Los ging es bei der SG Wallau-Massenheim

MT-Profi Michael Allendorf spielt seit 15 Jahren in der 1. Bundesliga

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Früher Kollegen bei der MT: Michael Allendorf (rechts) bekommt hier Tipps vom griechischen Rechtsaußen Savas Karipidis. 

Heute sind es genau 15 Jahre. Am 26. April 2005 bestritt Michael Allendorf sein erstes Spiel in der Handball-Bundesliga. In dieser Zeit entwickelte sich der Linksaußen, der seit 2010 bei der MT Melsungen unter Vertrag steht, zu eine der prägenden Figuren in der höchsten deutschen Spielklasse. Anlass genug, mit Allendorf auf besondere Momente in seiner Bundesliga-Karriere zu blicken.

Das Erstliga-Debüt

Als 18-Jähriger gab der Heppenheimer bei der SG Wallau-Massenheim seinen Bundesliga-Einstand. Die Partie der Wallauer gegen Flensburg-Handewitt wurde vom Sport-1-Vorgänger DSF live im Fernsehen übertragen. Zwar ging das Spiel für die Heimmannschaft mit 32:35 verloren, der zweifache Torschütze Allendorf behielt den Auftritt dennoch in positiver Erinnerung: „Es waren praktisch zwei besondere Tage.“ Bei der Begegnung war die komplette Familie dabei, am nächsten Morgen kamen im Heppenheimer Starkenberg-Gymnasium Lehrer und Schulkameraden auf ihn zu und gratulierten ihm.

Der erste große Sieg

Nach seinem Wechsel zur HSG Wetzlar steckte er mit den Mittelhessen im Frühling 2007 tief im Abstiegskampf. Am letzten Spieltag benötigte die HSG gegen den SC Magdeburg unbedingt einen Sieg, um in der Klasse zu bleiben. Die Gäste aus Sachsen-Anhalt reisten mit Stars wie Stefan Kretzschmar und Johannes Bitter an – und mussten sich dem Außenseiter 29:30 beugen. „Wir haben den Sieg wie eine Meisterschaft gefeiert“, erinnert sich Allendorf, der zwei Treffer beisteuerte.

Die bitteren Momente

Im Januar 2010 verkündete Wetzlar, dass Allendorf bei der HSG verlängert hat – ohne sich mit dem Linksaußen abzusprechen. Da die Mittelhessen in den Wochen danach keine Anstalten machten, ihm ein neues Arbeitspapier auszustellen, nahm er Verhandlungen mit der MT auf. Der damalige Manager Alexander Fölker bekundete Interesse an einer Verpflichtung des Nationalspielers. Bereits im Februar wurde der Wechsel zum folgenden Sommer öffentlich. In den letzten Saison-Heimspielen wurde Allendorf von den eigenen Fans permanent ausgepfiffen. Als er in Melsungen dann einstieg, erlebte er ebenfalls eine schwierige Zeit: Mit 0:24 Punkten startete die MT in die Saison 2010/11. „Da habe ich gedacht: Oh Gott, was habe ich bloß getan!?“

Die kuriosen Erlebnisse

Seinen ersten Bundesliga-Sieg mit der MT feierte Allendorf erst am 17. November 2010 bei der TSG Friesenheim. In der Schlusssekunde parierte Torwart Mario Kelentric einen Siebenmeter und sicherte das 29:28. „Wir haben uns diese Szene danach noch zehnmal auf Video angesehen, weil wir uns jubelnd in den Armen liegen und Betreuer Sandor Balogh am Rand ganz entspannt eine weitere Torwart-Parade notiert“, erklärt der mittlerweile 34-Jährige rückblickend.

Die coolen Griechen

Anfang April 2011 war die Abstiegsgefahr für die MT immer noch nicht gebannt. Vor dem schweren Gastspiel abends in Gummersbach saß Allendorf mit den drei Griechen Savas Karipidis, Alexandros Vasilakis und Grigorios Sanikis nachmittags noch in einem Café zusammen. „Sie haben mich gefragt, ob ich Angst hätte und ob der Trainer Angst hätte“, berichtet der Linksaußen. Allendorf machte sich tatsächlich große Gedanken. Vasilakis sagte ihm: „Mach Dir keine Sorgen, wir machen das.“ Melsungen gewann Stunden später 26:25.

Die schönste Zeit

Während seiner Karriere freundete sich Allendorf mit einigen Spielern an. Zu seinen besten Freunden gehören Balingens Europameister von 2016, Martin Strobel, sowie Patrik Fahlgren und die Müller-Brüder Philipp und Michael. Mit dem Schweden und den Zwillingen erlebte er auch „die geilste Zeit“. Damit meint er die Saison 2015/16, als die MT die Runde auf Rang vier abschloss – bis heute die beste Melsunger Platzierung. Allendorf bildete damals mit Johannes Sellin eine starke Flügelzange.

Die Geburt der Tochter

Am 20. September 2018 kam in den Morgenstunden Tochter Luise zur Welt. Am Abend stand ein MT-Heimspiel gegen Gummersbach an. „Ich hatte die Nacht zuvor nicht geschlafen“, erinnert sich Allendorf. „Unser Trainer Heiko Grimm sagte mir, ich solle selbst entscheiden, ob ich spielen möchte.“ Der Linksaußen spielte und warf drei Tore.

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