Formcheck vor Saison-Höhepunkt

MT Melsungen: Mit frischer Energie ins Final Four

Der MT-Kapitän geht voran: Finn Lemke feuert sein Team an. Im Hintergrund sind Julius Kühn und Nebojsa Simic zu sehen.
+
Der MT-Kapitän geht voran: Finn Lemke feuert sein Team an. Im Hintergrund sind Julius Kühn und Nebojsa Simic zu sehen.

Lange musste die MT Melsungen auf diesen Höhepunkt warten. Am Donnerstag und Freitag ist es für den Handball-Bundesligisten soweit: In Hamburg findet das Final Four um den DHB-Pokal statt – und das mit eineinhalb Jahren Verspätung.

Schließlich handelt es sich um die Finalveranstaltung aus der vergangenen Saison, aufgrund der Pandemie musste sie immer wieder verschoben werden. Vor dem Halbfinale am Donnerstag (19.30 Uhr) gegen den TSV Hannover-Burgdorf machen wir mit der MT den Formcheck.

Die Bilanz im Mai

Der Monat Mai war für die Melsunger vollgepackt mit Spielen. Achtmal traten sie in der Bundesliga an, davon gewannen sie fünf Partien, bei einem Unentschieden und zwei Niederlagen. Nach den Siegen in Leipzig, gegen Göppingen und beim Bergischen HC sowie dem zwischenzeitlichen 30:30 in Minden war die MT vier Spiele in Serie ungeschlagen. Auch wenn das Remis in Ostwestfalen ein kleiner Rückschlag war. Zumal die Nordhessen die Möglichkeit verpassten, durch einen Punktgewinn in Kiel den verlorenen Zähler wieder auszugleichen. Bei der 28:29-Niederlage beim Deutschen Meister zeigten die Gäste immerhin eine starke Leistung. Ganz anders als zwei Tage später in Flensburg: Das 20:36-Debakel stoppte abrupt den Aufwärtstrend und trübte die Stimmung. Durch die Erfolge gegen Ludwigshafen und am Sonntag in Coburg wurde diese aber wieder etwas aufgehellt.

Die Kraft

Keine Frage, es ist ein Mammutprogramm, das die MT derzeit absolviert. In elf Tagen mussten die Nordhessen zuletzt fünfmal ran – davon vier Partien auswärts. Trainer Gudmundur Gudmundsson sprach schon vor der Partie in Coburg davon, dass sein Team aufgrund der vielen Spiele und Reisen „auf dem Zahnfleisch geht“. Aber so ein Final Four setzt ja auch neue Kräfte frei. „Wir hatten viele Spiele in kurzer Zeit, aber das geht nicht nur uns so“, sagt Kapitän Finn Lemke und fügt hinzu: „Wir hatten jetzt einen Tag frei, haben regeneriert und gehen mit vollen Energiereserven in das Halbfinale.“

Die Abwehr

Hier haben die Melsunger durchaus einen Schritt nach vorn gemacht und mittlerweile verschiedene Varianten in petto. Nachdem sich die 6:0-Deckung schon bei den Partien seit Anfang Mai gesteigert hatte, funktionierte gegen Ludwigshafen und in Coburg die 5:1-Deckung, die phasenweise in eine 3:2:1-Variante überging, recht ordentlich. Die MT ist in der Abwehr jetzt flexibler, hat mehr Optionen. Und die Torhüter Nebojsa Simic und Silvio Heinevetter haben sich ebenso gesteigert, zeigten sich in den vergangenen Partien in Topform.

Der Angriff

Die Melsunger spielen mittlerweile ihre Angriffe ruhiger aus, sind im Laufe der Zeit geduldiger geworden. Die Frage ist: Wer übernimmt dabei die Führungsrolle? Wenn es darum geht, mit Übersicht und Geduld das Spiel zu steuern, sind Domagoj Pavlovic und Kai Häfner gefordert.

Zudem wurde die Breite im Kader zuletzt etwas besser ausgereizt. Die Tore verteilten sich auf mehrere Schultern, nicht nur Pavlovic und Julius Kühn waren dafür vor allem zuständig. So trugen sich meist fast alle Spieler in die Torschützenliste ein. Das liegt an der höheren Variabilität. „Wir haben sehr variabel gespielt und Tore nach verschiedenen Spielzügen erzielt“, lobte Gudmundsson nach der Partie in Coburg. Dort und zuvor in Flensburg steuerte auch der A-Jugendliche Paul Kompenhans vier Tore bei. „Paul hat uns gut geholfen“, sagt Heinevetter. Auch Lasse Mikkelsen, der nach der Saison die MT verlässt, hatte zuletzt mehr Spielanteile. „Ich hoffe, dass Lasse auch noch einmal alles reinwirft“, sagt Heinevetter.

Der Teamgeist

Die Willensstärke ist ein Plus der Melsunger – die Partie in Flensburg ausgenommen. Wichtig: Sie kämpfen vor allem füreinander. Seit gestern ist klar, dass in Hamburg nicht nur 1000, sondern 2000 Zuschauer dabei sein dürfen. Das kann noch mehr pushen. „Das Thema Final Four ist bei uns allen seit ein, zwei Wochen präsenter. Für alle beteiligten Mannschaften ist das Spielen vor Zuschauern in dieser Saison eine neue Situation“, sagt Michael Allendorf. Dennoch müssen die Melsunger demütig bleiben. Da sind vor allem Heinevetter und Lemke gefragt, die ihr Team schon zuletzt am Boden hielten. (Manuel Kopp/Björn Mahr)

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.