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Mit etwas Glück zum guten Gefühl: MT Melsungen nach knappem Sieg gegen TBV Lemgo Lippe

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Von: Maximilian Bülau, Björn Mahr

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Übernahm viel Verantwortung: MT-Profi Ivan Martinovic (Vordergrund, linkes Bild). Links neben ihm: Nebojsa Simic. Im rechten
Übernahm viel Verantwortung: MT-Profi Ivan Martinovic (Vordergrund, linkes Bild). Links neben ihm: Nebojsa Simic. Im rechten © Melsungens Trainer Roberto Garcia Parrondo. Foto: Dieter Schachtschneider

Trainer und Spieler der MT Melsungen zeigten sich nach dem knappen Sieg gegen den TBV Lemgo Lippe selbstkritisch.

Kassel – Vier Spiele war Ivan Martinovic zum Zuschauen verdammt. Wegen einer Knöchelverletzung, die sich der kroatische Halbrechte im November bei der Bundesliga-Partie der MT Melsungen in Leipzig zugezogen hatte, musste er eine vierwöchige Pause einlegen. „Ich habe den Handball vermisst“, erklärte der 24-Jährige nach dem knappen 20:19-Erfolg zum Rückrundenstart am zweiten Weihnachtsfeiertag gegen den TBV Lemgo Lippe – und schob bescheiden nach: „Hoffentlich konnte man sehen, dass ich dem Team heute zum Sieg verhelfen wollte.“

Tatsächlich setzte er wichtige Akzente: drei Tore erzielt und einen Ball im Bodenkampf gesichert. Vor einem Monat wusste Martinovic nicht, ob er seinen Traum von einer WM-Teilnahme im Januar begraben muss. Nun scheint einem Einsatz nichts mehr im Wege zu stehen. Nach der Begegnung gegen die Lipper reiste er über seine österreichische Geburtsstadt Wien ins kroatische Porec. Dort stehen in den nächsten Tagen zwei Länderspiele gegen Italien an.

Der Erfolg mit der MT dürfte ihm viel Auftrieb gegeben haben. „Wir haben die Rückrunde mit 2:0 Punkten begonnen. In dem Wissen können wir im Februar weitermachen“, betonte der Linkshänder. „Wenn wir nach der WM wieder loslegen, wird sich jeder an diesen Sieg erinnern“, ergänzte Nebojsa Simic. Der Torwart der Nordhessen wurde mit 14 Paraden im letzten Auftritt des Kalenderjahres zum Matchwinner – mal wieder. Ohne seine Glanztaten hätte sich die MT vom zwischenzeitlichen 15:18-Rückstand wohl nicht mehr erholt. „Es ist mein bestes Jahr in der Bundesliga. Ich bin sehr zufrieden“, stellte der Montenegriner fest.

Der Angriff der MT bleibt dagegen eine Baustelle. Wie schon in vorangegangenen Partien lief es mehr als schleppend. „Wir haben uns jetzt schon ein paar Mal schwergetan“, räumte Kapitän Kai Häfner ein. „Es gibt genügend Ansatzpunkte, wo wir uns verbessern wollen.“ Teilweise ist es den Melsungern nicht gelungen, den Ball überhaupt gefährlich auf das gegnerische Gehäuse zu bringen. Die Konsequenz: Sie kassierten leichte Gegentreffer.

Der Trainer der MT: Roberto Garcia Parrondo.
Der Trainer der MT: Roberto Garcia Parrondo. © Schachtschneider, Dieter

Auch deswegen sprach Gäste-Trainer Florian Kehrmann hinterher von einem nicht unbedingt verdienten Sieg der MT. „Wir wissen um ihre individuelle Qualität. Aber im Verbund sind wir ihnen drei Schritte voraus“, sagte der 45-Jährige. Ob verdient oder nicht, das war Parrondo ziemlich egal. Der Spanier freute sich über den Sieg vor der WM-Pause. „Wir haben kein gutes Spiel gemacht. Die erste Halbzeit war noch okay. Die Abwehr war da gut, der Angriff auch. Die ersten 20 Minuten der zweiten Hälfte waren dann richtig, richtig schlecht“, sagte er. Und mit der Einschätzung der zweiten Hälfte lag er auch vollkommen richtig. Die MT verspielte in dieser Phase nicht nur den Vorsprung, lag sogar zwischenzeitlich zurück. Sie erzielte in der ersten Viertelstunde des zweiten Durchgangs auch magere zwei Törchen – es war die Zuspitzung einer schwachen Angriffsleistung in diesen Minuten.

Auch deshalb war Parrondo bewusst, dass seine Mannschaft mit etwas Glück gewonnen habe. Aber: „In den letzten zehn Minuten haben wir gekämpft, das hat mir gefallen“, fügte er an. Auf jeden Fall hielt der Spanier nach der Partie noch eine lange Ansprache in der Kabine.

Für Parrondo ging es gestern bereits nach Rumänien. Dort nimmt der Coach mit der ägyptischen Nationalmannschaft an einem Vier-Nationen-Turnier teil. Die ersten Tests für die WM im Januar, bei der er zum Auftakt am 13. Januar auf einen guten Bekannten trifft: Ivan Martinovic, der ihm in der Bundesliga zu einem erfolgreichen Jahresabschluss verholfen hat. (Björn Mahr und Maximilian Bülau)

Hintergrund: So geht es weiter

Die Melsunger Profis, die nicht an der Weltmeisterschaft in Polen und Schweden teilnehmen, trainieren erst individuell, ehe sie am 16. Januar wieder ins Training einsteigen. Da Chefcoach Roberto Garcia Parrondo dann mit Ägypten bei der WM im Einsatz ist, tragen Assistenzcoach Arjan Haenen, Torwarttrainer Carsten Lichtlein sowie Athletikcoach Florian Sölter die Verantwortung für den verbliebenen Rest des Teams. Freundschaftsspiele hat die MT bislang nicht vereinbart. Da sie nicht für das Pokal-Viertelfinale Anfang Februar qualifiziert ist, kann sich Melsungen dann noch einem Härtetest unterziehen.

Demnächst sollen auch einige der zuletzt verletzten Akteure wieder voll ins Mannschaftstraining einsteigen. Bei Timo Kastening (nach Kreuzbandriss) steht Anfang Januar ein wichtiger Test auf dem Programm.

Das nächste Pflichtspiel haben die Melsunger am 12. Februar ab 16.05 Uhr beim Bergischen HC. Danach kommt Leipzig nach Kassel (16. Februar, 19.05 Uhr). Es folgen Auswärtsspiele gegen Berlin (26. Februar, 14 Uhr) und gegen den VfL Gummersbach (2. März, 19.05 Uhr).

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