34:26-Auswärtssieg der Melsunger Handballer

MT Melsungen jubelt nach Derbysieg in Wetzlar

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Melsunger Bundesliga-Handballer gewinnen Hessen-Derby mit 34:26.

Ein überzeugender Sieg, ein positives Punktekonto und viele glückliche Fans – die Handballer der MT Melsungen haben sich vor 4018 Zuschauern in der Rittal-Arena im Hessenderby von ihrer besten Seite gezeigt und der HSG Wetzlar eine empfindliche 26:34 (11:16)-Heimniederlage beigebracht. „Derbysieger, Derbysieger“, skandierte der Melsunger Anhang schon in der Schlussminute.

Seit Februar 2015 hatten die Melsunger nicht mehr in der Rittal-Arena gewonnen. Es war von Beginn an zu spüren, dass die Nordhessen diese Negativserie stoppen wollten. Mit kühlem Kopf gingen sie die Aufgabe an. Vor allem ein Melsunger Akteur narrte die HSG-Deckung in regelmäßigen Abständen: Domagoj Pavlovic. Der kroatische Nationalspieler war Denker und Lenker, war selbst torgefährlich, harmonierte mit seinen Nebenleuten Michael Müller und Julius Kühn hervorragend und verhinderte zudem ein sicheres Tor der Wetzlar. In der 26. Minute warf der Norweger Kristian Björnsen auf das verwaiste MT-Gehäuse. Doch Pavlovic – vielleicht nicht ganz so spektakulär wie Kiels Rune Dahmke im Januar bei der EM – parierte regelkonform am eigenen Kreis.

Zu diesem Zeitpunkt hatten die Gäste bereits 13:10 geführt. Es wäre mit etwas mehr Cleverness sogar ein noch klarerer Vorsprung drin gewesen. Aber auch so konnte Trainer Heiko Grimm mit seinem Team überaus zufrieden sein. Die 6:0-Deckung mit den kompromisslosen Innenverteidigern Finn Lemke und Philipp Müller verurteilte den Rückraum der Hausherren teilweise zur Wirkungslosigkeit. Dadurch kamen die Melsunger endlich einmal zu vielen Kontertreffern. Marino Maric besorgte auf diese Weise das 16:11 kurz vor dem Wechsel. Es war mit Abstand das Beste, was der ambitionierte Klub von der Fulda in einer ersten Hälfte in dieser noch jungen Serie bot.

Zwar verwandelte Wetzlars Siebenmeterspezialist Maximilian Holst nach der Pause einen weiteren Strafwurf sicher, die Partie dominierte aber der Gast: Rechtsaußen Tobias Reichmann zum 20:14 (37.). Es roch schon nach Vorentscheidung, als Torjäger Kühn kurz darauf auf 21:14 erhöhte (39.). Umso mehr, als der kurz für Nebojsa Simic eingewechselte Johan Sjöstrand einen Siebenmeter von Holst entschärfte. Dafür gab es „Johan, Johan“-Sprechchöre von den mehr als 50 mitgereisten Fans. Und die Anhänger waren auch noch Sekunden später in bester Laune, weil Michael Allendorf und Reichmann auf 23:14 (41.) stellten.

Jetzt ging es nur noch darum, das Spiel sicher nach Hause zu bringen. Und die MT Melsungen präsentierte sich sehr geduldig. Grimm wechselte nur punktuell. Pavlovic dufte sich etwas erholen, nachdem er in einem Zweikampf mit dem Portugiesen zu Boden gegangen war. Dafür kam der Däne Lasse Mikkelsen rein, und dieser fügte sich nahtlos ein. Wetzlar scheint ohnehin ein gutes Pflaster für ihn zu sein: Bei der 28:31-Niederlage im April war er mit acht Toren bester Werfer der Nordhessen.

Auch Lemke im Angriff

In der Schlussphase ließ Grimm dann auch Finn Lemke im Angriff spielen. Ungewohnte Spielanteile, die dieser gleich zu einigen Treffern nutzte. Dass HSG-Torwarttalent Till Klimpke im Verlauf der Begegnung zweimal ins leere gegnerische Gehäuse traf, konnten die Gäste verschmerzen. In der Schlusssekunde besorgte Linksaußen Yves Kunkel den 34:26-Endstand.

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