„Sehr gute Mannschaftsleistung“

MT Melsungen kann sich nur kurz über Sieg beim Bergischen HC freuen: morgen Kiel, Montag Flensburg

Melsungens Julius Kühn (linkes Bild) behauptet den Ball gegen Max Darj (Bergischer HC).
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Voller Einsatz: Melsungens Julius Kühn (linkes Bild) behauptet den Ball gegen Max Darj (Bergischer HC). Im rechten

Nach dem Sieg beim Bergischen HC ist vor den Spielen in Kiel und Flensburg - ein Blick auf den Handball-Bundesligisten MT Melsungen.

Kassel – Luka Simic hatte am Mittwoch Geburtstag. Ein Jahr alt ist er geworden. Von seinem Papa hatte Luka an diesem Tag allerdings fast gar nichts. Denn Nebojsa Simic ist der Torwart des Handball-Bundesligisten MT Melsungen und war mit seinem Team nach Solingen gereist – zum Auswärtsspiel gegen den Bergischen HC.

„Der Geburtstag war sicher eine Extra-Motivation für mich. Wenn ich schon nicht mit meinem Sohn feiern kann, dann sollte sich die Reise aber auch lohnen“, sagte „Simo“ nach der Partie in der Klingenhalle. „Und jetzt komme ich mit einem guten Gefühl nach Hause.“ Denn der Montenegriner führte die MT mit elf, teilweise spektakulären Paraden zum 25:23-Sieg. Allerdings kann Simic in diesen Tagen auch weiterhin nicht viel Zeit mit seiner Frau Aleksandra und dem Sohnemann verbringen. Über Pfingsten sind die Melsunger viel unterwegs. Morgen ab 20.30 Uhr spielt das Team von Coach Gudmundur Gudmundsson beim THW Kiel, am Montag ab 18.30 Uhr gastieren die Nordhessen beim Tabellenzweiten SG Flensburg-Handewitt. Die zwei schwierigsten Aufgaben des Jahres innerhalb von nur 48 Stunden.

Da hilft es, dass die Melsunger seit vier Spielen ungeschlagen sind und weiter Selbstvertrauen getankt haben. „Das war eine sehr gute Mannschaftsleistung“, lobte Gudmundsson sein Team für den Auftritt im Bergischen Land. „Wir konnten uns auf unsere Deckung und auf unseren Torhüter verlassen“, stellte Rückraumschütze Julius Kühn erfreut fest.

Zwar war die Zahl der technischen Fehler bei den Gästen immer noch zu hoch, zumindest klappte es diesmal deutlich besser im Rückzugsverhalten. Nachdem die Nordhessen eine Woche zuvor noch beim 30:30 in Minden mehrfach ausgekontert wurden, war an der Rückwärtsbewegung der Mannschaft nicht so viel zu kritisieren. Speziell in der zweiten Hälfte gelang es Kapitän Finn Lemke und seinen Nebenleuten immer wieder, die nach vorn stürmenden BHC-Akteure zu stellen und damit leichte Abschlüsse des Kontrahenten zu verhindern.

Starker MT-Torwart in Solingen: Nebojsa Simic.

Als vor gut 20 Jahren das System der Schnellen Mitte eingeführt wurde, gab es von den Trainern eine klare Ansage: Jubeln verboten. Diese Regel gilt inzwischen mehr denn je. „Bei unserem Programm können wir es uns ohnehin nicht leisten, ein Tor noch kräftig zu feiern. Das kostet ja nur noch mehr Kraft“, sagte Torjäger Kühn schmunzelnd.

Dabei hätten es einige Treffer durchaus verdient gehabt, ausgiebiger bejubelt zu werden. Von praktisch allen Positionen entwickelten die Nordhessen nach dem Wechsel Torgefahr. Dann kam auch Kühns Wurfgewalt mehr zum Tragen. „Wir haben viel variabler gespielt. Und dann hat es Klack gemacht“, stellte der Nationalspieler fest. Im ersten Durchgang hatte er noch einige Anlaufschwierigkeiten: „Ich wollte es auch nicht erzwingen.“ Zusammen mit Regisseur Domagoj Pavlovic sorgte er in Solingen letztlich nahezu für die Hälfte aller Melsunger Tore. Daran gilt es, in Kiel anzuknüpfen.

„Wenn du etwas Zählbares von dort mitnehmen möchtest, dann musst du abgezockt sein“, verdeutlicht Kühn vor dem Auftritt beim Rekordmeister. Leichte Ballverluste? Sind da praktisch nicht erlaubt. Bei der 26:32-Heimniederlage vor einem Monat gegen den THW hatte Melsungen 17 Gegentreffer aus schnellen Gegenstößen kassiert. „Die technischen Fehler müssen weniger werden“, erklärt Gudmundsson.

Dass sowohl die Kieler als auch die Flensburger am Mittwochabend aus der Königsklasse ausgeschieden sind, sieht der Isländer nicht als Vorteil für seine Mannschaft: „Nun werden die beiden Klubs noch fokussierter gegen uns auftreten.“ (Björn Mahr und Manuel Kopp)

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