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Ein Absolut verdienter Punkt: MT Melsungen liefert Flensburg bei 25:25 Duell auf Augenhöhe

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Von: Maximilian Bülau

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Melsungens Handballer Elvar Örn Jonsson  beim Wurf.  Rechts:  Johannes Golla
Im Flug: Elvar Örn Jonsson (Zweiter von rechts) setzt sich gegen Johannes Golla (rechts) und Simon Hald Jensen (Dritter von rechts) durch. Links: Lasse Möller und Arnar Freyr Arnarsson. © Andreas Fischer

Starker Punktgewinn für Melsungens Handballer: Es war ein Duell auf Augenhöhe beim Unentschieden gegen Flensburg. Die Schlussphase hatte es in sich.

Kassel – Wenn vorn auf dem Trikot eines Handball-Bundesligisten „Nord-Schrott“ zu lesen ist, dann wirkt das ja schon ungewollt komisch. Wenn dieser Nord-Schrott dann auch noch aus Flensburg kommt, ein Traditions- und Topklub der Spielklasse, dann ist dieser Schriftzug am ehesten ein Tiefstapeln. Oder eben unpassende Werbung. Als Nord-Schrott präsentierten sich die SG Flensburg-Handewitt ganz sicher nicht beim Gastspiel in der Kasseler Rothenbach-Halle gegen die MT Melsungen. Und Schrott war dieses enge, heiße Duell, das mit einem 25:25 (12:12) endete, ganz sicher auch nicht.

Erstmals in dieser Saison, erstmals seit mehr als zwei Jahren und dem Beginn der Corona-Pandemie, waren mehr als 4000 Zuschauer – 4309 – gekommen. Klar, es war ja schließlich auch ein Topspiel zwischen dem Fünften aus Flensburg und den fünfmal in Folge siegreichen Melsungern. Die ganz nebenbei derzeit eine der besten Abwehrreihen – wenn nicht die beste – in Deutschland stellen. Und mit Nebojsa Simic den vielleicht formstärksten Keeper hinter sich wissen dürfen. Und weil die Gäste ebenfalls stark verteidigten, war es vor allem die Defensive, die diesem Duell den Stempel aufdrückte. „Es war sehr intensiv, viel Kampf – und für jeden Zuschauer ein Genuss“, sagte MT-Coach Roberto Garcia Parrondo.

Zwar markierte Kai Häfner bereits nach 38 Sekunden das 1:0. Doch es dauerte drei Minuten, bis der nächste Treffer fiel, dieses Mal für die SG. 60 Sekunden später lagen die Gäste 3:1 vorn, die MT kam wieder ran, so wogte es in Hälfte eins immer hin und her. Beide Teams standen gut. Beiden Teams fehlten offensiv die Ideen. Und die Möglichkeiten. Bei den Flensburgern fehlten mit Magnus Röd und Jim Gottfriedsson zwei Top-Leute. Bei der MT waren Julius Kühn, Timo Kastening, Domagoj Pavlovic, Finn Lemke, David Mandic und Rogerio Moraes raus.

SG-Torhüter Benjamin Buric bestimmte die Anfangsphase. Als Simic erstmals eine Hand am Ball hatte, stand Buric bereits bei drei Paraden. Bis zur Pause wendete sich das Blatt, und Simic hatte mit sieben gehaltenen Bällen einen mehr als sein Gegenüber. Der Montenegriner sorgte so auch für ordentlich Stimmung in der Halle.

Für Highlights war ansonsten Elvar Örn Jonsson auf der Melsunger Seite zuständig. Nach einem sensationellen Wackler erzielte der Isländer das 9:8 (21.) und zog zudem die Zeitstrafe für Franz Semper. Nach einem ebenso sensationellen Anspiel von Häfner war Jonsson mit dem 10:9 zur Stelle. Einziger Makel: Kurz vor der Pause bekam der Isländer selbst die zweite Zeitstrafe. In der Folge glichen die Gäste, die die meisten Treffer nach Gegenstößen erzielten, noch zum 12:12 aus. Der Pausenstand.

„Simo! Simo! Simo!“ So ging der zweite Durchgang los. Besser gesagt: Mit diesen Rufen von der Tribüne ging er los. Warum? Weil Simic erst überragend gegen Teitur Örn Einarsson parierte, dann einen Siebenmeter von Johan Hansen hielt (einen von vier im Spiel). Er legte noch eine Parade gegen Aaron Mensing nach. Den ersten Treffer der zweiten Hälfte machte Aidenas Malasinskas zum 13:12 (34.). Es war kein Offensivspektakel, es war eine Abwehrschlacht. Mit Fehlern im Angriff auf beiden Seiten.

Was Simic aber ablieferte, es war kaum in Worte zu fassen. Einen Ball nach dem anderen hielt er, brachte die Gäste an den Rand der Verzweiflung. Am Ende stand er wieder bei 15 Paraden. Die MT war voll dabei. Keine Mannschaft konnte sich absetzen. Kein Team führte in den 60 Minuten mit mehr als zwei Treffern.

Die Schlussphase wurde schließlich noch einmal unfassbar packend. Flensburg zwei Tore vorn, die MT gleicht wieder aus, 20:20 (49.), Häfner lässt sich einmal abfeiern nach seinem Treffer. Noch zehn Minuten. 22:22. Noch fünf Minuten. Die Gäste setzen sich auf 24:22 ab. 24:24, Jonsson und Häfner. Alles offen, alles drin. Alle stehen. Siebenmeter, Simic hält gegen Möller. Wahnsinn. Flensburg bleibt in Ballbesitz. Auszeit. Flensburg geht in Führung. Agustin Casado holt sechs Sekunden vor dem Ende einen Siebenmeter raus. Malasinskas übernimmt Verantwortung. Und trifft. Die Melsunger jubeln. Sie freuen sich über einen Punkt. Über einen absolut verdienten.

Parrondo war hinterher stolz „auf das, was die Mannschaft derzeit zeigt. Wir haben Fehler gemacht, wir können noch einiges besser machen. Aber wir arbeiten als Team sehr gut zusammen.“ (Maximilian Bülau)

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