Handball-Linksaußen mit Vollbart

Zu Gast in Magdeburg: MT Melsungen muss auf Top-Torjäger Musche achten

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Seite an Seite für Deutschland: Matthias Musche (rechts) und Finn Lemke während der Handball-WM.

Handball-Bundesligist MT Melsungen gastiert am Sonntag ab 16 Uhr in der Getec-Arena beim SC Magdeburg - und muss besonders auf Top-Torjäger Matthias Musche achten. Ein Porträt des Linksaußen. 

Matthias Musche fällt auf. Sein langer Vollbart. Seine blonden wuscheligen Haare. Und wenn der Handball-Linksaußen des Bundesligisten SC Magdeburg einen Siebenmeter ausführt, geschieht das immer nach einem bestimmten Schema. Erst setzt er den linken Fuß vor die Strafwurfmarkierung, dann hüpft er auf dem linken zurück in Position. Kurz darauf schlägt der Ball in den meisten Fällen im gegnerischen Kasten ein.

Denn der 26 Jahre alte Musche ist bislang so etwas wie der Spieler dieser Saison. Mit 156 Treffern (davon 59 Siebenmeter) führt er unangefochten die Torschützenliste an. Am Sonntag ab 16 Uhr (Getec-Arena) kann er im Heimspiel der Magdeburger gegen die MT Melsungen weitere Kostproben seines Könnens geben. Dann gibt es auch ein Wiedersehen mit seinem Nationalmannschaftskollegen Finn Lemke, mit dem er bei der Heim-WM im Januar den vierten Platz belegte.

Dabei verbindet die beiden Handball-Profis mehr als nur die Zugehörigkeit zur DHB-Auswahl. Zwei Jahre waren sie sogar Teamkollegen beim SCM. „Wir kennen uns aber schon seit den Junioren. Und gleichaltrige Mitspieler finden immer schneller zusammen“, sagt Lemke, für den die rasante Entwicklung Musches keine Überraschung ist.

2012 spielte der Linksaußen noch für die Reserve der Magdeburger – und deutete wiederholt sein Talent an. Beim 33:31-Sieg in der 3. Liga bei der HSG Gensungen/Felsberg traf Musche beispielsweise neunmal. Seit 2013 ist der Rechtshänder fester Bestandteil der SCM-Bundesligamannschaft. „Matze war schon immer einer der fleißigsten“, betont Lemke.

Solange auch noch der erfahrenere Yves Grafenhorst auf der Außenbahn der Bördestädter im Einsatz war, stand Musche etwas im Hintergrund. Mittlerweile fungiert Grafenhorst als Co-Trainer des SCM und kann sich über viele Treffer seines Nachfolgers freuen. Musche steht beim Traditionsklub aus Sachsen-Anhalt nun in einer Reihe mit großen Namen. Handball-Legende Stefan Kretzschmar, sein jetziger Coach Bennet Wiegert und einige andere wirbelten ebenfalls für die Magdeburger auf Linksaußen. Im DHB-Team steht der Wuschelkopf noch im Schatten von Superstar Uwe Gensheimer.

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Musche selbst mag seine hervorragende Ausbeute in dieser Serie nicht so hochhängen. „Wenn man die Quote aus dem Vorjahr sieht, ist die aus dem Feld nicht viel schlechter als jetzt. Es liegt einfach daran, dass ich nun die Siebenmeter werfe. Dadurch kommen noch etliche Tore dazu“, erklärt der 26-Jährige, der mit einem großen Wurfrepertoire ausgestattet ist. Lemke stellt dazu allerdings vielsagend fest: „Auch die Strafwürfe muss man erst einmal mit dieser Präzision verwandeln.“

Der Hüne im Innenblock der Melsunger trifft zwar auf dem Spielfeld selbst eher selten auf Musche, hat aber während der Weltmeisterschaft leidvoll feststellen müssen, wie genau sein gleichaltriger Mitstreiter zielen kann. Nämlich dann, wenn sie sich mit einigen Nationalmannschaftskollegen an der Dartscheibe die Zeit vertrieben. Lemke schmunzelnd: „Matze ist besser als ich, aber er muss auch viel trainiert haben.“

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