Bundesliga-Handballer kassieren Ausgleichstreffer kurz vor Ende

MT Melsungen muss sich beim Bergischen HC mit Punkt begnügen

+
Warf sein erstes Punktspieltor für die MT: Stefan Salger (rechts, hier gegen Csaba Szücs). 

Die Leistung überzeugend, das Ergebnis nur bedingt – Handball-Bundesligist MT Melsungen musste sich im Spiel gegen den Bergischen HC mit einem 24:24 (11:8) zufriedengeben.

Der Punktverlust der MT war insofern ärgerlich, als sie fast über die gesamte Partie vorn lag. Die Halle in Solingen hat den Ruf eines Hexenkessels – es war tatsächlich von Beginn an so laut und heiß wie bei einem iberischen Volksfest. Und dabei saß der spanische BHC-Kreisläufer Rafael Baena zunächst nur auf der Ersatzbank.

Trotz der hitzigen Atmosphäre zeigte sich die Melsunger Mannschaft sehr konzentriert. Dass es nach neun Minuten nach Treffern von Julius Kühn (3) und Michael Allendorf 4:1 stand, war nur logisch. Zumal Torwart Nebojsa Simic im MT-Kasten anfing, als wollte er einen Eintrag in die Bundesliga-Geschichtsbücher erreichen – für die meisten Paraden in einem Spiel. Zehn waren es nach nicht einmal 20 Minuten. In diesem Zeitraum parierte er schon drei Siebenmeter von Arnor Gunnarsson (6.), des Ex-Melsungers Jeffrey Boomhouwer (8.) und von Sebastian Damm (20.).

Die Abwehr um Kapitän Finn Lemke und Felix Danner wirkte viel präsenter als noch bei der ernüchternden Vorstellung am Sonntag gegen Flensburg. Es passte zur ansprechenden Melsunger Leistung, dass Neuzugang Stefan Salger in der 21. Minute sein erstes Bundesliga-Tor für die Nordhessen warf und Youngster Dimitri Ignatow anstelle des leicht angeschlagenen Tobias Reichmann das 8:7 warf.

Das einzig Ärgerliche aus Melsunger Sicht: Die Gäste ließen noch einiges im Angriff liegen. Sonst wäre zur Pause ein höherer Vorsprung möglich gewesen, nachdem Lasse Mikkelsen und Finn Lemke auf 10:7 gestellt hatten (26.). So blieb zur Pause die Frage, ob der MT eine Drei-Tore-Führung reichen würde, um die ersten beiden Punkte in der noch jungen Spielzeit zu holen.

BHC-Coach Sebastian Hinze stellte in der Offensive um. Es war ohnehin klar, dass die Hausherren vor 2114 Zuschauern in der Klingenhalle keinen Deut nachlassen werden. Und die Bergischen Löwen ließen die Gäste nicht enteilen. Im Gegenteil: Nach gut 45 Minuten waren sie bis auf ein Tor an der MT dran (16:17).

Jetzt mussten aus Melsunger Sicht gute Lösungen gegen die aggressive Hintermannschaft des BHC her. So richtig überzeugend war es nicht. Nur gut, dass Kühn immer wieder aus der Distanz Akzente setzte.

Die Zuschauer erlebten ein mitreißendes Handballspiel. Es war alles drin. Klasse, wie Simic gegen Gunnarsson den vierten Strafwurf an diesem Abend entschärfte. Dennoch war der Ausgang fünf Minuten vor Schluss völlig offen (20:20). Es deutete sich ein ähnlich packendes Finale wie im Mai an – damals unterlagen die Melsunger unglücklich 24:25. Damals haben sie sich nicht belohnt.

Eine Minute vor Ende stand es 23:23. Die Gäste waren zwar in Ballbesitz, hatten aber einen Mann weniger auf dem Feld, da Danner eine Zeitstrafe kassiert hatte. Mit etwas Glück und dem Geschick von Kai Häfner, der zum 24:23 traf, war kurz vor Ende klar, dass die MT nicht mehr verlieren würde. Für den ersten Sieg reichte es nicht, weil Ragnar Johannsson vier Sekunden vor der Schlusssirene aus der Distanz erfolgreich war.

 Danach gab es eine Party in Blau und Weiß. Allerdings brauchten sich die Melsunger nicht zu grämen, weil sie eine deutliche Leistungssteigerung gegenüber dem Flensburg-Spiel zeigten. Ein Schritt nach vorn vor dem Spiel am kommenden Mittwoch gegen Lemgo.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.