Donnerstag in Balingen

MT-Melsungen-Kapitän Kai Häfner nach Niederlage bei der HSG Wetzlar: Es tut weh, so zu verlieren

Nicht zufrieden: MT-Kapitän Kai Häfner (rechts) klatscht sich mit Spielmacher Elvar Örn Jonsson ab.
+
Nicht zufrieden: MT-Kapitän Kai Häfner (rechts) klatscht sich mit Spielmacher Elvar Örn Jonsson ab.

Handball-Bundesligist MT Melsungen verlor am Sonntag bei der HSG Wetzlar. Wir blicken noch einmal auf die 28:31-Niederlage.

Kassel – Auch am Tag nach der 28:31-Niederlage im Hessenderby bei der HSG Wetzlar grübelte Nebojsa Simic. „Du fragst dich schon, welche Bälle du noch hättest halten können“, erklärte der Torwart des Handball-Bundesligisten MT Melsungen. Simic bot mit 14 Paraden zwar eine starke Leistung, sagte aber auch: „Nach einer Niederlage kann ich nie zufrieden sein. Ein, zwei Würfe von Stefan Cavor hätte ich vielleicht abwehren können.“

Ausgerechnet sein montenegrinischer Landsmann trumpfte im Wetzlarer Trikot auf und erzielte insgesamt acht Tore. „Er hat ein gutes Spiel gemacht“, erkannte der Schlussmann die Leistung des wurfgewaltigen Rückraumschützen respektvoll an. Zumal Simic seinen Vorderleuten keine großen Vorwürfe machen mochte: „Unsere Abwehr hat gut gedeckt. Leider hat es Wetzlar trotz Passivspiel immer wieder geschafft, noch zu guten Wurfpositionen zu kommen. Da haben wir nicht den letzten Schritt gemacht.“ Die Folge: Cavor und insbesondere auch der Schweizer Torjäger Lenny Rubin waren wiederholt für die Mittelhessen aus der Distanz erfolgreich.

Zudem kassierten die Nordhessen zu viele Gegentore aus den schnellen Gegenstößen. Viermal trafen die Wetzlarer gar ins verwaiste Melsunger Gehäuse, als die Gäste aus taktischen Gründen mit einem siebten Feldspieler angegriffen und nicht schnell genug wieder ihren Torwart eingewechselt haben.

Kurz vor Ende hatten die Melsunger nach Treffern von Yves Kunkel und Timo Kastening dennoch 27:26 (54.) geführt, ehe wieder der Gastgeber das Kommando übernahm. „Der Gegner hat es auch gut gemacht, genauso wie der HSV vor einer Woche. Dennoch tut es weh, so zu verlieren. Wir haben uns für unseren großen Aufwand erneut nicht belohnt“, bedauerte Kapitän Kai Häfner.

Nach drei Siegen gegen den TVB Stuttgart, beim SC DHfK Leipzig und gegen die Rhein-Neckar Löwen mussten die Nordhessen nun zwei Niederlagen in Folge einstecken. Damit verpasste das Team von Trainer Roberto Garcia Parrondo die gute Chance, etwas näher an die Europapokalränge heranzurücken. „Wir sind auf dem richtigen Weg, aber nach drei Siegen in Folge hat es sich natürlich auch besser angefühlt als jetzt gerade“, stellt Häfner fest.

Der nächste schwere Brocken wartet am Donnerstag ab 19.05 Uhr (Sky) in der Sparkassen-Arena beim abstiegsgefährdeten HBW Balingen-Weilstetten. „Jeder weiß, wie knackig die Spiele in Balingen sind“, betont der MT-Anführer. Häfner, der einen Vertrag bis zum 30. Juni 2023 bei den Melsungern besitzt, muss es auch wissen. Genauso wie seine Teamkollegen Gleb Kalarash und Kunkel trug er schon das Trikot der Gallier von der Alb.

„Da brauchen wir einen seriösen Auftritt. Wir wollen zurückkommen und in der Tabelle weiter nach oben marschieren“, sagt Simic. Bei den Balingern bekommt er es mit einem anderen Montenegriner zu tun: Vladan Lipovina ist ähnlich torgefährlich aus dem rechten Rückraum wie Cavor. „Ich freue mich auf die Gespräche nach dem Spiel mit ihm“, erklärt der Torhüter.

Beide stehen im vorläufigen montenegrinischen Kader für die EM im Januar. Insgesamt neun MT-Profis tauchen in den Listen der Verbände auf: neben Simic noch Häfner, Kastening, Julius Kühn, Silvio Heinevetter (alle Deutschland), Elva Örn Jonsson, Arnar Freyr Arnarsson (beide Island) sowie die Kroaten Marino Maric und Domagoj Pavlovic. (Björn Mahr)

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.