MT-Siegesserie hält an

Die MT Melsungen kann auch Derby - 31:26-Sieg in Wetzlar

Durchgetankt: Melsungens Kai Häfner.
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Durchgetankt: Melsungens Kai Häfner.

Die Siegesserie der MT Melsungen in der Handball-Bundesliga hält an. Die Nordhessen gewannen das Derby bei der HSG Wetzlar 31:26.

Update von 21.46 Uhr - Welch eine Energieleistung: Handball-Bundesligist MT Melsungen hat nach verkorkster erster Hälfte und einem zwischenzeitlichen Sieben-Tore-Rückstand noch vor 4009 Zuschauern im Hessenderby bei der HSG Wetzlar 31:26 (11:17) gewonnen. Es war der sechste Pflichtspielsieg in Folge. Im fünften Punktspiel in Serie markierten die Nordhessen exakt 31 Treffer. Die überragenden Schützen waren Michael Allendorf (9) und Kai Häfner (7) 

„Wir haben in der ersten Hälfte keinen Zugriff gefunden“, bilanzierte Trainer Heiko Grimm, „umso stolzer bin ich darauf, wie wir zurückgekommen sind. Wir haben eine überragende Reaktion gezeigt.“ Der zweite Durchgang ging mit 20:9 (!) an die MT. Nach der Schlusssirene genossen die Gäste die Ovationen der 200 Melsunger Fans. Das komplette Team kletterte in den MT-Block und feierte mit seinem Anhang. „Es war ein bisschen eng, aber super“, sagte Kapitän Finn Lemke – sichtlich gezeichnet von einer Partie, die alles andere als erfolgreich begonnen hatte. „Wir haben uns zunächst sehr schwergetan, es war fast ein Rückfall in alte Zeiten“, meinte Manager Axel Geerken.

In der Theorie war es aus Melsunger Sicht eigentlich ganz leicht. Das Team musste nur da weitermachen, wo es eine Woche zuvor gegen Spitzenreiter Hannover-Burgdorf aufgehört hatte. In der Praxis gestaltete sich die Aufgabe äußerst schwierig. Wetzlar – das heißt 60 Minuten Kampf. Nur, dass die Gäste viel zu brav agierten. Trotz der lautstarken Unterstützung der eigenen 200 Fans waren die MT-Profis nicht bereit, einen Schritt mehr zu machen. So waren die 1:0- und 2:1-Führung durch Treffer von Kai Häfner (4.) und Julius Kühn (7.) noch das Erfreulichste im ersten Abschnitt. 

Mit jeder Minute wurde die Überlegenheit der Wetzlarer größer. Zudem war HSG-Torwart Till Klimpke sofort gut im Spiel und einen Tick besser als sein Gegenüber Nebojsa Simic. Allerdings waren einige Würfe der Gäste – wie etwa die von Lasse Mikkelsen – auch keine wirkliche Prüfung für den jungen Schlussmann. Nach einer Auszeit gelang es der MT durch Häfner und den eingewechselten Dimitri Ignatow, den Abstand auf 5:7 verkürzen (18.). Ein Gefühl für das Spiel bekam der Gast selbst nach dem 7:8 von Kapitän Finn Lemke, der ins verwaiste Tor traf, nicht. „So etwas rächt sich normalerweise“, räumte Häfner ein. 

In Überzahl-Situationen schafften es die Nordhessen zu selten, den Kontrahenten vom eigenen Strafraum fernzuhalten. Was auch fünf Siebenmeter-Tore von Wetzlars Maximilian Holst bis zur Pause dokumentierten. Von 11:9 setzte sich das Heimteam durch Alexander Feld, Holst (2) und Stefan Kneer bis auf 15:9 ab. Melsungen brauchte dringend neue Impulse. Mehr Emotion. Mehr Durchschlagskraft. Der Beginn der zweiten Hälfte ließ sich gut an. Michael Allendorf (2), Lemke und Youngster Ignatow brachten die MT von 11:18 auf 17:19 (38.) heran. Dazu kamen ein paar wichtige Paraden von Torsteher Johan Sjöstrand. Es keimte Hoffnung auf – auch wenn Allendorf das mögliche 19:20 gegen Klimpke verpasste (41.). 

Mit einer deutlich beweglicheren Abwehr wurde die MT stärker. Das 21:21 gelang Ignatow (46.). Ausgang wieder vollkommen offen. Das nächste kurzfristige Ziel der Gäste lautete nun: eine Führung. Ignatow hatte sie in der Hand, scheiterte beim Konter aber an Klimpke (49.). Wetzlars Coach Kai Wandschneider richtete seine Deckung nun offensiver aus. Das hielt aber Häfner nicht ab, mit einem Gewaltwurf auf 24:23 zu stellen – die zweite Führung der Nordhessen an diesem Nachmittag. „Jetzt geht’s los“, skandierten die mitgereisten Anhänger. Und es kam noch besser: Lemke zum 25:23, Allendorf zum 26:23 (53.). Um es mal ganz deutlich sagen: Die Melsunger zeigten, dass sie nicht nur Topspiel, sondern auch Derby können. Fantastisch, wie Sjöstrand gegen Kristian Björnsen rettete (54.). „Das war eine Parade fürs Fernsehen“, freute sich der Schwede. Nach dem 28:25 von Domagoj Pavlovic war die MT nicht mehr aufzuhalten.

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