Zwei deutsche WM-Hoffnungen

MT Melsungen bei Frisch Auf Göppingen zu Gast: Julius Kühn und Sebastian Heymann im Fokus

MT Melsungens Torjäger Julius Kühn ist ein deutscher Hoffnungsträger für die WM im Januar
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Wurfgewalt: Melsungens Torjäger Julius Kühn.

Vor dem Gastspiel der MT Melsungen in der Handball-Bundesliga bei Frisch Auf Göppingen blicken wir auf zwei deutsche Hoffnungsträger für die WM im Januar: Julius Kühn (MT) und Sebastian Heymann (FAG).

Kassel – Der Erfolg einer Handball-Mannschaft hängt nicht selten von der Besetzung des linken Rückraums ab, der so genannten Königsposition. Die Auswahl des Deutschen Handballbundes (DHB) setzt bei der WM im Januar in Ägypten voraussichtlich auf Julius Kühn von der MT Melsungen und Sebastian Heymann von Frisch Auf Göppingen. Zwei wurfgewaltige Schützen mit Gardemaß: Kühn und Heymann messen jeweils 1,98 Meter.

Am Sonntag ab 16 Uhr (Sky) sind die beiden Bundesliga-Torjäger aber erst einmal Kontrahenten – dann gastiert die MT in der Göppinger EWS-Arena. „Wir haben ein gutes Verhältnis“, sagt Kühn, „Basti fragt mich viel, weil er ja noch recht neu bei der Nationalmannschaft ist und die Spielzüge noch nicht alle so gut kennt. Ich hoffe, ich kann ihm ein bisschen helfen.“

Während der 27 Jahre alte MT-Profi schon 64 Einsätze für Deutschland absolviert und einige große Turniere gespielt hat, gehört Heymann (22) zu den großen deutschen Talenten. „Wir haben beide unsere Stärken und können damit einen Gegner vor eine neue Aufgabe stellen. Daher glaube ich, dass das gut klappen kann“, stellt der gebürtige Heilbronner fest, „ich hoffe, dass ich von seiner Erfahrung noch einiges lernen kann.“

Angreifer im Team von Frisch Auf Göppingen: Sebastian Heymann (hier im Nationaltrikot).

Der Melsunger Rechtsaußen Timo Kastening sagt sogar über den Göppinger Angreifer: „Basti bringt alle Voraussetzungen mit, um in Deutschland mal der Mann auf Halblinks zu werden.“

Anders als Kühn sucht Heymann oft die 1:1-Situationen und schließt damit häufig aus sechs, sieben Metern ab. „Dann wird es aber auch schon schwierig, Unterschiede bei uns auszumachen“, erklärt der Melsunger Rückraumschütze. Wenn überhaupt, dann unterscheiden sie sich durch ihren Platz in der Abwehr. Kühn verteidigt auf einer Halbposition, Heymann kann dagegen auch im Zentrum decken.

„Julius ist für mich einer der besten Halblinken in der Bundesliga. Er ist physisch sehr stark und hat einen super Wurf, aber auch ein gutes Auge dafür, wie der Block steht: ob er werfen kann, tippen muss oder doch nochmal weiterspielen sollte“, sagt Heymann über den MT-Schützen.

Neben den großartigen Qualitäten im Angriff verbindet die beiden Halblinken noch ein nicht so schönes Detail: eine lange Pause nach einem Kreuzbandriss. Der Melsunger hatte sich im Oktober 2018, drei Monate vor der Heim-WM, schwer verletzt. Göppingens Hoffnungsträger erwischte es dann fast genau ein Jahr später. Seit September ist Heymann wieder fit. In den bisherigen 13 Punktspielen gelangen ihm bei einer beachtlichen Wurfquote von 73 Prozent 57 Tore – er profitiert dabei vom isländischen Spielmacher Janus Smarason.

„Grundsätzlich bin ich mit meiner Leistung nach dieser langwierigen Verletzung zufrieden. Klar fehlt es noch ein bisschen an der Konstanz, vor allem in der Abwehr passt es manchmal noch nicht hundertprozentig, aber auch das wird mit jedem Spiel ein bisschen besser“, betont der Frisch-Auf-Spieler, „ich hoffe, dass ich im Laufe der Zeit körperlich noch einen Schritt nach vorn machen kann und noch mehr Vertrauen in mein Knie bekomme.“

Kühn war unterdessen in neun Begegnungen bislang schon 56-mal erfolgreich – für den Ex-Gummersbacher steht jedoch ein Wert von 60 Prozent zu Buche. Mal sehen, wie die Zahlen nach der Partie am Sonntag sind. (Björn Mahr)

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