lief die Vorbereitung der MT nahezu optimal. Und was die Stimmung innerhalb der Mannschaft anbelangt, da schien ein frischer Geist zu wehen. Eine neue Mentalität. Es herrschte Euphorie. „Wir haben uns auf das Spiel gegen Flensburg gefreut und wollten alles geben“, sagte Mikkelsen am Sonntag, ergänzte aber: „Das sah dann vielleicht nicht so aus.“ Die MT-Profis müssen sich die Frage gefallen lassen: Wenn nicht gegen den Meister zum Saisonauftakt in ausverkaufter Halle ein Ruck durch die Mannschaft geht – wann soll das der Fall sein?

Insofern steht die Stimmung auf der Kippe. „Wir stehen schon unter Druck“, sagte Grimm. Am Donnerstag ab 19 Uhr steht die schwierige Aufgabe in Solingen beim Bergischen HC auf dem Programm. „Bis dahin müssen wir uns deutlich steigern“, stellt Sjöstrand klar. Erst im Mai hatte die MT bei den Bergischen Löwen knapp verloren. Grund genug, die eigene Qualität endlich zu zeigen.

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