Handball-Bundesligist holt 42 Punkte

MT-Bilanz: Die zweitbeste Ausbeute seit dem Aufstieg

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Rückte im Zuge der Verletztenmisere noch enger zusammen: das MT-Team. 

Ihre 14. Saison in der 1. Handball-Bundesliga schloss die MT Melsungen auf dem fünften Tabellenplatz ab. Wir blicken zurück auf eine wechselhafte Saison.

"Wir können unter diesen Umständen mit dem fünften Platz zufrieden sein.“ Der dänische MT-Spielmacher Lasse Mikkelsen drückt es so aus, wie es wohl auch die meisten seiner Melsunger Handball-Kollegen nicht anders formulieren würden. Zwischen Rang eins und fünf wollte der nordhessische Bundesligist in der Serie 2018/19 landen – heißt: Das Minimalziel hat die Mannschaft von Trainer Heiko Grimm damit erreicht. 

Erhebliche Verletzungsprobleme hatten das Vorhaben der MT, den Abstand zu den Spitzenteams zu verkürzen, erheblich erschwert. Andererseits hielten die Melsunger die ähnlich hoch eingeschätzten Mannschaften aus Berlin und Göppingen auf Distanz. 

Die Qualifikation für den Europapokal steigert schon jetzt die Vorfreude auf die kommende Handball-Saison. Auf dieser Seite werfen wir einen Blick zurück. Zudem rücken wir all jene Spieler in den Fokus, die noch nicht in der Sommerpause sind: Einige MT-Profis müssen noch mit ihren jeweiligen Nationalteams antreten.

SAISON IN ZAHLEN

Ein Schlüsselerlebnis, viele Langzeitverletzte und eine beachtliche Punktausbeute – wir haben das Spieljahr des Handball-Bundesligisten MT Melsungen in einer Saison in Zahlen zusammengefasst.

1 Schlüsselerlebnis hatten die Melsunger: Am neunten Spieltag enttäuschte die MT auf ganzer Linie beim 27:32 in Minden. Manager Axel Geerken sagt rückblickend: „Es ging nicht um die Niederlage als solche, sondern die Art und Weise, wie wir verloren haben.“ Es wurde Tacheles geredet. „Wir haben danach einige Veränderungen eingeleitet“, ergänzt Trainer Heiko Grimm. So wurde Spielmacher Lasse Mikkelsen noch mehr Verantwortung übertragen.

2 personelle Veränderungen nahm der heimische Bundesligist im Verlauf der Spielzeit vor. Zu Beginn der Serie wurde die Zusammenarbeit mit dem langjährigen Torwarttrainer Mile Malesevic beendet. Im Dezember wurde aufgrund der Verletztenmisere der Schweizer Nationalspieler Roman Sidorowicz verpflichtet. „Sido hat seine Sache sehr gut gemacht“, stellt Mannschaftsführer Finn Lemke fest.

3 Spieler verabschiedeten die Melsunger nach dem letzten Saisonspiel: die Zwillinge Michael und Philipp Müller sowie den Dänen Simon Birkefeldt. „Die Müllers sind zwei Riesencharaktere“, verdeutlicht Mikkelsen, „diese Verluste müssen wir erst mal kompensieren.“ Auch Kreisläufer Felix Danner bedauert den Abgang der beiden Haudegen: „Sie haben häufig Emotionen hineingebracht.“

6 Langzeitverletzte musste die MT wegstecken. Nach Michael Müller (Mittelfußbruch), Julius Kühn (Kreuzbandriss) und Timm Schneider (Fußprobleme) im Oktober traf es Ende November die beiden Kroaten Domagoj Pavlovic (Knöchelbruch) und Marino Maric (Bizepssehnenabriss). Und als ob es nicht schon genug Probleme gäbe, musste im Dezember auch noch Linksaußen Michael Allendorf den Dienst quittieren: Sehnenausriss am Mittelfinger. „Wir sind wegen dieser Ausfälle noch enger zusammengerückt“, meint Mikkelsen in der Rückschau.

22 Spieler setzten die Melsunger insgesamt ein. Wegen der personellen Nöte wurden die A-Jugendlichen Jona Gruber, Tomas Piroch, Julian Damm und Glenn Eggert sowie der mit einem Zweitspielrecht für Rimpar ausgestattete Fin Backs in den Kader der ersten Mannschaft berufen.

