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MT Melsungen: Manager Axel Geerken und Sportdirektor Michael Allendorf vor dem Vorbereitungsstart im Interview

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Seite an Seite für die MT: Sportdirektor Michael Allendorf und Manager Axel Geerken.
Seite an Seite für die MT: Sportdirektor Michael Allendorf und Manager Axel Geerken. © Björn Mahr

Am Montag können Handball-Bundesligist MT Melsungen und sein Trainer Roberto Garcia Parrondo mit der Vorbereitung auf die Saison 2022/23 beginnen. Wir haben vor dem Trainingsstart mit MT-Manager Axel Geerken und dem neuen Sportdirektor Michael Allendorf gesprochen.

Melsungen – Die meisten Vorarbeiten sind erledigt. Am Montag können Handball-Bundesligist MT Melsungen und sein Trainer Roberto Garcia Parrondo mit der Vorbereitung auf die Saison 2022/23 beginnen. Wir haben vor dem Trainingsstart mit MT-Manager Axel Geerken und dem neuen Sportdirektor Michael Allendorf über die ersten gemeinsamen Arbeitswochen, das deutlich veränderte Bundesliga-Team und die Neuzugänge gesprochen.

Herr Geerken, seit dem 1. Juli ist Michael Allendorf als Sportdirektor ständig an Ihrer Seite. Inwieweit hat sich damit Ihre tägliche Arbeit verändert?

Axel Geerken: Michi ist schon länger nicht nur an meiner, sondern an unserer Seite. Zwar ging es offiziell am 1. Juli los, das heißt aber nicht, dass für ihn alles neu ist. Momentan lernt Michi noch viele Sachen. Er ist in alle Abläufe eingebunden und ich versuche, ihm so viel wie möglich zu zeigen. Es gab seit dem 1. Juli also keine besonderen Veränderungen.

An Urlaub war da bislang nicht zu denken?

Geerken: Nein, aber das ist ganz normal, dass die im Hintergrund arbeitenden Menschen am meisten zu tun haben, wenn die Spieler im Sommerurlaub sind. Deshalb freuen wir uns darauf, dass jetzt die Vorbereitung startet. Denn das bedeutet, dass es an der einen oder anderen Stelle für uns etwas ruhiger wird.

Herr Allendorf, inwiefern waren die vergangenen Wochen ganz besonders für Sie?

Michael Allendorf: Es war schon aufregend. Allerdings war es ja auch nicht von Null auf Hundert. Es waren bereits einige Höhepunkte dabei. Wir waren zusammen beim Final Four der Champions League in Köln, und Axel hat mich auch mit zur Ligaversammlung genommen. Während meiner aktiven Karriere hatte ich nur mit meinem eigenen Berater zu tun. Jetzt stellen sich immer mehr Berater vor. Ich lerne praktisch jeden Tag jemand Neues kennen.

Kracht es auch schon mal zwischen Ihnen?

Geerken: Bisher noch nicht. An der einen oder anderen Stelle sind wir auch einmal unterschiedlicher Meinung. Wir haben aber einen so guten Austausch, dass wir immer einen gemeinschaftlichen Weg finden.

Herr Geerken, Sie und die MT haben nach sehr enttäuschenden Spieljahren viel Kritik einstecken müssen. Wie gehen Sie damit um?

Geerken: Ich schaue nach vorn. Das Entscheidende für mich ist, dass die Verantwortlichen im Klub zu mir Vertrauen haben – und das spüre ich zu jederzeit. Die Kritik, die am Ende entstand, kam von einem Spieler, der nicht zufrieden war, weil wir seinen Vertrag nicht verlängert haben. Ich weiß aber auch, dass sich die Kritik nicht gegen mich als Person, sondern gegen meine Funktion richtet. Ich komme ganz gut damit klar.

Am Montag steigt das Melsunger Team in die Vorbereitung ein. Das bedeutet für Sie?

Geerken: Für den Moment kann man dann erst mal festhalten: Es sind alle da, es geht los. Es gibt dann jedoch immer noch einiges zu tun. Wenn die Spieler da sind, dann müssen noch einige Formalitäten erledigt werden. Und die Kaderplanung ist ein Ganzjahresgeschäft. Allendorf: Der polnische Torwart Adam Morawski war der erste Neuzugang, der jetzt eingetroffen ist. Im Verlauf der Woche wird der Rest folgen. Ich werde den Neuen beim Einstieg helfen.

Haben Sie alle Namen aus dem Kader im Kopf?

