Bundesliga-Handballer tritt reifer auf als früher

Familienglück: MT-Linksaußen Michael Allendorf ist Vater geworden

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Der MT-Linksaußen und seine Prinzessinnen: Michael Allendorf hält Tochter Luise Magdalena im Arm, und Labrador-Hündin Frida passt auf.

Michael Allendorf spielt seit 2010 für Handball-Bundesligist MT Melsungen. Nun hat der MT-Profi seinen Vertrag bis 2021 verlängert. Wir haben den Linksaußen in seinen vier Wänden besucht. 

Langsam wird’s eng. Auf der Tribüne in der Kasseler Rothenbach-Halle, wo bei Heimspielen der MT Melsungen die Spielerfrauen samt Nachwuchs die Handballprofis anfeuern, ist für gewöhnlich viel los. Zu den Stammgästen zählen die Müllers, die Lemkes, die Reichmanns, die Danners – in Zukunft wird ein junger MT-Fan mehr in diesem Bereich dabei sein: Luise Allendorf. „Das hat aber noch ein bisschen Zeit“, sagt Michael Allendorf, der stolze Papa.

Vor etwas mehr als einem Monat kam sein Töchterchen zur Welt. Der MT-Linksaußen bezeichnet den Tag als „den schönsten in meinem Leben“. Dann blickt er kurz zu Ehefrau Natalie und ergänzt, dass die Hochzeit natürlich auch sehr emotional gewesen sei. „Als ich Luise direkt nach der Geburt auf dem Arm hatte, das lässt sich kaum in Worte fassen“, sagt der 32 Jahre alte Handballer. Trotzdem sprudelt es aus ihm heraus. Unglaubliches Gefühl. Ein Wunder. Megakrasser Tag. Junge Väter wissen, wovon er redet.

Und sie wissen auch, dass sich nach solch einem Ereignis zwei Dinge radikal ändern. Erstens: „Lange schlafen ist nicht mehr“, sagt Allendorf. Und zweitens verschieben sich die Prioritäten. Früher sei er nach Niederlagen drei Tage schlecht drauf und nicht ansprechbar gewesen. Heute ärgere er sich natürlich immer noch, „aber sobald ich zu Hause ankomme und die Kleine sehe, geht’s schon wieder“.

Für seine Papa-Aufgaben wie Wickeln verteilt die Ehefrau, die sonst als Lehrerin in Niestetal an der Wilhelm-Leuschner-Schule arbeitet, die Note sehr gut. „Er könnte nur etwas entspannter sein“, sagt Natalie Allendorf. Der Ehemann grinst. In den ersten Nächten habe er nicht länger als fünf Minuten am Stück geschlafen. „Ich habe mir ständig Gedanken gemacht.“ Schläft sie? Atmet sie? Ist sie zu kalt angezogen? Ist sie zu warm angezogen? Die kleine Prinzessin halt.

Inzwischen wirken die Allendorfs extrem gelassen. In ihrer Kasseler Wohnung in der Nähe des Bebelplatzes haben sie es sich gemütlich gemacht. Das geräumige Sofa dient als Baby-Basisstation, Mutter Natalie hat sich vom Kaiserschnitt erholt, die drei Jahre alte Labrador-Hündin Frida akzeptiert, dass eine weitere Prinzessin hinzugekommen ist – und Allendorf genießt das Familienglück.

Für die MT Melsungen lief es in dieser Saison bislang ja nicht ganz so glücklich. So viel Schlimmes sei aber gar nicht passiert, sagt er. Mal abgesehen vom Kiel- und Minden-Spiel. Sorgen macht er sich nicht. „Der Zusammenhalt im Team ist so groß wie noch nie.“ Allendorf blickt auf mehr als acht Jahre im MT-Trikot zurück. Und es werden noch mehr. Seinen auslaufenden Vertrag hat der Verein bis 2021 verlängert.

Womöglich fällt den Verantwortlichen auf, dass der Linksaußen reifer auftritt als früher. In den Spielen macht er nicht mehr so viel „Firlefanz“, wie er selbst sagt. Und tatsächlich fühle er sich erwachsener – „auch wegen Luise“. Allendorf übernimmt Verantwortung, spricht die Mannschaft an, und mit seinem jungen Kollegen auf Linksaußen geht er fast väterlich um. Yves Kunkel sei ein unglaublich netter Typ, mit dem es sich gut zusammenspielen lässt.

Solche Sätze wären Allendorf vor ein paar Jahren nicht über die Lippen gekommen. Da hatte er nur seine Karriere im Blick. „Da musste ich unbedingt spielen.“ Nun sei er zufrieden, wenn die Mannschaft erfolgreich auftritt. Der Verein sei ihm ans Herz gewachsen.

Kein Wunder, dass ihm Manager Axel Geerken bescheinigt, den Blick für das große Ganze bekommen zu haben. Davon wird die MT noch mindestens zweieinhalb Jahre profitieren.

Danach soll Schluss sein. Zumindest sagt das Allendorf. Sicher ist, dass die Familie in Kassel bleiben will. Hier haben sie Freunde gefunden. Hier fühlen sie sich wohl. Hier sind sie im Familienglück.

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