42 Pluspunkte erreichte die MT. Das ist seit dem Erstliga-Aufstieg 2005 die zweitbeste Ausbeute – nur in der Spielzeit 2015/16 waren die Nordhessen erfolgreicher (47). „Ich hätte in meinem ersten Jahr als Kapitän gern noch mehr Siege gefeiert“, betont Lemke, „mit meinem Team bin ich voll zufrieden. Wir hatten eine starke Truppe zusammen.“

45 Tage dauerte die Wettkampfpause der Melsunger im Winter. Nach dem 26:24-Erfolg am 27. Dezember gegen Wetzlar ging es erst in diesem Kalenderjahr am 10. Februar mit einer 24:32-Niederlage in Magdeburg weiter. Dazwischen stand die Heim-WM auf dem Programm. Finn Lemke war einziger Melsunger Teilnehmer. Tobias Reichmann war überraschend gestrichen worden.

163 Tore erzielte Lasse Mikkelsen in 34 Spielen – kein Teamkollege kam in der abgelaufenen Runde auf mehr Treffer. „Lasse hat riesige Entwicklungsschritte gemacht“, lobt Geerken den klugen Strategen. Auch Grimm zeigt sich beeindruckt: „Er ist der Melsunger Spieler der Saison.“ Der Däne ist Grimms rechte Hand auf dem Feld. Die zweitmeisten Tore für die MT warf Rechtsaußen Tobias Reichmann (136).

3960 Zuschauer sahen im Schnitt die 17 Heimspiele der Melsunger in der Kasseler Rothenbach-Halle. „Mit dieser Resonanz können wir gut leben. Selbst als es nicht so gut bei uns lief, sind viele Fans gekommen“, bilanziert Geerken. Im Vorjahr hatte die MT im Schnitt 4168 Besucher gezählt. 

Hintergrund

Bis zum 7. Juli ruht der Trainingsbetrieb bei den Melsunger Bundesliga-Handballern. Am Montag, 8. Juli, bittet MT-Coach Heiko Grimm erstmals wieder zum Training. Die Nationalspieler, die im Juni noch Einsätze hatten, dürfen drei Tage später einsteigen. Wichtige offizielle Termine in der Vorbereitung:

12. Juli, 18 Uhr: Offizielle Mannschaftsvorstellung im Melsunger Schlossgarten - 13. Juli: Testspiel in Seesen gegen den Northeimer HC -  14. bis 20. Juli: Trainingslager in Esslingen mit Teilnahme am Marktplatzturnier - 1. August: Offizielle Mannschaftsvorstellung am Lutherturm in Kassel - 2. bis 4. August: Teilnahme am Sparkassencup - 7. bis 11. August: Trainingslager und Turnierstart in Bremen -  17./18. August:1. Runde DHB-Pokal - 22. oder 25. August: 1. Heimspiel der Saison

Das MT-Team 2019/20

Zugänge: Stefan Salger (Ludwigshafen), Kai Häfner (Hannover), Jona Gruber, Glenn Eggert, Tomas Piroch (alle eigene Jugend). 

Abgänge: Philipp Müller (Leipzig), Michael Müller (Berlin), Simon Birkefeldt (Kristianstad/Schweden). 

Kader, Tor: Nebojsa Simic, Johan Sjöstrand, Glenn Eggert.

Rückraum: Finn Lemke, Julius Kühn, Timm Schneider, Domagoj Pavlovic, Lasse Mikkelsen, Roman Sidorowicz. Stefan Salger, Kai Häfner, Jona Gruber, Tomas Piroch.

Außen: Michael Allendorf, Yves Kunkel, Tobias Reichmann, Dimitri Ignatow, Fin Backs. 

Kreis: Felix Danner, Marino Maric. 

Trainer: Heiko Grimm.

Co-Trainer: Arjan Haenen. 

Athletiktrainer: Florian Sölter. 

Betreuer: Matthias Horn. 

Verantwortlicher: Sandor Balogh. 

Ärzte: Bernd Sostmann, Gerd Rauch. 

Physiotherapeuten: Jenny Bajerke, René Kagel.

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