Geerken: (schmunzelt) Ja. Es ist aber schon eine besondere Situation. Da wir noch einige Langzeitverletzte haben, mit Agustin Casado und Aidenas Malasinskas zwei Spieler nachverpflichtet und noch mehrere Talente aus dem Anschlusskader dabei haben, ist die Gruppe schon groß.

Was versprechen Sie sich vom spanischen Weltklassemann Agustin Casado?

Allendorf: Durch die Ausfälle von Elvar Örn Jonsson und Domagoj Pavlovic bestand Bedarf. Agustin ist nicht nur ein guter Mittelmann, sondern auch ein guter Halblinker. Zurzeit bewegt er sich auf einem Top-Level. Es kommt nicht von ungefähr, dass er für 2023 einen Vertrag in Veszprem unterschrieben hat. Wir sind davon überzeugt, dass er uns noch einmal deutlich verstärkt.

Wie sehr belasten die langfristigen Ausfälle von Timo Kastening, Elvar Örn Jonsson und Domagoj Pavlovic den Start?

Geerken: Das ist bestimmt nicht ohne. Nach dem Umbruch, den wir jetzt vollzogen haben, wird es während der Vorbereitung wichtig sein, dass sich das Team schnell als Mannschaft findet. Ich bin davon überzeugt, dass unser Trainer Roberto Garcia Parrondo das Ganze gut zusammenführt. Man muss mit der Mannschaft etwas Geduld haben. Dann kann etwas Gutes daraus entstehen. Allendorf: Dass beide etatmäßigen Spielmacher noch fehlen, wiegt schwer. Denn das spanische Spielsystem ist stark auf den Mittelmann ausgerichtet. Doch wir haben guten Ersatz bekommen. Und Roberto absolviert erstmals eine komplette Vorbereitung mit dem MT-Team. Da hat er die Zeit, um die Neuen auf ihren Positionen gut zu integrieren.

Welche Rolle wird Finn Lemke nach langer Verletzungspause zukommen?

Geerken: Bei ihm müssen wir abwarten, wie er auf die Belastung reagiert.

Die Mannschaft wurde in der vergangenen Saison personell arg gebeutelt. Welche Lehren haben Sie aus der Trainingssteuerung gezogen?

Geerken: Wir haben uns schon während der letzten Saison intensiv damit beschäftigt. Aber wir haben kein Muster erkennen können, weil es keine muskulären Verletzungen waren. Es lag nicht an der Trainingssteuerung. Zudem hatten sich zwei Spieler beim jeweiligen Nationalteam verletzt.

Einige andere Klubs haben schon mit der Vorbereitung begonnen. Sie sind etwas später dran. Haben Sie nicht ein bisschen die Sorge, die Belastung könnte zu groß sein?

Geerken: Die Jungs fangen nicht bei Null an. Sie haben Vorgaben bekommen und sind entsprechend vorbereitet. Allendorf: Aus meiner Zeit als Aktiver weiß ich: Als Spieler hast du lieber länger frei und trainierst eigenständig, um gut regenerieren zu können. Geerken: Nach den Corona-Jahren war es jetzt absolut notwendig, dass insbesondere die Vielspieler mal richtig verschnaufen konnten.

Wie wichtig werden mit Blick auf den Dauerkartenvorverkauf die Ergebnisse in der Vorbereitung sein?

Geerken: Wichtig ist eher, wie das Team funktioniert. Die Resultate haben nicht so den Einfluss auf den Dauerkartenverkauf. Ein bisschen Appetit machen kann man bei so einem Turnier wie dem Sparkassencup natürlich schon. Grundsätzlich ist der Dauerkarten-Absatz nicht so wie vor Corona. Die Zuschauer sind eher vorsichtig und wollen sich nicht so lange binden. (Björn Mahr)

Zu den Personen: Axel Geerken und Michael Allendorf

Axel Geerken (49) ist seit zehn Jahren Manager des Handball-Bundesligisten MT Melsungen. Zuvor war er Geschäftsführer in Gummersbach und in Wetzlar. Als Profi stand der gebürtige Oldenburger bei Wetzlar, Kiel und Großwallstadt im Tor, absolvierte zudem zehn Länderspiele. Geerken ist verheiratet und Vater einer Tochter und eines Sohnes.

Michael Allendorf (35) ist seit dem 1. Juli Sportdirektor beim Handball-Bundesligisten MT Melsungen. Zuvor trug er mehr als zehn Jahre das Trikot des Klubs. Der Linksaußen spielte auch für die SG Wallau-Massenheim und die HSG Wetzlar. 17 Spiele absolvierte der gebürtige Heppenheimer für die deutsche Nationalmannschaft. Allendorf ist verheiratet und Vater einer Tochter.

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