Handballer seit vier Wochen in der Vorbereitung

Zwischenbilanz: Im Tor hat die MT Melsungen die Qual der Wahl

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In erstaunlicher Frühform: Melsungens Torwart Johan Sjöstrand (rechts, hier gegen den Gummersbacher Dayan Yonatan). 

Vor vier Wochen stieg Handball-Bundesligist MT Melsungen in die Saison-Vorbereitung ein. Jetzt sind es nur noch elf Tage bis zum ersten Pflichtspiel. 

Am 17. August geht es mit einer Partie gegen den Zweitligisten DJK Rimpar Wölfe beim Pokal-Auftaktturnier in Rodgau los. Grund genug, um eine Zwischenbilanz zu ziehen.

Die Spielidee

Es ist klar zu erkennen, was Trainer Heiko Grimm spielen lassen will: Hochgeschwindigkeitshandball. Während allerdings im gebundenen Spiel oft noch die nötige Tiefe fehlt, läuft es im erweiterten Gegenstoß schon sehr respektabel. Sobald Finn Lemke und Julius Kühn aus der Abwehr mit nach vorn marschieren, bekommen die gegnerischen Verteidiger große Schwierigkeiten. Dass Lemke vier Tore beim Finale des Sparkassencups gegen den SC Magdeburg warf, kam nicht von ungefähr.

In der Deckung waren in den vergangenen Tagen aber noch einige Schwächen unübersehbar. „Wir haben gegen Gummersbach den Kreisläufer ganz schlecht verteidigt“, räumte Lemke ein. Immerhin: Die Zahl der Gegentore nahm bis zum Endspiel stetig ab.

Die Torwartsituation

Am Sonntagabend stürzten sich die Melsunger Mitspieler und auch viele MT-Fans auf Torwart Nebojsa Simic. Klar, seine Paraden im Siebenmeterwerfen des Sparkassencups waren spektakulär. Das brachte ihm die Auszeichnung des besten Torwarts des Turniers ein. Allerdings hatte sein Kollege Johan Sjöstrand mit Glanzleistungen gegen Gummersbach und Lemgo den Einzug ins Finale überhaupt erst möglich gemacht. „Johan war super“, sagte Simic. Auch Grimm zeigte sich vom Auftritt des Schweden angetan: „Er kam topfit aus der Sommerpause, er soll so weitermachen.“

Es ist Sjöstrands Abschiedssaison. Die MT plant ab Sommer 2020 mit Simic und Berlins Silvio Heinevetter. Der Ex-Kieler muss sich dann nach einem neuen Klub umschauen. „Ich habe ein paar Optionen und will auch noch einige Jahre auf dem Niveau spielen“, stellt der 32-Jährige klar. Wenn er seine derzeitige Top-Form konservieren kann, wird er sich vor Angeboten kaum retten können.

Die Torausbeute

Die Melsunger sind darum bemüht, wie ein Spitzenteam aufzutreten. Doch sie lassen noch zu viele Chancen liegen. Speziell von den Außenpositionen hätte beim Sparkassencup noch mehr kommen müssen. Am Kreis hingegen hatten Marino Maric und Timm Schneider viele gute Szenen. Dieses Duo soll künftig im Angriff Lücken schaffen. „Ich habe mit dieser Rolle kein Problem“, sagt Schneider, der gelernte Rückraumakteur. „Wichtig ist es, dass ich eine Rolle habe, die mir Spaß macht.“ Felix Danner soll sich zusammen mit Lemke vornehmlich um die eigene Abwehr kümmern, aber auch die schnellen Gegenstöße mitlaufen.

Die Neuzugänge

Neuzugang Kai Häfner deutete seine Klasse wiederholt an. Wie er gegen Magdeburg kurz vor Ende der regulären Spielzeit in schwieriger Situation aus der Hüfte unter die Latte traf, war aller Ehren wert. Aber auch Stefan Salger, die zweite Neuverpflichtung, sucht seine Chancen. Gegen Lemgo traf er sechsmal. In der Abwehr ist Salger als Alternative zu Lemke und Danner vorgesehen.

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